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Uni erhielt für Forschung nur 2,5 Millionen Euro von der EU

Ein Blick von oben auf die Universität Witten/Herdecke. Derzeit studieren hier 2400 junge Leute. Tendenz: weiter steigend.

Foto: Hans Blossey

Ein Blick von oben auf die Universität Witten/Herdecke. Derzeit studieren hier 2400 junge Leute. Tendenz: weiter steigend. Foto: Hans Blossey

Witten.   Wittens Uni hat von der EU nicht über 60 Millionen Euro für Forschungen erhalten, sondern nur rund 2,5 Millionen. Ein Missverständnis der Stadt.

Eine Broschüre des Regionalverbandes Ruhr (RVR) hat zu großen Irritationen geführt. Hierin geht es um europäische Fördertöpfe, von denen die Städte der Metropole Ruhr zwischen 2007 und 2013 profitiert haben – darunter auch Witten. Auf der städtischen Internetseite ist nachzulesen, dass von den EU-Geldern 92 Millionen Euro nach Witten geflossen seien. Hiervon über 60 Millionen Euro „hauptsächlich“ an die Uni Witten/Herdecke. Die Hochschule winkt ab, betont, sie habe lediglich rund 2,5 Millionen Euro für Forschungsvorhaben erhalten.

„Wir werden das auf unserer Internetseite ändern“, sagte Anke England von der städtischen Stabsstelle Arbeit, Gesundheitswirtschaft, Technologietransfer und Universitätsentwicklung nach einer Anfrage unserer Zeitung. Denn tatsächlich seien die über 60 Millionen Euro an internationale Forschungsverbünde gegangen, an denen sich die Uni Witten/Herdecke beteiligt habe.

Wittener forschen gemeinsam mit anderen Unis

Es geht um Geld aus dem sogenannten siebten Forschungs-Rahmenprogramm, kurz FRP. Jan Peter Nonnenkamp, Kanzler der Wittener Hochschule: „Wir waren im Zeitraum 2007 bis 2013 an fünf Forschungsprojekten beteiligt – zusammen mit vielen anderen Universitäten aus ganz Europa.“

Eines dieser Projekte, das seitens der EU allein mit rund 30 Millionen Euro gefördert wird, diene Patienten, die ein Schädel-Hirn-Traum erlitten haben. Die Wittener Uni arbeite hierbei mit 37 Projektpartnern zusammen. Die Leitung des Forschungs-Consortiums liege bei Professoren der Universitäten Cambridge (England) und Antwerpen (Belgien). Nonnenkamp: „Ein zweites europäisches Projekt, für das es Geld gab, hat das Ziel, innovative Methoden für die Erhöhung der Arzneimittel-Sicherheit zu entwickeln.“ In diesem Fall gebe es 34 Forschungspartner. Die EU unterstützt dieses Projekt mit rund elf Millionen Euro.

2015 erhielt die Hochschule etwa 10,6 Millionen Euro

Uni-Präsident Prof. Martin Butzlaff betont, dass die Einwerbung von sogenannten Drittmitteln „ganz zentral ist für die Entwicklung unserer Universität, für unsere Forschungsarbeit. Wir sind sehr froh, dass uns dies auf hohem Niveau gelingt“. Denn beim Einwerben der Gelder stehe man im Wettbewerb mit anderen Hochschulen.

2015 habe die Universität Witten/Herdecke insgesamt etwa 10,6 Millionen Euro an Zuwendungen aus Drittmitteln erhalten. Kanzler Nonnenkamp: „Für 2016 rechnen wir mit einem Betrag in ähnlicher Höhe.“ Die Wittener Forscher erhielten nicht nur Geld-Zuwendungen von der EU, sondern auch von der Deutschen Forschungsgemeinschaft, von Land und Bund, Stiftungen und der Wirtschaft.

Ingesamt hatten Wissenschaftler der Privatuni im vergangenen Jahr 127 Anträge für Forschungsförderung gestellt. „50 wurden bereits bewilligt. Das ist eine exzellente Quote“, so Jan Peter Nonnenkamp.

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