Wittener Vereine

Tusch! Wittener Verein Ruhrlandgruß musiziert seit 60 Jahren

Die Musikgruppe „Rhythmic Trumpets Ruhrlandgruß“ in Aktion – hier beim Festival „Witten ist bunt“ vor zwei Jahren.

Die Musikgruppe „Rhythmic Trumpets Ruhrlandgruß“ in Aktion – hier beim Festival „Witten ist bunt“ vor zwei Jahren.

Foto: Walter Fischer / FUNKE Foto Services

Witten.  Der erste in Witten gegründete Fanfarenzug lebt immer noch – als Big Band „Rhythmic Trumpets“. 1963 heimste die Musikgruppe sogar Preise ein.

Lang ist’s her, da hatte Witten sogar einen eigenen Fanfarenzug: Vor 60 Jahren wurden die „Rhythmic-Trumpets Ruhrlandgruß“ gegründet, die als Jungs-Kapelle durch die Straßen zog. Mittlerweile ist die Zahl der aktiven Musiker auf aktuell 15 Personen geschrumpft, die als eine Art „Big Band“ Coversongs auf der Bühne spielen. Bei der Zwiebelkirmes oder beim Wittener Weihnachtsmarkt haben die Klänge vom Ruhrlandgruß aber weiterhin Tradition.

Zu ihrem runden Geburtstag trafen sich 100 Mitglieder, Ehemalige und Freunde aus anderen Musikvereinen in der Halle der Ruhrtal-Engel in Annen. Unter den Gästen war sogar ein Mann der ersten Stunde. Peter Rzepka hatte das Ensemble im Jahr 1959 mitgegründet und war zur Geburtstagsfeier extra aus Berlin angereist. „Wir haben mit fünf Leuten angefangen, sind aber schnell auf 15 bis 20 Leute angewachsen, alle im Alter von 13 bis 22 Jahren, viele also in der Pubertät. Wir haben keine Mädchen aufgenommen, weil wir Angst hatten, dass die Jungs dann schnell alle wieder weg sind“, erinnert er sich.

Erfolgreiche Boygroup

Die etwas größere Boygroup wurde schnell erfolgreich. „Bei einem Wettstreit in Recklinghausen im Jahr 1961 waren die größten Fanfarenzüge aus NRW angereist“, erzählt Peter Rzepka, „unser Chorleiter wollte eigentlich, dass wir nur in der B-Klasse antreten, weil er dachte, wir hätten gegen die Großen keine Chance. Aber wir sind dann doch in der A-Klasse gelandet und haben bis auf zwei Vereine alle hinter uns gelassen.“ Es kam sogar noch besser: 1963 gewann der „Fanfarenzug Ruhrlandgruß“, wie er damals noch hieß, den ersten Preis bei den inoffiziellen deutschen Meisterschaften.

Neben dem Musizieren haben sich die Mitglieder auch Freundschaften auf die Fahne geschrieben. „Wir haben lange Jahre das Vereinsleben richtig gelebt“, sagt Geschäftsführer Heiko Abegg. „Zum Tanzverein ‚Les Starlettes’ aus Wittens Partnerstadt Beauvais bestand ein reger Kontakt mit vielen Besuchen und Gegenbesuchen, bis sich der Verein aufgelöst hat. Aber die Freundschaft zu einzelnen ehemaligen Mitgliedern haben wir seitdem weitergepflegt“, führt er aus.

Die Tanzgruppen gibt es nicht mehr

Die Hochzeit hatte Ruhrlandgruß in den Achtzigerjahren mit mehr als 40 aktiven Musikern und zwei Tanzgruppen mit insgesamt 36 Mitgliedern. Davon kann man heute nur träumen. Die Tanzgruppen gibt es längst nicht mehr und die Zahl der aktiven Musiker liegt aktuell bei 15. Wie etliche Traditionsvereine, haben auch die Rhyhmic-Trumpets mit Nachwuchssorgen zu kämpfen. Vieles, was einst zum Kulturgut zählte, werde heute vom Nachwuchs als nicht mehr zeitgemäß empfunden, sagt Silke Beckschwarte, seit 40 Jahren Mitglied im Ensemble: „Dazu kommt der Generationswechsel und die Tatsache, dass man sich in der Gruppe auch mal anpassen muss. Das können viele junge Leute heute offenbar nicht mehr.“

Eine, die noch anpassungsfähig ist: Marie Meinhard, seit zweieinhalb Jahren dabei. Allerdings ist sie auch erblich vorbelastet. Mehrere Familienmitglieder und ihr Freund sind schon länger bei den Rhythmic Trumpets dabei. Aber das ist für die 22-Jährige nicht ausschlaggebend, wie sie sagt: „Ich mag die Atmosphäre, und finde auch die Musik super, weil wir einen bunten Mix spielen.“

Die Rhythmic Trumpets kann man buchen über die Homepage: www.ruhrlandgruss.de

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