Tierschutz

Wenig Futter: Im Tierheim bleiben die Fressnäpfe fast leer

Der Fressnapf ist leer: Auch der achtjährige Mischlingsrüde Sam, der schon länger im Tierheim an der Wetterstraße lebt, wird von den Mitarbeitern mit Futterspenden ernährt.

Der Fressnapf ist leer: Auch der achtjährige Mischlingsrüde Sam, der schon länger im Tierheim an der Wetterstraße lebt, wird von den Mitarbeitern mit Futterspenden ernährt.

Foto: Jürgen Theobald

Witten.   Erstmalig reicht die Menge der Futterspenden nicht aus, um die 50 Hunde und 25 Katzen zu ernähren. Denn die Zahl der aufgenommenen Tiere wächst.

Das Tierheim hat zurzeit Probleme, seine vierbeinigen Insassen zu versorgen. Darum bittet es um Futterspenden: „Wir brauchen dringend Hundetrocken- und Katzennassfutter“, sagt Mitarbeiter Jakob Böckler. Es ist das erste Mal, dass die Menge der Futterspenden nicht mehr für die Versorgung der Tiere ausreicht und die Mitarbeiter Fressen zukaufen müssen. Denn die Zahl der aufgenommenen Tiere wächst stetig an.

Ein privater Verein betreibt das Tierheim an der Wetterstraße, das sich auch um obdachlose Vierbeiner aus Wetter und Herdecke kümmert. Etwa 50 Hunde und 25 Katzen leben dort zurzeit. Sie werden mit Sachspenden ernährt. Die Zahl der Spenden ist dabei konstant, die der Tiere im Vergleich dazu aber gestiegen.

Tierheim-Hunde fressen 25 Kilo Trockenfutter am Tag

Vor allem ist die Zahl an Fundtieren und „Tieren aus Sicherstellungen“ gewachsen. Letztere werden nur zeitweise aufgenommen, wollen aber natürlich auch fressen – und das besonders viel: „Meist sind das Tiere aus schlechter Haltung, die erst einmal gepäppelt werden müssen“, sagt Tierpfleger Jakob Böckler. „Sicherstellungen“ sind Tiere, die Polizei, Feuerwehr, vor allem aber das Veterinäramt des EN-Kreises ihren Haltern wegnimmt – zum Beispiel weil der Besitzer in Haft muss.

Insgesamt bekommen die Tierheim-Hunde 20 bis 25 Kilo Trockenfutter am Tag – es sind viele große Rassen dabei. Die Katzen verputzen noch einmal fünf Kilo. Genügend Futter sei für Nager oder Vögel vorhanden. Viele Tierfreunde geben Zwei-Kilo-Beutel mit Trockenfutter direkt beim Tierheim ab. Manche werfen auch Dosen in die Spendenboxen, die in Märkten wie „Fressnapf“ oder „Futterhaus“ stehen. Vor allem sind es also viele Einzelspenden von Privatleuten, auf die der Tierheim-Verein setzt.

Arche Noah schreibt Firmen für Tiernahrung direkt an

Ein anderer Tierschutzverein aus Witten, die Arche Noah, verfolgt dagegen eine andere Taktik. Die Mitglieder wenden sich direkt an Fachgeschäfte und Hersteller von Tiernahrung. „Wir schreiben viele an“, sagt Vorsitzende Iris Drögehorn. „Das läuft, aber man muss sich halt darum bemühen.“

Die Rückmeldungen seien durchweg positiv – die Fundtiere könne man problemlos durchfüttern. „Letztens kam ein Lkw, der hat drei Paletten mit Futter bei uns abgeladen. Auch das war eine Spende.“ Manchem Tierheim-Bello würde da das Wasser im Munde zusammenlaufen . . .

>> Hier kann man Nass- und Trockenfutter abgeben

Seit Jahren berichten wir, dass das Tierheim aus allen Nähten platzt. „Es wird immer mehr, aber irgendwie kriegen wir das hin“, sagte Tierheimleiterin Kirsten Simon jüngst in einem Interview. Viele der kleineren Hunde müssen sich einen Käfig zu viert oder fünft teilen.

Die Futterspenden kann man direkt im Tierheim abgeben: Wetterstraße 77, geöffnet 14.30 bis 18 Uhr, samstags ab 10 Uhr.

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