Vernissage

Vier Künstlerinnen stellen gemeinsam in Witten aus

Alles so schön bunt: Birgit Wewers (li.), der das Atelier „eigenartich“ gehört, und Corinna Düppengießer, die dort  einen Kurs besuchte, malen am liebsten abstrakt.

Alles so schön bunt: Birgit Wewers (li.), der das Atelier „eigenartich“ gehört, und Corinna Düppengießer, die dort einen Kurs besuchte, malen am liebsten abstrakt.

Foto: Barbara Zabka / FUNKE Foto Services

Witten.  Vier Frauen stellen in Annener Atelier an der Bebelstraße aus. Da gibt es Farbenfrohes und Dreidimensionales, Hühner und Böcke zu sehen.

Sie malen zusammen in einem Annener Atelier. Da ist es nur logisch, dass sie ihre Arbeiten dort auch gemeinsam ausstellen. Unter dem Titel „Vier“ zeigen Gaby Tara, Vivien Knoth, Corinna Düppengießer und Birgit Wewers nun ihre Bilder. Herausgekommen ist eine Schau mit Werken, wie sie unterschiedlicher kaum sein können.

Birgit Wewers (52), in deren Atelier „eigenartich“ die Frauen regelmäßig kreativ sind, hat sich für die abstrakte Malerei entschieden. Knalliges Gelb, Pink oder Orange: Mit ihren überwiegend farbenfrohen Bildern in Mischtechnik auf Leinwand möchte die Lüpertz-Meisterschülerin den Menschen zeigen, „wie schön das Leben ist“. Außerdem habe sie als Maschinenbauingenieurin immer etwas gesucht, bei dem sie abschalten, sich freier fühlen könne. Das gelinge beim Abstrakten besser. Aber, verrät sie, „ich kann auch realistisch“. So wie Gaby Tara.

Kunstlehrerin am Albert-Martmöller-Gymnasium

Die Wittenerin (58) ist nicht nur Kunstlehrerin am Albert-Martmöller-Gymnasium, sondern auch in ihrer Freizeit kreativ. Seit Sommer 2018 haben es ihr vor allem Vögel angetan. Erst hat sie Elstern und Kraniche auf die Leinwand gebannt, jetzt sind es Hühner. „Ich mag deren Volumen und Bewegung“, sagt sie. Und das Auflösen ihrer Form in fedrige Strukturen. Positiv sei die Resonanz der Betrachter gewesen. „Menschen fangen an, Geschichten zu erzählen.“ Nicht zuletzt bedienen die Motive eine Sehnsucht nach Idylle. Ihre „freilaufenden Hühner“ zeigt Tara deshalb gern als Individuen.

Tiere malt auch Vivien Knoth (48). Schon immer, sagt sie und weiß gar nicht so genau, warum. Warum sie allerdings pigmentierten Lehm verwendet, kann die Wittenerin erklären: „Ich habe immer nach alternativen, umweltfreundlicheren Farben gesucht – und mich in Lehm verliebt.“ Was auch mit ihrer Arbeit als Wandgestalterin zu tun hat. Das staubige Material bedeute eine Herausforderung: „Da muss man das Leuchten herauskitzeln.“ Außerdem wirke es nass anders als trocken. Mit Hilfe dieses Materials widmet sie sich seit einiger Zeit dem Thema Freiheit.

Corinna Düppengießer (51) war Bildhauerin, bis sie in einem Schnupperkurs bei Birgit Wewers die Malerei für sich entdeckte. Ihrem Werk „Universum“, das sie für einen schwerkranken Freund schuf, merkt man das noch ein wenig an: Der aufgesprühte und mit Farbschichten überzogene Bauschaum wirkt sehr dreidimensional und je nach Lichteinfall immer anders. „Die Malerei hilft mir, zur inneren Ruhe zu finden“, sagt die Dortmunderin. Denn darin verarbeitet sie nur Themen, die sie unmittelbar bewegen. Was das Material angeht, ist sie experimentierfreudig. Da verwendet sie auch mal Harz und Fossilien.

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