Volkstrauertag

Vereine planen Trauerfeiern selbst

Volkstrauertag am Ehrenmal in Bommerholz. Teilnehmer sind hier der Heimat- und Geschichtsverein Bommern und die Freiwillige Feuerwehr Bommerholz. Foto:HGV

Volkstrauertag am Ehrenmal in Bommerholz. Teilnehmer sind hier der Heimat- und Geschichtsverein Bommern und die Freiwillige Feuerwehr Bommerholz. Foto:HGV

Witten.   Kränze sollen nicht nur im Lutherpark, sondern auch an Ehrenmalen in den Stadtteilen niedergelegt werden. 2016 fielen Gedenken aus.

Wie kann man den Volkstrauertag gebührend begehen? Im letzten November gab es allerhand Unstimmigkeiten: Nachdem Heinz-Josef Göbeler vom Sozialamt 2015 in den Ruhestand gegangen war, wurde die Organisation der Gedenkveranstaltungen in den Stadtteilen eingestellt – informiert wurden viele Ehrenamtliche darüber allerdings nicht. Diesmal findet die Gedenkfeiern am 19. November statt, vorbereitet von den Ehrenamtlichen.

Nachdem insbesondere Simon Nowack von der CDU und die SPD sich im Februar 2017 für die Feierstunden eingesetzt und einen Antrag im Rat gestellt hatten, ist ein Kompromiss gefunden worden: Das Sozialamt der Stadt organisiert eine zentrale Gedenkveranstaltung im Rathaus und im Lutherpark, zu der alle Trauernden herzlich eingeladen sind. Die Verwaltung organisiert und bezahlt aber auch Kränze für Veranstaltungen an Soldatenfriedhöfen und Denkmälern außerhalb der Innenstadt. Sie gibt ein Handgeld – etwa für Posaunenchöre – und druckt und verschickt ein Programm. Organisieren müssen Ehrenamtliche eine Kranzniederlegung selbst.

Angehörige gedenken den im Krieg Gefallenen

„Natürlich hat ein Heinz Göbeler den Ehrenamtlichen mehr unter die Arme gegriffen“, sagt Stadtsprecher Helmut Sonder. Aber Göbeler habe sich auch privat für die Sache engagiert – als Geschäftsführer für den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge.

Am Volkstrauertag gedenken traditionell die Angehörigen den im Krieg Gefallenen. Die Zahl der Teilnehmer schwindet zusehends. Zudem muss die Stadt sparen, kürzt Stellen. Auch darum beschränkt sie sich auf nur noch eine zentrale Veranstaltung. „Dass man öffentlich den Kriegstoten und Opfern gedenken muss, daran haben wir ja keinen Zweifel“, sagt Sonder.

Enttäuschung in Buchholz

Erich Wiggers, einer der Organisatoren der Buchholzer Gedenkveranstaltung, kann sich noch gut an die Enttäuschung im letzten Jahr erinnern. „Bis Anfang November hatten wir nichts von der Stadt gehört. Dann habe ich mal angerufen und nach Unterlagen gefragt. Und so erst erfahren, dass sich niemand mehr zuständig fühlt.“ Erstmals in all den Jahren fiel die Gedenkveranstaltung am Ehrenmal auf dem Buchholzer Friedhof aus.

„Damit wollten sich die Buchholzer aber nicht abfinden“, meint der engagierte Erich Wiggers. Der MGV Deutsche Eiche, der Knappenverein Hammerthal, der Buchholzer Heimatverein, das Bündnis für Buchholz und der Löschzug Buchholz der Freiwilligen Feuerwehr führen die Feier nun in eigener Regie durch: am Sonntag, 19. November, um 11.30 Uhr am Ehrenmal.

Auch in Bommerholz setzen die Männer und Frauen der Freiwilligen Feuerwehr die viele Jahrzehnte andauernde Tradition fort. Sie wollen am Bommerholzer Ehrenmal aufmarschieren, um einen Kranz zu Ehren der Kriegstoten niederzulegen. Interessierte Bürger können an der Zeremonie teilnehmen. Die Feuerwehrleute treffen sich mit Fackeln und in Uniform am Sonntag, 19. November, um 15 Uhr am Bommerholzer Ehrenmal, direkt gegenüber der Reitstallungen „Falkenhof“ an der Bommerholzer Straße.

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