Rathaus

WAZ-Ausgabe krönt den Wittener Rathausturm

In luftiger Höhe: Martina Kliner-Fruck, Leiterin des Wittener Stadtarchivs, und Udo Klapp, städtischer Bauleiter bei der Rathausturm-Sanierung, am Freitag (11.8.) an der Turmspitze. In der Dokumentrolle (re.) liegt die WAZ, links in der Frischhaltedose unter anderem das Grundgesetz und die Kreis- und Gemeindeordnung NRW. Beides steckt jetzt in der „Bekrönung“ der Turmspitze, die unser Foto zeigt.

Foto: Martin Steltenkamp

In luftiger Höhe: Martina Kliner-Fruck, Leiterin des Wittener Stadtarchivs, und Udo Klapp, städtischer Bauleiter bei der Rathausturm-Sanierung, am Freitag (11.8.) an der Turmspitze. In der Dokumentrolle (re.) liegt die WAZ, links in der Frischhaltedose unter anderem das Grundgesetz und die Kreis- und Gemeindeordnung NRW. Beides steckt jetzt in der „Bekrönung“ der Turmspitze, die unser Foto zeigt. Foto: Martin Steltenkamp

witten.   Eine WAZ-Ausgabe vom 11. August krönt die Spitze des Rathausturms. Die Zeitung wurde dort mit Münzen in einer „Zeitkapsel“ hinterlegt.

„Wenn spätere Generationen das öffnen sollten, werden sie sehen: Es gab noch gedruckte Zeitungen“, kommentiert Udo Klapp, städtischer Bauleiter bei der Rathausturm-Sanierung, augenzwinkernd die feierliche Handlung. In die Spitze des Rathausturms hat der Bauingenieur am Freitagmorgen (11.8.) zusammen mit der Leiterin des Stadtarchivs, Dr. Martina Kliner-Fruck, eine Dokumentenrolle aus Kupfer versenkt. In ihr steckt auch eine WAZ-Ausgabe vom 11. August.

Zusammen mit zwei Handwerkern standen die beiden in rund 53 Metern Höhe über dem Rathausplatz. Ein Außenaufzug hat sie zunächst bis zur Aussichtsplattform des Rathauses gebracht, von der aus geführte Besuchergruppen in 37 Metern Höhe einen einmaligen Blick auf Witten genießen können – wenn keine Bauarbeiten laufen. Über Leitern sind Klapp und Kliner-Fruck, schwindelfrei und mutig, dann bis ganz nach oben gestiegen. Über ihren Köpfen dunkle Wolken. Zum Glück regnete es (noch) nicht.

In der Frischhaltedose ruht das Grundgesetz

Die WAZ steckt jetzt zusammen mit acht Geldmünzen in einer sogenannten „Zeitkapsel“ aus Kupfer. Sollten sich spätere Generationen an die nächste Rathaus-Sanierung machen, werden sie in der 3,70 Meter hohen „Bekrönung“ der Rathausturmspitze darauf stoßen. Außerdem ruhen dort jetzt – luftdicht in einer Frischhaltedose verschlossen – die Kreis- und Gemeindeordnung NRW, die Verfassung des Landes sowie das Grundgesetz. Und auch ein Stück Kohle. Glückauf!

„Zeitkapseln“ kommen auch bei Grundsteinlegungen zum Einsatz, man findet sie in Kirchturmspitzen. Ihr Zweck: Sie sollen für die Nachwelt typische Dinge einer Zeit bewahren. Ein festlicher Akt.

„Von der Kuppel gab es keine Detail-Zeichnungen“

Im März, so erzählt Bauleiter Klapp, habe man mit der Sanierung des Rathausturms begonnen. Und machte dabei auch erstaunliche Entdeckungen. So war man davon ausgegangen, dass die Kupferbleche auf der Rathaus-Turmkuppel, die einen Durchmesser von 7,80 Meter hat, auf einer Holzunterkonstruktion liegen.

„Dem war nicht so. Von der Kuppel aus dem Jahr 1926 gab es keine Detail-Zeichnungen“, berichtet Udo Klapp, der über die Arbeiten ein handschriftliches Bau-Tagebuch führt. Die Kupferbleche lagen auf der Betonkuppel und waren dort mit Nägeln befestigt. „Abenteuerlich“, so der Ingenieur. Eine Holzunterkonstruktion musste angefertigt werden.

48 Ziffern der Turmuhr werden restauriert

Auch neue Kupferplatten. Diese lieferte und montierte die Firma Schabos aus Nordwalde (Kreis Steinfurt). Ein Familienunternehmen, das auch schon für Arbeiten auf Island gebucht wurde, sowie für Dach-Sanierungen am Münsteraner und Paderborner Dom.

Auch die Uhr des Wittener Rathausturms wird derzeit verschönert. „48 Ziffern werden von dem Familienbetrieb Korfhage aus Melle bei Osnabrück restauriert“, erzählt Bauleiter Klapp. Was ihn an dieser Zusammenarbeit besonders freut: Wittens Rathausuhr stammt von dieser Turmuhrenfabrik, die vor über 200 Jahren gegründet wurde.

Mit rund 450 000 Euro werden die Gesamtkosten für die Sanierung des Rathausturms veranschlagt. Ende September soll diese abgeschlossen. Dann gehen die Arbeiten am Rathaus-Südflügel weiter.

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