Flüchtlingshaus

Waldorfinstitut Witten: Projekt an Finanzierung gescheitert

So sah es aus nach dem Brandanschlag auf eine Flüchtlingsbaracke am 25. Januar auf dem Annener Berg aus

So sah es aus nach dem Brandanschlag auf eine Flüchtlingsbaracke am 25. Januar auf dem Annener Berg aus

Foto: Thomas Nitsche, Archiv

Witten.   Das Waldorfinstitut lässt die Vorwürfe, nach dem Brand einer Flüchtlingsbaracke ein neues Wohnprojekt behindert zu haben, nicht auf sich sitzen.

Das Institut für Waldorfpädagogik lehnt jede Verantwortung fürs Scheitern eines integrativen Wohnprojekts oder einer Begegnungsstätte nach dem Brand einer Flüchtlingsbaracke am Annener Berg ab. Es habe an der Finanzierung gelegen.

Er verstehe zwar die Frustreaktion, „aber hier wird dem Falschen ans Schienbein gepinkelt“, sagt Gerhard Stocker (60), Vorstandsmitglied des Waldorf-Instituts, nach Bekanntwerden eines Briefes aus Reihen der Bauhütten-Initiative an Spender und Unterstützer. Darin war massive Kritik am Institut geäußert worden.

Der Abstimmungsprozess habe zu lange gedauert, schrieb Helmut Kunstmann, einer der Sprecher der Bauhütte und Mitglied des Help-Kiosks, so dass für eine Flüchtlingsunterkunft irgendwann kein Bedarf mehr gewesen sei. Die Idee, stattdessen ein „wegweisendes integratives Wohnprojekt“ zu realisieren, habe niemals die Akzeptanz des Instituts erhalten.

„Wir hatten in dem Prozess ein freies Mandat“

„Das ist schlicht und einfach falsch“, sagt Gerhard Stocker, der das Waldorf-Institut mit Stephan Nussbaum in dem Planungsprozess der Bauhütten-Initiative vertreten hatte. Er spricht von einem „offenen, interessanten“ Prozess, in dem er und Nussbaum ein freies Mandat gehabt hätten. Insofern müsse das Institut völlig rausgenommen werden.

Damit tritt er allen Behauptungen entgegen, es habe wie eine „graue Eminenz“ im Hintergrund gewirkt. Es sei im Kern auch falsch, dass das Institut irgendetwas verzögert habe.

Mahnmal soll an Brandanschlag erinnern

„Ob Wohnprojekt/Hotel für Studenten und Flüchtlinge in der ersten Planungsphase oder „Denkraum“ in der zweiten Phase, es war null Finanzierung am Horizont in Sicht“, sagt Stocker. Bis heute habe man keinen konkreten Mäzen oder eine Stiftung gefunden, „die die Ideen toll fanden“.

Um die Erinnerung an den Brandanschlag vor zwei Jahren trotzdem aufrechtzuerhalten, sollen Institutskünstler eine kleine Installation als Mahnmal erschaffen.

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