Streik

Update: So läuft der Warnstreik im Nahverkehr in Witten

So verwaist wie am Zentralen Omnibusbahnhof sehen die meisten Haltestellen am Dienstag in Witten aus. Die Busse und Bahnen bleiben aufgrund des Warnstreiks in den Depots.

So verwaist wie am Zentralen Omnibusbahnhof sehen die meisten Haltestellen am Dienstag in Witten aus. Die Busse und Bahnen bleiben aufgrund des Warnstreiks in den Depots.

Foto: Jürgen Theobald / FUNKE Foto Services

Witten.  Busse und Bahnen stehen heute still. Nur vereinzelt sind Fahrzeuge im Einsatz. Wir informieren über die laufenden Entwicklungen in Witten.

Etliche Pendler und Schüler mussten am Dienstagmorgen sehen, wie sie zur Arbeit und zur Schule kamen. Aufgrund des Verdi-Streiks standen beziehungsweise stehen die Busse und Bahnen den ganzen Tag in Witten still. Die meisten wussten zwar Bescheid, hier und da sah man aber doch ein paar Leute an den Haltestellen.

Update: Witten kommt gut durch den Streiktag

Das ganz große Verkehrschaos durch den Streik im öffentlichen Personennahverkehr blieb in Witten aus. Zwar standen die Autos am Morgen zum Beispiel bis zur Hans-Böckler-Straße auf der Herbeder Straße in die Stadt hinein – ein richtiges Nadelöhr hat sich in der Stadt am ganzen Tag aber nicht entwickelt. Natürlich wurde es zu den Stoßzeiten auch vor den Schulen etwas voller, grundsätzlich ist aber kein Chaos ausgebrochen.

Zwar gab es im Feierabendverkehr bis zu sechs Kilometer Stau auf der A43 zwischen Sprockhövel und Witten-Herbede. Auch die Anschlussstelle Kreuz Dortmund/Witten von der A45 auf die A44 machte am Morgen Probleme. Das lag aber auch daran, dass es auf der A44 dort bis Donnerstag zwischen dem Autobahnkreuz Dortmund/Witten und Witten-Annen nur einspurig vorangeht. Etwas voller wurde es im Berufsverkehr auch an der Baustelle vor der Auffahrt Witten/Zentrum auf die A44.

Auch wenn die Wittener insgesamt gut durch den Streiktag gekommen sind, werden alle Pendler und Schüler froh sein, wenn es morgen wieder problemlos mit Bus und Bahn durch die Stadt geht.

VER wird auch noch am Mittwoch bestreikt – keine großen Auswirkungen für Witten

Schlechte Nachricht für alle Pendler und Fahrgäste. Die Verkehrsgesellschaft Ennepe-Ruhr (VER) wird auch noch am gesamten Mittwoch bestreikt. Für die Wittener sollte es dadurch aber nicht zu großen Einschränkungen im öffentlichen Personennahverkehr kommen. Die Linien 371 und 373 fahren nach regulärem Fahrplan, lediglich beim SB 38 muss weiter mit Einschränkungen gerechnet werden.

Da der Großteil der Fahrzeuge in Witten aber von der Bogestra sind, ist davon auszugehen, dass am Mittwoch wieder alle Linien regulär nach Fahrplan fahren. „Es wird sicher nicht so sein, dass hunderte am ZOB stehen und nicht von der Stelle kommen“, sagt Bogestra-Sprecherin Sandra Bruns.

Laut Bogestra vereinzelt Leute an den Haltestellen

Zwar wurde seit Freitag in den Medien und auf Facebook auf den Streik hingewiesen – dennoch gibt es im Bogestra-Gebiet vereinzelt immer noch Leute, die nichts vom Streik mitbekommen haben. Auch in Witten standen heute Morgen Fahrgäste vereinzelt an den Haltestellen und warteten vergeblich auf den Bus.

