Bildung

Verein will benachteiligte Kinder in Witten unterstützen

Der Verein „Tausche Bildung für Wohnen“ möchte auch in Witten bald Lernförderung für benachteiligte Kinder und kostenlosen Wohnraum für deren Bildungspaten anbieten.

Der Verein „Tausche Bildung für Wohnen“ möchte auch in Witten bald Lernförderung für benachteiligte Kinder und kostenlosen Wohnraum für deren Bildungspaten anbieten.

Foto: Sabine Engels / Tausche Bildung für Wohnen

Witten.  Verein will Lernförderung und Ausflüge für benachteiligte Kinder in Witten anbieten. Projekt läuft bereits erfolgreich in zwei anderen Städten.

„Wir wollen sehr, sehr gerne nach Witten kommen“, sagt René Krüger, Sprecher von „Tausche Bildung für Wohnen“. Der Verein bietet Lernförderung und Freizeitaktivitäten für benachteiligte Kinder der ersten bis sechsten Klasse an. Betreut werden sie von Bildungspaten, die für ihr Engagement kostenlosen Wohnraum erhalten. Bildung für Wohnen eben.

Im Revier ist der Verein bereits zweimal vertreten: in Duisburg-Marxloh und in Gelsenkirchen-Ückendorf. Und er hat dort schon erste Erfolge verzeichnet. Die letzte Generation Paten sei etwa im Stadtteil Ückendorf geblieben und wohne immer noch dort, berichtet Krüger. Warum das etwas Besonderes ist? Die jungen Menschen kämen häufig „mit einem Rucksack an Vorurteilen“ gegenüber dem Stadtteil zu dem Projekt. „Viele sind erst skeptisch, werden dann aber zu Botschaftern des Stadtteils“, sagt René Krüger.

Zusammenarbeit mit Uni Witten/Herdecke angestrebt

Mit seiner Arbeit möchte der Verein gesellschaftlichen Herausforderungen wie etwa der Ghettoisierung entgegenwirken. Gleichzeitig sollen Bildungs- und Chancengerechtigkeit für Kinder aus armen und migrantischen Verhältnissen geschaffen werden.

Finanziert wird der Verein durch Stiftungsgelder sowie aus Mitteln aus dem Bildungs- und Teilhabepaket des Bundes. Darüber hinaus kooperiert „Tausche Bildung für Wohnen“ auch mit Unternehmen vor Ort. Einige Schulen in Witten hätten bereits Interesse an einer Zusammenarbeit signalisiert, sagt Krüger. Auch mit der Uni Witten/Herdecke, an der auch Christine Bleks, die Gründerin des Bildungsprojekts, studiert hat, möchte der Verein kooperieren, um etwa Bildungspaten zu gewinnen.

Betreuung in Corona-Zeiten auch virtuell möglich

Bei der Lernförderung kümmert sich je ein Bildungspate um vier Kinder. Auszubildende oder Studierende können sich in Teilzeit (8 Stunden pro Woche) bei dem Projekt einbringen. Für ihr Engagement erhalten sie mietfreien Wohnraum. Bildungspaten im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes arbeiten hingegen in Vollzeit und bekommen zusätzlich noch ein gesetzlich festgesetztes Taschengeld. Auch eine ehrenamtliche Tätigkeit ist möglich.

Neben Lernförderung bietet der Verein am Wochenende und in den Schulferien auch Freizeitaktivitäten wie Ausflüge an. Für den Fall, dass die Corona-Pandemie Treffen vor Ort nicht zulässt, verlagert der Verein die Betreuung ins Netz – in die virtuelle „Tauschbar“, den Ort für Lernförderung, Miteinander und Freizeitaktionen.

Räumlichkeiten für die Tauschbar und für Wohnungen in Witten gesucht

Der Vereinssprecher hofft auf Unterstützung von Wohnungsgesellschaften und Privatpersonen mit Immobilien in Witten. Für den neuen Standort sucht der Verein noch Räumlichkeiten in Wittens Zentrum für die „Tauschbar“. Auch Wohnungen für die Bildungspaten werden gebraucht.

Aktuell befindet sich das „Headquarter“ des Vereins, wie Krüger es nennt, in der Projektfabrik an der Bahnhofstraße in Witten. Einige Leerstände, nicht zuletzt seit Freitag, 16. Oktober, auch der Kaufhof, prägen die Einkaufszone, die der Verein wieder mit Leben füllen möchte.

Wer das Bildungsprojekt unterstützen möchte, kann sich bei Lisa Peters melden: 0176 31690261 oder . Mehr Infos auf tauschebildung.org.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben