Rathaus

Uhren am Wittener Rathausturm zeigen wieder die Zeit an

Kevin Löbbert (li.) und Pascal Gräber von der Firma Zeitdienst Walter Sorge bei der Montage der Zeiger der Wittener Rathausturmuhren.Foto Jörg Fruck

Kevin Löbbert (li.) und Pascal Gräber von der Firma Zeitdienst Walter Sorge bei der Montage der Zeiger der Wittener Rathausturmuhren.Foto Jörg Fruck

WitteN.   Das wurde auch langsam Zeit: Die Rathausturmuhren laufen wieder. Ein Betrieb aus Melle ließ Ziffern und Zeiger in neuem Glanz erstrahlen.

Aufmerksame Wittener werden es schon bemerkt haben: Die Uhren am Rathausturm verrichten wieder ihren Dienst. Im Zuge der Turmsanierung waren diese im Mai demontiert worden. Die niedersächsische Firma Ed. Korfhage & Söhne hat Ziffern und Zeigern zu neuem Glanz verholfen. Ein kleiner Handwerksbetrieb aus Melle bei Osnabrück, der Kunden in der ganzen Welt hat.

Bereits seit Ende Oktober sind auf allen vier Seiten des Rathausturms die 48 römischen Ziffern der Uhrenblätter wieder sichtbar und strahlen bei Sonnenschein wunderbar golden. So habe es der Landschaftsverband Westfalen-Lippe als Denkmalbehörde für die Oberfläche der Kupfer-Elemente vorgegeben, sagt Stadtsprecherin Lena Küçük. Weil schon die ursprünglichen Ziffern der Rathausturmuhren „goldig“ gewesen seien.

„Zum Teil wurden auch Bleche erneuert und gerichtet“

Eduard Korfhage, Chef der Turmuhrenfabrik, erläutert, wie die Arbeiten vonstattengingen: „Ziffern und Zeiger wurden zuerst entlackt, früher nannte man das abbeizen.“ Danach habe man mit der Restaurierung begonnen. „Zum Teil wurden auch Bleche erneuert und gerichtet.“

Die Firma Korfhage & Söhne hat die vier Wittener Rathausuhren, die in alle Himmelsrichtungen anzeigen, was die Stunde geschlagen hat, nicht nur “aufgemöbelt“, sondern in den 20er Jahren, samt Uhrwerk, auch für das Rathaus angefertigt. Eduard Korfhage: „Die Zifferblätter sind übrigens sehr groß, haben einen Durchmesser von circa vier Metern.“ Die größten Zahnräder im Uhrwerk bringen es immerhin auf einen Durchmesser von 40 Zentimetern. Die Mellener haben auch der Dortmunder Reinoldikirche eine Turmuhr verpasst und arbeiten derzeit die Zifferblätter der Dortmunder Petrikirche auf.

Ein Glockenspiel für die Musikhochschule Tokio

Korfhage hat weltweit einen guten Ruf. Die Turmuhr der Evangelisch-Lutherischen Weihnachtskirche in Bethlehem stammt aus Niedersachsen. Für die Berliner Gedächtniskirche und den Hamburger Michel haben die Handwerker ebenfalls gearbeitet.

Die Mechaniker, Schlosser, Elektriker und Maler verstehen sich nicht nur auf Uhren, sondern bauen auch Glockenspiele und fertigen Glockenläute-Anlagen für Kirchen an. Eines ihrer Glockenspiele ist heute an der Musikhochschule Tokio zu hören. „Es hat 47 Glocken“, sagt Eduard Korfhage. Der 69-Jährige hält wenig von einem Selbstmarketing und lässt lieber seine Arbeit und die seiner Leute für sich sprechen. Was er noch verrät: Auch in Dänemark erklingen Glockenspiele aus Melle.

Sanierungsarbeiten übernächste Woche abgeschlossen

Udo Klapp, städtischer Bauleiter bei der Rathausturm-Sanierung, rechnet damit, dass diese in der übernächsten Woche abgeschlossen ist. Die Kosten der gesamten Sanierungsarbeiten werden mit rund 450 000 Euro veranschlagt.

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