Verbraucherausstellung

Nachhaltigkeit: Wirsing aus Westfalen statt Spargel aus Peru

Tipps für mehr Nachhaltigkeit im Alltag

Nachhaltig leben: Das klingt erst mal ziemlich anstrengend. Dabei ist es eigentlich ganz einfach ein bisschen auf die Umwelt zu achten. Tipps für den Alltag gibt es im Video.

Nachhaltig leben: Das klingt erst mal ziemlich anstrengend. Dabei ist es eigentlich ganz einfach ein bisschen auf die Umwelt zu achten. Tipps für den Alltag gibt es im Video.

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witten.   Um Nachhaltigkeit, Umweltbewusstsein und Konsum geht es in der Ausstellung „Einfach machen“ in der Wittener Zentralbibliothek.

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105 Millionen unbenutzte Handys schlummern in deutschen Schubladen. Statt sie zu recyclen, werden so 2,1 Tonnen Gold, 19 Tonnen Silber und 814 Tonnen Kupfer dem Rohstoffmarkt enzogen. In Sachen Nachhaltigkeit ist das eine Katastrophe. Doch weil wohl jeder mindestens ein Handy hat, ließe sich leicht etwas an dieser Situation ändern.

Denkanstöße dazu gibt nun die Ausstellung „Einfach machen! Ideen für nachhaltigen Konsum“ im Foyer der Bibliothek an der Husemannstraße.

Landrat Olaf Schade ging am Mittwoch bei der Eröffnung mit gutem Beispiel voran. Er gab ein altes Handy, das schon seit geraumer Zeit in seinem Büro verstaubte, unverzüglich ab. Auch sonst bekannte sich der 49-Jährige im Namen seiner Generation schuldig: „Wir haben als erste mit der Wegwerfgesellschaft begonnen. Meine Oma war viel nachhaltiger, sie hat noch Strümpfe gestopft.“ Aber es gehe nicht um Wehklagen: „Die Ausstellung will zeigen, wie man Konsum und Nachhaltigkeit verbindet. Und sie richtet sich dabei an alle Generationen“, so der Politiker.

In fünf Stationen führt die Ausstellung der Verbraucherzentrale NRW vor, wie’s geht: Bei der Kleidung ebenso wie bei Obst und Gemüse oder Energie. Da schwärmt Verbraucherberaterin Manuela Weber beispielsweise von einem Wirsing,, der bei der Ausstellungseröffnung saftig daliegt: „Er stammt aus regionalem Anbau, hat also einen kurzen Transportweg, braucht keine aufwändige Lagerung und hat damit eine wunderbare Energiebilanz.“

Ein Gegenbeispiel sei der peruanische Spargel, der zur Weihnachtszeit auf vielen Tellern gelegen habe. Aus 10 700 Kilometer entferntem Anbau. „Der hat eine ganz schlechte Bilanz“, weiß die Expertin. Sie meint aber auch: „Es ist nicht immer einfach, nachhaltig einzukaufen.“

In der Ausstellung wollen Schaubilder mit verschiedenen Obst- und Gemüsesorten und deren jeweiliger Herkunft dafür sensibilisieren. Müssen es unbedingt die Äpfel aus dem 18 500 Kilometer entfernten Neuseeland sein? Oder reicht nicht auch die Ernte aus Westfalen? Während Erdbeeren aus der Soester Börde gerade mal 45 Kilometer unterwegs sind, haben sie aus China eine Marathonreise von 7400 Kilometern hinter sich. Aber damit verbindet sich auch unser heutiger Anspruch, alles zu jeder Jahreszeit kaufen zu können.

„Wohnen und einrichten“ ist ein weiterer Themenbereich der Ausstellung in der Bibliothek. Da finden sich beispielsweise LED-Licht, Halogen- und Energiesparlampen. Darunter ist zu lesen, für welche Zimmer sie durch gemütliches oder eher grelles Licht geeignet sind und welche Brenndauer sie haben. Die kann sich erheblich unterscheiden, von 8000 Stunden bei der Halogenlampe bis zu 20 000 Stunden bei LED-Leuchten.

Aber nicht nur um die Beleuchtung der heimischen vier Wände, sondern auch um Vermeidung von Schimmel durch richtiges Lüften geht es an diesem Thementisch. „Was ist eigentlich Stoßlüften?“, heißt es da. Die richtige von drei Antworten erfährt der Besucher, wenn er eine Klappe umdreht. Auch an anderen Stellen lädt die Ausstellung zum Mitmachen ein. Für Schüler ab der siebten Klasse werden Führungen angeboten. Wer eine buchen möchte, sollte sich beeilen. Denn es liegen schon zahlreiche Nachfragen vor.

>>> INFO: Schulen können Führungen buchen

  • Die gerade eröffnete Ausstellung „Einfach machen! Ideen für nachhaltigen Konsum“ in der Zentralbibliothek an der Husemannstraße 12 läuft bis zum 1. Februar. Geöffnet: Di. bis Sa. von 10 bis 18 Uhr, So. von 12 bis 18 Uhr. Der Eintritt zur Ausstellung, die sich Foyer von Bücherei und Museum befindet, ist frei.

  • Klassen, die sich für einen geführten Besuch durch die Ausstellung anmelden möchten, können sich bei der Verbraucherzentrale im Wittener Hauptbahnhof ( 28 28 101) anmelden. Anfragen sind auch per Mail möglich unter witten@verbraucherzentrale.nrw.

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