Blickpunkt Herbede

Wer findet einen Namen für das neue Herbeder Altenheim?

Im vorderen Neubau entstehen 16 Eigentumswohnungen. Dahinter liegt das Pflegeheim als Riegel zwischen dem alten Rathaus (links) und den Bahnschienen.

Foto: Thomas Nitsche

Im vorderen Neubau entstehen 16 Eigentumswohnungen. Dahinter liegt das Pflegeheim als Riegel zwischen dem alten Rathaus (links) und den Bahnschienen. Foto: Thomas Nitsche

Witten.   Herbedes zweites Pflegeheim hat das Richtfest gefeiert. Im Herbst soll das Haus mit 38 Plätzen eröffnen. Wer findet einen schönen Namen?

„Das Kind“ hat ordentlich was auf den Hüften: 270 Tonnen Stahl wurden in ihm verbaut, 1500 Kubikmeter Beton flossen hinein, 4700 Quadratmeter Mauerwerk wurden darin hochgezogen. „Das Kind“ nennt Hausherr Gunnar Sander von der AP Pflegedienst GmbH das neu Altenpflegeheim in Herbede. Über dem Neubau zwischen em Alten Rathaus und den Bahnschienen wurde am Donnerstag der Richtkranz hochgezogen.

Noch schwebt er über „Haus Namenlos“. Denn: „Das Kind hat noch keinen Namen“, sagte Sander beim Richtfest und lud die Gäste ein, Vorschläge zu machen. Bürgermeisterin Sonja Leidemann ließ sich nicht lange bitten und griff als Erste zum Filzstift. „Ruhtalresidenz Herbede“, schlug die Herbederin vor. Später fanden sich auf der Flipchart dann auch noch die Ideen „Haus Ruhrblick“, „Haus Seeblick“ und „Wohnen – mitten im Leben.“

50 neue Arbeitsplätze

Weitere Vorschläge sind willkommen. Bis zur „Kindstaufe“ ist es ja noch ein paar Tage hin: Im Oktober möchte die AP Pflegdienst GmbH aus Emsdetten ihr Herbeder Altenheim eröffnen. Sie führt bereits zehn ähnliche Häuser. Zum 1. September will sie in Herbede 50 Fachkräfte für die Pflege und die Betreuung einstellen.

Das größere Gebäude, der lange Riegel am Bahndamm, wird 38 Plätze für die vollstationäre Pflege beherbergen. Auf jeder der drei unteren Ebenen, jede 700 qm groß, wird eine Wohngruppe eingerichtet. Jeder Bewohner bekommt ein Einzelzimmer mit eigenem Bad. In der Mitte jeder Ebene gibt es einen großen Gemeinschaftsraum. Im Erdgeschoss wird zusätzlich ein Bewohner-Café eingerichtet, das auch „die Schnittstelle zum Stadtteil“ werden soll, kündigte Gunnar Sander an. Er setzt auf gutnachbarschaftliche Beziehungen.

Bürgermeisterin wünscht sich neuen Zugang ins Ruhrtal

„Das Zentrum von Herbede wird durch dieses tolle Projekt gestärkt“, begeisterte sich die Bürgermeisterin. Sie hoffe, dass man dort eines Tages auch einen neuen Zugang ins Ruhrtal schaffen könne. Der Bahnübergang bei der Fried. Lohmann GmbH soll zum heutigen Fußgängertunnel verlegt werden und diesen ersetzen. Das ist aber noch Zukunftsmusik. Fördermittel sind dafür aktuell nicht in Sicht.

Investor und Bauträger ist die Immobiliengeselleschaft GMP aus Nordhorn. Sie steckt 7,5 Millionen Euro in das Vorhaben – 4,5 Millionen in das Pflegeheim und 3 Millionen in 25 altengerechte Eigentumswohnungen. Neun Wohnungen werden dem Heim als zusätzliches Stockwerk aufgesetzt – also als Penthouse-Seniorenwohnungen mit Blick ins Ruhrtal oder über Herbede. 16 weitere entstehen im kleineren Zweitgebäude, dem noch zwei Stockwerke fehlen. Die 25 Eigentumswohnungen für 110 000 bis 178 000 Euro sind bereits alle verkauft.

Alle Eigentumswohnungen sind verkauft

80 Prozent der Käufer stammen nach Angaben des Investors aus Herbede, Witten oder der näheren Umgebung. Zu diesen gehört auch Kriemhild Festag (75) aus Wetter-Wengern. Sie wohnt dort bisher „auf dem Berg“ und freute sich beim Richtfest auf ihr künftiges Zuhause: „Hier ist alles so schön flach, hier kann ich schön laufen. Und hier im Dorf habe ich es dann doch alles fußläufig – zu den Geschäften, zum Einkaufen und zur Apotheke.“

Die Freude ist gegenseitig, wurde beim Richtfest klar: Auch Herbede freut sich auf seine neuen Alten.

>> Jetzt zwei Anbieter in Herbede

Das neue Altenheim hinter dem Herbeder Rathaus ist der zweite Anbieter für Pflegeplätze in Herbede. Das St. Josefshaus (seit 1985) an der Voestenstraße bietet 80 vollstationäre Pflegeplätze, zehn Kurzzeitpflegeplätze und 47 altengerechte Wohnungen an.

Das Josefshaus will über geförderten Wohnungsbau ab Mai an der Stelle des Pfarrhauses von St. Peter und Paul ein Wohngruppenhaus für 24 Mieter bauen – betreutes Wohnen für demenziell Erkrankte. Das Pfarrhaus wird ab dem 20. März abgerissen.

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