Vetter aus Dingsda erobert Saalbau-Publikum

Die Volksbühne konnte sich freuen. Sie hatte mit der Einladung der Kammeroper Köln zur Theateraufführung im Wittener Saalbau einen guten Griff getan. Man mag es kaum glauben, aber in Zeiten zurückgehender Zuschauerzahlen bei klassisch geprägten Theaterstücken war der Saal am Samstagnachmittag komplett ausverkauft.

Die Volksbühne konnte sich freuen. Sie hatte mit der Einladung der Kammeroper Köln zur Theateraufführung im Wittener Saalbau einen guten Griff getan. Man mag es kaum glauben, aber in Zeiten zurückgehender Zuschauerzahlen bei klassisch geprägten Theaterstücken war der Saal am Samstagnachmittag komplett ausverkauft.

Belohnt wurden die Zuhörer mit einer überaus lebendigen und mitreißenden Wiedergabe der Operette „Der Vetter aus Dingsda“von Eduard Künneke, bei der fast alles stimmte. Die Einschränkung „fast“ steht für einige Einfälle der Regie (Wolfgang Lachnitt) welche die Grenze der Albernheit erreichte. So wirkte der Auftritt von Josef Kuhbrot (Markus Lürick) mit einer Badeente doch reichlich lächerlich. Ansonsten aber glänzte die Regie mit großem Einfallsreichtum und hielt alle Darsteller ständig in Bewegung.

Ob das Singen, Tanzen oder Schauspielen, die Sänger beherrschten alle Sparten gleichermaßen. Darüber hinaus brachte das Hannchen (Alishia Funken) als freche und vorlaute Göre neben ihrer glockenhellen Sopranstimme auch noch kleine akrobatische Kunststücke zur Freude des Publikums auf die Bühne. Julia (Esther Hilsberg) weckte mit ihrer bekannten Arie „Strahlender Mond“ sehnsuchtsvolle Gefühle und Joan Ribalta antwortete – vorgetragen mit seinem lyrischen Tenor – mit dem Evergreen „Ich bin nur ein armer Wandergesell“.

Im Kontrast dazu stand der abgewiesene Liebhaber Egon von Wildenhagen (Alexander Mildner), der mit seinem clownhaften und skurrilen Verhalten immer wieder die Lacher auf seiner Seite hatte.

Zum Gelingen des Theaterabends trugen auch ganz besonders die Orchestermitglieder der Kölner Symphoniker bei. Die Dirigentin Inga Hilsberg wirkte am Pult nicht nur musikalisch überzeugend, sondern hatte Sänger und Musiker auch jederzeit voll im Griff. Durch ihre Ausstrahlung gelangte das Orchester zur echten Spielfreude, welches der gesamten Aufführung den letzten Glanz verlieh.

Für die Zuhörer vergingen die zweieihalb Stunden Spielzeit wie im Fluge. Der Beifall fiel reichlich aus.

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