Kommentar

Wichtiger Urnengang nach schlappem Coronawahlkampf in Witten

Jürgen Augstein-Peschel kommentiert die Bedeutung der Kommunalwahl in Witten.

Jürgen Augstein-Peschel kommentiert die Bedeutung der Kommunalwahl in Witten.

Foto: WAZ

Witten.  Die Kommunalwahl in Witten hätte einen lebendigeren Wahlkampf verdient. Corona hat diesen wichtigen Urnengang fast zur Nebensache gemacht.

Trotz aller Plakate und Info-Stände am Wochenende – selten ist ein Wahlkampf in Witten so geräuschlos an einem vorübergegangen wie in diesem Jahr. Es gab kaum Debatten, und wenn dann nur im Netz, keine größeren Veranstaltungen, wenig Haustürbesuche – dabei sind die Kommunalwahlen am Sonntag ein wichtiger Urnengang. Für die Parteien war es in der Corona-Krise schwerer denn je, dem Wähler näherzukommen.

Das heißt aber nicht, dass sich keiner für diesen Urnengang interessiert. 20.000 Briefwähler lassen darauf hoffen, dass die Wahlbeteiligung nicht so furchtbar schlecht ausfällt. Die Wittener sollten die Chance nutzen, die Weichen für die Zukunft zu stellen.

Es warten große Herausforderungen in Witten

Mehr Kita-Plätze und Ausbau des Offenen Ganztags, bessere Straßen, weniger Autos in der City, mehr Klimaschutz, andere Formen des Zusammenlebens, mehr Erlebnis, Freizeit und Grün, eine stabile Wirtschaft trotz und nach Corona, digitale Schulen und Job-Sicherung auch in Pandemiezeiten, eine lebendige Innenstadt selbst ohne Kaufhof – das sind einige der großen Herausforderungen, jetzt und künftig.

Nur ein Rat und ein Bürgermeister dürften auf Dauer erfolgreich sein, die mutig eine visionäre Stadtgestaltung 4.0 in Angriff nehmen. Die die Verwaltung auf Trab bringen, ob es um Städtebau oder neue Fahrradwege geht. Die Zukunft gehört den Jungen, den Alten, den Familien, den Singles, uns allen. Die Wittener haben es in der Hand, wem sie diese Zukunft anvertrauen.

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