Straßenkultur

Vor der Bude wird der Bürgersteig zur Bühne

Diese „Eight sweet girls“ (übersetzt: acht süßen Mädchen) tanzten auf der Annenstraße. „Zusammenkommen“ nennt sich das Fest am Kiosk Maltepe.Foto:Zabka

Diese „Eight sweet girls“ (übersetzt: acht süßen Mädchen) tanzten auf der Annenstraße. „Zusammenkommen“ nennt sich das Fest am Kiosk Maltepe.Foto:Zabka

  Ein mittlerweile kultiges Event an der Annenstraße: Vor der Trinkhalle Maltepe in Witten geben Bürger Kostproben ihres Könnens.

„Wir rocken das hier, trotz des Regens!“ Mit diesem Spruch forderte Moderatorin Beate Albrecht von der Gruppe Theaterspiel die Besucher immer wieder zum Mitmachen auf. Dem bunten Zusammenkommen vor der Trinkhalle Maltepe stand auch das Wetter nicht im Wege. So fanden 150 Menschen im Laufe des Freitagabends den Weg zur Annenstraße.

Selbstverständlich gehörte auch Monika Babinsky, Vorbesitzerin des Kiosks, zu den Gästen. „Das Wetter kann man sich nicht aussuchen. Man muss es nehmen wie es ist“, bedauerte sie. „Aber der Einsatz für Kultur lohnt sich immer.“

Bereits zum fünften Mal wurde der Bürgersteig zur Kleinkunst-Bühne. Und die Zuschauer machten sich auf der Straße breit. Die Rechtsabbieger-Spur war extra für dieses Event gesperrt worden. Mancher Autofahrer fuhr hupend und winkend an den fünf rotweißen Pavillons vorbei.

„Opener“ war Sänger Micha mit seiner Gitarre. Gefolgt von der lebendigen, spontanen Tanzdarbietung von „Eight sweet girls“. Nach dem ersten Lampenfieber waren die acht süßen Mädels in ihrem Temperament kaum zu bremsen. Youssef aus Syrien servierte dazu süßen, türkischen Kaffee mit einer Prise Kardamom. Julian, der Kameramann, filmte das bunte Geschehen.

Der Abend gehörte den Künstlern. Besonders willkommen waren die „Spontan-Artisten“, die den Gästen einfach eine Kostprobe ihres Könnens präsentieren wollten. „Das ist ein Zusammenkommen voller Überraschungen“, freute sich Beate Albrecht. „Was vor fünf Jahren klein angefangen hat, wird immer größer.“

So trafen sich nicht nur Anwohner zur „Straßenkultur“. Gisela (69) fand aus der Innenstadt den Weg zur Annenstraße. „Wer sagt es denn, Witten lebt doch“, kommentierte sie. Klaus (53) und Sabine (49) waren schon im Vorjahr da. „Wir sind gespannt, was uns heute erwartet.“

Und da wurden sie nicht enttäuscht. Nachbarin Heidi Rother war ganz aufgeregt. Sie kam mit Spazierstock und Rucksack und einem selbstgereimten Gedicht zur Bude. Friederike Hapel entführte mit einer Ballade in die Welt von Tausendundeiner Nacht. Da war es beinahe mucksmäuschenstill.

Nach dem Auftritt der „Orientalischen Tasten“ um Mohamad Khaled wurde unermüdlich getanzt und gesungen. Der Abend verging wie im Fluge. Selbst Petrus hatte ein Einsehen und stellte den Regen ein.

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