Lebensweg

Vom Nachtportier zum eigenen Laden

Sorgt für frische Küche: Erhan Aksu serviert den Kunden in seinem Imbiss an der unteren Bahnhofstraße vegetarische Köstlichkeiten.

Foto: Thomas Nitsche

Sorgt für frische Küche: Erhan Aksu serviert den Kunden in seinem Imbiss an der unteren Bahnhofstraße vegetarische Köstlichkeiten. Foto: Thomas Nitsche

witten.   Erhan Aksu sorgte im Hotel Bachmair dafür, dass Promis wie Hoeneß oder Tina Turner sich wohlfühlen. Nun hat er einen Vegetarier-Imbiss in Witten.

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Flink knetet Erhan Aksu vegetarische Frikadellen in seinem kleinen Laden „King of Cig Köfte“ an der unteren Bahnhofstraße. Ebenso gewandt hat sich der 41-Jährige als Nachtmanager um Prominente im berühmten Hotel Bachmair am Tegernsee gekümmert. Bayern-Boss Uli Hoeneß, Tina Turner, der König des Jemen oder Michael Jackson gehörten zu den Gästen des Edelschuppens im bayerischen Rottach-Egern.

„Hoeneß wohnt ja sozusagen um die Ecke und hat hier immer seinen Geburtstag gefeiert“, erzählt der Wittener mit türkischen Wurzeln. Der Bayern-Boss sei „ein Partytyp, der es zünftig mag“. Eingebildet sei er ganz und gar nicht. „Überhaupt kann ich mich nicht an arrogante Gäste erinnern. Die fühlen sich im Bachmair wie eine große Familie“, meint der gebürtige Rosenheimer, der von 1997 bis 2001 in dem Luxushotel beschäftigt war.

Der Chef fuhr mit dem Fahrrad durchs Luxushotel

„Ich habe damals in einer bayerischen Zeitungsanszeige gelesen, dass das Hotel einen Nachtportier sucht. Und mit der Bewerbung hat’s gleich geklappt“, erinnert er sich. Nach der Scheidung seiner Eltern lebte Erhan Aksu damals bei seiner Mutter in Bad Tölz. Nach Witten ist er jetzt vor allem aus familiären Gründen zurückgekehrt. Sein Vater und sein Bruder lebten bereits in der Ruhrstadt, er selbst ist mit seiner Ehefrau und den drei Söhnen hierher gezogen. Den vegetarischen Imbiss „King of Cig Köfte“ hat Erhan Aksu am 10. Juli eröffnet. „Bis Ende des Jahres möchte ich fünf weitere Filialen im Umkreis aufmachen“, sagt der ehrgeizige Geschäftsmann.

An die Zeit am Tegernsee erinnert er sich gern zurück. „Hotelier Karl Rauh, der vor zwei Jahren gestorben ist, war schon ein eigenwilliger Typ, Er ist gern mit dem Fahrrad durch sein Hotel gefahren, hat viel gearbeitet und gefeiert und wahrlich nicht ins Glas gespuckt“, erinnert sich der Wittener. Er habe Rauh erst nach einem halben Jahr erstmals persönlich kennengelernt. „An unserem Nachtclub musste ich Eintritt kassieren. Da wollte ein Mann rein, ohne zu zahlen. Ich habe ihn dann gestoppt und gefragt: ,Wer sind Sie denn?’ Da hat er lachend geantwortet: ,Ich bin Ihr Chef’.“

Die Mannschaft von Bayern München gehörte ebenso zu den Gästen des Luxushotels wie das Team von Arsenal London. „Da haben wir natürlich immer versucht, Autogramme oder andere Souvenirs zu bekommen“, erzählt der begeisterte Fußballfan. Auch der damals teuerste Mittelfeldspieler Dennis Bergkamp gastierte mit Arsenal dort. Die Stars des runden Leders verteilten dann auch ihr Werbematerial. Aber Erhan Aksun bekam nichts ab, weil seine Kollegen schneller waren. „Als Bergkamp dann bei mir seinen Zimmerschlüssel holen wollte, bat ich ihn um eine Autogrammkarte. Als er daraufhin antwortete, er habe keine mehr, meinte ich scherzhaft: ,Dann nehme ich Ihr Trikot mit’“. Er habe amüsiert geantwortet: „Okay, wenn Sie’s finden.“

„Ich hab es dann tatsächlich in unserer Wäscherei aufgespürt und durfte es behalten“, freut sich der Fußballfan bis heute.

Auch der damalige türkische Fußballstar Tanju Colak habe mehrmals bei Bachmair logiert. Er habe sich dort mit der prominenten Sängerin Hülya Avsar getroffen. Was die türkischen Medien nicht wissen sollten. Denn beide waren damals mit anderen Partnern verheiratet.

Und was haben Colak und Avsar im Hotel so gemacht? „Was glauben Sie wohl?“, meint Erhan Aksu grinsend. „Liebe natürlich.“

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