Gericht

Vergewaltigung in Witten: Drei Jahre für Musicaldarsteller

Bei einem Geständnis wäre der Musicaldarsteller womöglich mit einer Bewährungsstrafe davongekommen. Das Landgericht Bochum sprach von einer Vergewaltigung in einem minderschweren Fall. Opfer war seine damalige Lebensgefährtin aus Witten.

Bei einem Geständnis wäre der Musicaldarsteller womöglich mit einer Bewährungsstrafe davongekommen. Das Landgericht Bochum sprach von einer Vergewaltigung in einem minderschweren Fall. Opfer war seine damalige Lebensgefährtin aus Witten.

Foto: Ingo Otto / FUNKE Foto Services

Witten.  Zu drei Jahren Haft wegen Vergewaltigung einer Frau aus Witten ist ein Musicaldarsteller verurteilt worden. Die Anklage hatte mehr gewollt.

Das Landgericht hat einen 62-jährigen Musicaldarsteller schuldig gesprochen, seine Lebensgefährtin vergewaltigt zu haben. Er wurde zu drei Jahren Haft verurteilt.

Frau aus Witten mit Schlaftabletten betäubt

Er habe die damals 45 Jahre alte Frau am 22. Mai 2019 mit Schlaftabletten betäubt und missbraucht, ist sich das Gericht sicher. Wegen drohender Fluchtgefahr setzte es einen Haftbefehl wieder in Kraft und der Angeklagte wurde noch im Verhandlungssaal festgenommen.

Die Verteidiger hatten Freispruch beantragt, der Staatsanwalt sechs Jahre Haft wegen Vergewaltigung und Besitz von Kinderpornos. Die Frau ist immer noch krankgeschrieben und in psychiatrischer Behandlung. Die Behauptung des Angeklagten, seine frühere Lebensgefährtin habe die Tat inszeniert und sie leide unter einem Wahn, nannte die Vorsitzende Richterin „frech“. Ein Geständnis hätte das Gericht honoriert, betonte sie. So wäre durchaus eine Bewährungsstrafe möglich gewesen. Doch der Angeklagte leugnete von Anfang an alle Vorwürfe.

Täter und Opfer waren zwölf Jahre ein Paar

Die Richter gingen von einer Vergewaltigung in einem minderschweren Fall aus. Der Mann sei nicht vorbestraft und es handele sich um eine Beziehungstat. Opfer und Täter waren zwölf Jahre zusammen. . Zuletzt aber fühlte sich die Frau eingeengt und überwacht. Der eifersüchtige Mann soll ihre E-Mails und ihr Handy kontrolliert haben. Die Vergewaltigung wurde seinerzeit mit einem I-Pod aufgezeichnet. Als Beweismittel gab es auch noch DNA-Spuren des Angeklagten sowie Reste aufgelöster Schlaftabletten in einem Weinglas, aus dem die Frau getrunken hatte.

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