Warnstreik

Warnstreik legt Nahverkehr in Witten lahm

Busse und Bahnen in Witten standen am Dienstag, 20. Oktober, still. Auch Kitas und die Sparkasse wurden bestreikt.

Busse und Bahnen in Witten standen am Dienstag, 20. Oktober, still. Auch Kitas und die Sparkasse wurden bestreikt.

Foto: Christof Köpsel / FUNKE Foto Services

Witten.  Die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes im EN-Kreis haben am 20. Oktober die Arbeit niedergelegt. Das waren die Auswirkungen in Witten.

Im relativ kleinen Kreis haben die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes im Ennepe-Ruhr-Kreis und in ganz NRW am Dienstag, 20. Oktober, die Arbeit niedergelegt. In Witten wurden neben der Stadtverwaltung und den städtischen Kitas auch die Stadtwerke, die Bogestra sowie die Sparkasse ganztägig bestreikt.

Wegen der Corona-Pandemie hatte Verdi dazu aufgerufen, dass nur kleine Delegationen zu zentralen Kundgebungen in Essen, Köln und Dortmund fahren. „Der Großteil unserer Mitglieder wird diesmal digital teilnehmen“, so Bettina Schwerdt, stellvertretende Bezirksgeschäftsführerin bei Verdi in Hagen. Doch technische Schwierigkeiten verhinderten die Live-Übertragung des Protests in Dortmund, während in Essen rund 2000 Menschen mit Sicherheitsabstand „Heute ist kein Arbeitstag, heute ist Streiktag“ skandierten.

Notgruppen in drei Kitas in Witten

In Witten verursachte der Streik einige Einschränkungen. In den Kitas Bachschule, Helfkamp und Buchholz etwa gab es nur Notgruppen. Busse und Bahnen der Bogestra standen still. Und in der Innenstadt sowie in Bommern blieben am Dienstag die vollen Mülltonnen stehen. Rund 20 Mitarbeiter der Abteilung Reinigung und Entsorgung hatten ihre Arbeit niedergelegt. Die Stadt will versuchen, den Müll im Laufe der Woche nachträglich abzuholen, heißt es.

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Auf die Bürgerberatung hingegen hatte der Streik laut Stadt keine erkennbaren Auswirkungen. Gleiches gilt für das Grünflächenamt. Auch hier beteiligten sich etwa 20 Mitarbeiter an dem Streik. Die Sparkasse Witten öffnete sechs ihrer zehn Filialen im Stadtgebiet. Die Kunden hätten auf den Warnstreik und die damit einhergehenden Einschränkungen größtenteils verständnisvoll reagiert, so ein Sprecher der Sparkasse.

Verdi fordert 4,8 Prozent mehr Einkommen

Am 22. Oktober werden die Verhandlungen in der dritten und vorerst letzten Runde fortgesetzt. Verdi fordert für die rund 2,3 Millionen Beschäftigten des öffentlichen Dienstes von Bund und Kommunen unter anderem eine Anhebung der Einkommen um 4,8 Prozent bzw. einen Mindestbetrag von 150 Euro monatlich bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Die Ausbildungsvergütungen und Praktikantenentgelte sollen um 100 Euro monatlich angehoben werden.

Erwartet werde die Ost-West-Angleichung der Arbeitszeit, heißt es in einer Mitteilung der Gewerkschaft. Darüber hinaus soll die Entlastung der Beschäftigten in den Tarifverhandlungen thematisiert werden. Die besonderen Themen des Gesundheitswesens und der Pflege sollen an einem eigenen Verhandlungstisch eingebracht werden. Das Ergebnis soll später zeit- und inhaltsgleich auf Beamte übertragen werden.

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