Wiesenviertel

Tummelmarkt: Volksfeststimmung auf dem Humboldtplatz

Auf dem Humboldtplatz sitzen, klönen, Leute gucken und treffen – der erste Wittener Tummelmarkt in diesem Jahr  machte es am Samstag möglich. Foto: Joachim Haenisch / Funke Foto Services

Auf dem Humboldtplatz sitzen, klönen, Leute gucken und treffen – der erste Wittener Tummelmarkt in diesem Jahr machte es am Samstag möglich. Foto: Joachim Haenisch / Funke Foto Services

Witten.   Der erste Tummelmarkt des Jahres hat für Volksfeststimmung auf dem Humboldtplatz gesorgt. Mit Sonnenschein, Musik und Leckereien.

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„Der ein oder andere Sonnenstrahl wäre schön“, sagt Lisa Marie Wagner vom Verein Wiesenviertel, der am Samstag zusammen mit dem Stadtmarketing zum ersten Tummelmarkt der Saison ins Wiesenviertel eingeladen aht. Der Wetter-Wunsch wird erhört: Die Wolken ziehen weiter – die Sonne strahlt über dem Humboldtplatz.

Schon um 13.30 Uhr schlendern Hunderte von Besuchern über den Platz. Am Abend, wenn die lässige Live-Band „Two-Tongue Clan“ („Mit gespaltener Zunge“) mit „Akustik-Straßenranz und Rotz-Chansons“ dem Ende des Volksfestes entgegenspielt, werden es geschätzte 1500 bis 2000 Besucher gewesen sein.

Und Benno sorgt fürs Bier

Hungrig muss an diesem Tag niemand das Fest verlassen. Wer etwas essen möchte, hat die qual der Wahl zwischen Pizza, Crêpes, Ahmeds köstlichen Falafel, indischen Gaben, Knut’s Burgern und erstmals syrischen Spezialitäten der Gruppe „Elben“ – serviert von einem deutsch-syrischen Integrationsprojekt aus Münster. An diesem Stand wird „Manakish“ angeboten, Fladenbrot aus Hefeteig, vegan, vegetarisch oder mit Fleisch. Für das Bier sorgt Benno mit dem Eigengebräu aus seinem Brauhaus an der Hammerstraße.

„Definitiv nicht vegan“ sind die sogenannten „Männerkerzen“, die Franziska Bilinger (19) für ihre Chefin feilbietet. Hier brennt der Räucherspeck – und er duftet. Eine Leckerei, die sich vor allem für einen Männerabend mit Bier und Schnaps eignet.

Das Quartiers-Ensemble singt „Röslein auf der Heiden“

Dann nimmt das im Stil des ausgehenden 19. Jahrhunderts gekleidete Quartiers-Ensemble – ein Integrationsprojekt – Aufstellung und singt vom „Röslein auf der Heiden“. Viele Sänger haben einen noch sehr frischen Migrationshintergrund – und haben beim „Heidenröslein“ Freude an urdeutschem Liedgut.

Friederike ist mit ihrer Freundin Jane zum Tummelmarkt gekommen. Jane ist eigentlich in der englischen Küstenstadt Hull zuhause. In gutem Deutsch sagt die Engländerin: „Ich liebe es. Ihr Deutschen seid lustig. Wir fahren gleich an die Ruhr und kommen am Abend wieder,um noch die Musik hier zu hören.“

Salami aus der südfranzösischen Provence

Und während es sich ein kleines Kind in der mit extraweichen Kissen ausgestattenen Kuschelecke gemütlich macht, freut sich Christophe Collin über guten Umsatz. Der Mann bietet „Saucissons de Provence, Salami aus der südfranzösischen Provence, an. Hirsch-, Ente-, Stierwürste, mit Ziegenkäse oder Roquefort angereichert oder auch ganz pur. Ein Genuss – und die Wurst duftet.

Überhaupt duftet es an diesem Samstag anders als sonst auf dem Humboldtplatz. „O-Donnell“ bietet hausgemachte Schnäpse und Liköre an. Man darf sie vorher natürlich probieren. Die „Harte Nuss“ ist ein weicher Kick mit kerniger Haselnussnote und ein bisschen Karamellgeschmack.

Der neunte Tummelmarkt, der erste der Saison 2018. Sonnenschein und gut gelaunte Besucher – der Frühling ist in Witten angekommen.

>>> DIE NÄCHSTEN TUMMEL-TERMINE

Die nächsten Tummelmärkte finden am 16. Juni und 18. September statt. Nach Angaben der Veranstalter sind schon jetzt fast alle Standplätze vergeben. Künstler, etwa Musiker, können sich unter www.tummelmarkt.de bewerben.


Der Tummelmarkt wurde im Rahmen des vom Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung geförderten Modellvorhabens „Jugend.Stadt.Labor“ im Frühjahr 2015 von Lea Meyer, Benedikt Reitz, Marie Sammet und Lisa Marie Wagner mit der Hilfe vom Verein Stellwerk ins Leben gerufen. Die finanzielle Förderung endete Juni 2016.

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