Laut Bogestra-Sprecherin Sabine Bruns rufen auch zumeist die Leute bei der Bogestra-Servicenummer an, die nichts vom Streik mitbekommen haben. Insgesamt sei es aber relativ ruhig. „Natürlich gibt es vereinzelte Anrufe, das hält sich aber im Rahmen. Die Leute, die anrufen, wollen dann zumeist wissen, wann der Streik wieder beendet ist und ob es am Mittwoch wieder normal läuft“, so Bruns.

Stressiger Tag für Taxiunternehmen

Die Taxiunternehmen in Witten werden heute Abend wohl mit viel Freude den Kassensturz machen. Viele Pendler sind aufgrund des Streiks auf Taxis umgestiegen. „Wir hatten den ganzen Vormittag über viel mehr zu tun als sonst“, sagt der Wittener Taxiunternehmer Marijan Djordic. Dabei habe es auch einige Leute gegeben, die gar nichts vom Streik wussten. „Dann wurden wir zur Haltestelle gerufen und von da aus ging die Fahrt los“, sagt Djordic.

Auch einige Schüler haben wohl die Alternative auf vier Rädern gewählt – zumindest muste Djordic auch Fahrten zu Schulen machen. Überall kann er aber nicht sein. „Wir versuchen, so viel wie möglich zu schaffen. Allerdings können wir nicht jede Fahrt machen.“ Durch den Streik ist ihm eine Sache klar geworden. „Man sieht, dass wir es nicht ohne die Nahverkehrsunternehmen schaffen und die nicht ohne uns.“ Wenn die Busse und Bahnen am Mittwoch wieder rollen, wird es für ihn und seine Kollegen auch wieder ruhiger.

Chaos an den Schulen in Witten blieb aus

Die Wittener haben sich wohl gut auf den Warnstreik vorbereitet. Das merkt man auch an den Schulen, wo das Chaos größtenteils ausblieb. Von langen Blechlawinen vor den Schulgebäuden war keine Spur am frühen Morgen. Am Albert-Martmöller-Gymnasium (AMG) hat Sekretärin Sandra Siegert „kein Chaos“ wahrgenommen. Lediglich eine Mutter habe ihre Tochter abgemeldet, weil sie keine Chance sah, ihr Kind ohne die öffentlichen Verkehrsmittel in die Schule zu bringen.

Auch Dirk Gellesch, Schulleiter am Ruhr-Gymnasium, kann die Beobachtungen des AMGs bestätigen. „Es hat die ein oder andere Verspätung gegeben, insgesamt war das aber alles im Rahmen“, sagt Gellesch. Auch einige Lehrkräfte seien aufgrund des höheren Verkehrsaufkommens etwas verspätet in der Schule erschienen. „Es war aber allen vorher klar, dass es zu leichtern Verzögerungen kommen kann. Jeder hat sich aber gut drauf vorbereitet“, so Gellesch.

SB 38 von Hattingen über Witten nach Ennepetal fährt nur unregelmäßig

Einige Busse der Verkehrsgesellschaft Ennepe-Ruhr (VER) sind im Einsatz. Der Grund: Diese Fahrten werden von Fremdunternehmen durchgeführt. Für Witten bedeutet das, dass die Linien 371 vom Hauptbahnhof Richtung Uni Witten/Dortmund-Oespel und die 373 von der Holzkamp-Gesamtschule bis zum Stockumer Bruch wie gewohnt fahren. Zudem rollen hier auch Einsatzwagen. Auch der SB 38 ist unterwegs, wenngleich mit eingeschränktem Fahrplan. Er pendelt zwischen Hattingen und Ennepetal und stoppt in Witten.

Auf den SB 38 haben einige Fahrgäste heute Morgen aber schon vergeblich gewartet. Verlassen sollte man sich darauf besser auch nicht. VER-Sprecherin Sandra Bruns: „Der Schnellbus fährt nach einem unregelmäßigen Fahrplan. Es ist aber schwierig zu sagen, was das genau bedeutet.“ Auf der einen Seite könne es zu zeitlichen Verzögerungen kommen. Es bestehe aber auch die Möglichkeit, dass der Bus nur eine Teilstrecke fährt und die Fahrt ab einer bestimmten Haltestelle abbricht, so Bruns.

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