Gesundheit

TuRa feiert 40 Jahre Herzsport

 Immer in Bewegung: Hier trainiert eine Herzsportgruppe von TuRa Rüdinghausen in Witten mit Reifen.

 Immer in Bewegung: Hier trainiert eine Herzsportgruppe von TuRa Rüdinghausen in Witten mit Reifen.

Foto: TuRa

Witten.  Nach einem überstandenen Infarkt wird Bewegung wichtiger denn je. TuRa war einer der ersten Vereine im Land, die eine Herzsportgruppe anboten.

TuRa Rüdinghausen feiert 40 Jahre Herzsport. Mit dem Kreissportbund veranstaltet der Verein am Sonntag (10.11.) einen Aktionstag unter dem Motto „Bewegt gesund bleiben“.

„Es geht darum, dass die Patienten ihre Leistung langsam steigern. ohne sich dabei zu übernehmen“, sagt Dieter Slivinsky (75), Ansprechpartner der insgesamt acht Herzsportgruppen und selbst seit fast 30 Jahren dabei. Er hat bereits in jungen Jahren, mit 44, den ersten Infarkt erlitten. Als es ihm wieder besser ging, nach der Reha, schloss er sich erstmals der Herzsportgruppe bei TuRa an. Sie war 1979 aus der Taufe gehoben worden, damals erst die zweite Gruppe überhaupt in Deutschland.

„Man sieht, dass man seine Leistung steigern kann“

Der Sport habe ihm nach seinem ersten Infarkt enorm geholfen, erinnert sich der Wittener. „Deshalb habe ich auch weitergemacht. Ich habe mich einfach wohlgefühlt“, so Slivinsky. Gerade die Gruppe gebe einem viel. „Man sieht, dass die Muskeln wieder aufgebaut werden und man seine Leistung steigern kann.“ Einige Mitstreiter sind sogar schon länger als er dabei.

Die Gymnastikstunden starten mit einem Aufwärmprogramm, dem ein Muskel- und Körpertraining mit Gummibällen, Keulen und Reifen folgen kann. Das Training soll abwechslungsreich sein. Mal spielen die Teilnehmer Badminton, mal wird der „Indiacaball“ geworfen, ein weicher Ball mit Feder. Anschließend laufen oder gehen die Herzsportler dann jeweils fünf Minuten lang, um ihre Ausdauer zu trainieren – jeder aber nur so, wie er kann. Zuletzt wird sich dann im Kreis gedehnt.

Wittener Arzt gehörte zu den Gründern

Die Herzsport-Abteilung von TuRa Rüdinghausen wurde 1979 von dem Arzt Dr. Parminder Grewal und dem damaligen TuRa-Vorsitzenden Heinrich-Arnold Fey gegründet. Der erste Übungsleiter war Günther Frank. Für die ärztliche Betreuung war Dr. Donat zuständig.

Die Gymnastikstunden sollen die Ausdauer und Beweglichkeit von Menschen verbessern, die schon einmal oder mehrmals am Herzen erkrankt sind. Viele hatten schon Infarkte, Bypass- oder Herzklappenoperationen.

Anfangs in der Pferdebachschule trainiert

Anfangs trainierten die Herzsportler noch in der Pferdebachschule. In den späten 1990er Jahren wurde das Training in die Kreissporthalle am Viehmarkt verlegt. „Inzwischen gab es so viele Teilnehmer, dass wir das Training auf mehrere Gruppen ausdehnen mussten“, erinnert sich Dieter Slivinsky.

Einer Herzsportgruppe kann jeder Patient mit Reha-Verordnung beitreten. Eine Altersgrenze gibt es nicht. Die Jüngsten sind Mitte 40, die Ältesten über 90. Die beiden Hockergruppen treffen sich im Marien-Hospital. Dort treiben sie funktionelle Gymnastik für die Wirbelsäule, Schulter und Nacken auf einem Hocker. Die „Watt-Leistung“ beim Ergometertraining ist ausschlaggebend, wer in welche der acht Gruppen kommt.

Falls mal was ist: Ärzte müssen immer vor Ort sein. Sie messen auch den Blutdruck und stehen für Fragen zur Verfügung. Dieter Slivinsky mochte bisher immer die Ballspiele am meisten. „Und dass nicht über Krankheiten gesprochen wurde.“

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