Fridays-for-Future

Trotz Streikverbot: Schulausflug zur Wittener Klima-Demo

Bei den letzten Fridays-for-Future gab es eine Flaute. Bei der Kundgebung an diesem Freitag (20.9.) sollen es mehr Teilnehmer werden.

Bei den letzten Fridays-for-Future gab es eine Flaute. Bei der Kundgebung an diesem Freitag (20.9.) sollen es mehr Teilnehmer werden.

Foto: Jürgen Theobald / FUNKE Foto Services

Witten.  Auf dem Wittener Rathausplatz ist bei der „Fridays-for-Future“-Demo viel los. 200 Teilnehmer werden ab 12 Uhr erwartet – trotz Ministerin-Appell.

In ganz Deutschland protestieren am Freitag (20.9.) Menschen für das Klima. In Witten rechnen die Veranstalter von „Fridays-for-Future“ mit 200 Teilnehmern, die sich um 12 Uhr auf dem Rathausplatz versammeln werden. Es könnten mehr sein – aber die Wittener Schulen finden nur über Umwege Möglichkeiten, ihre Schüler an der Demo teilnehmen zu lassen. Zwar hatten sich Eltern, die „Parents-for-Future“, an die Schulleitungen gewandt. Aber auch das NRW-Schulministerium schickte einen Brief, der auf die Unterrichtspflicht pocht. Liegt’s daran?

Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) hat in der Vergangenheit wenig Verständnis für die Proteste gezeigt. Jüngst hat ihr Ministerium ein Schreiben an alle Schulen verschickt. Inhalt: Die Schüler sollen ihrer gesetzlichen Unterrichtspflicht nachgehen. Ausnahmen kann es nur geben, wenn ein pädagogisches Konzept vorliegt. Der Appell scheint Wirkung zu zeigen. Johannes Rienäcker, Schulleiter des Albert-Martmöller-Gymnasiums, möchte keine Stellungnahme abgeben. Auch andere wollen sich nicht äußern. Mehr hat Michael Günzel, Chef der Holzkamp-Gesamtschule, zu sagen: „Das Kultusministerium entscheidet. Die Schüler brauchen eine Entschuldigung von den Eltern, um an der Demo teilzunehmen. Sollte das nicht der Fall sein, müssen wir die Eltern informieren.“

Projekttage und Ausflüge werden vom Ministerium erlaubt

Das Ruhr-Gymnasium nutzt den Trick mit dem pädagogischen Konzept aus: Die Schulleitung stellt es den Lehrern frei, einen Unterrichtsausflug zum Rathausplatz zu machen. Die stellvertretende Schulleiterin Kerstin Peters erklärt: „Von der siebten bis zur zwölften Klasse richten wir einen Klimaaktionstag aus. In der fünften bis sechsten Klasse müssen die Lehrer einen Unterrichtsgang beantragen.“ An der Hardenstein-Gesamtschule fällt der Unterricht ganztägig wegen einer Fortbildung aus. Theoretisch können dadurch alle Hardensteiner zur Demo gehen.

Die Veranstalter der Klimafreitage beeindruckt der Brief scheinbar nicht. Sie haben viel vor. Ihr größtes Vorhaben: Klimastreik auf der Ruhrstraße. Dafür gab es aber keine Genehmigung, wie uns die Polizei bestätigt. Deshalb laufen die Teilnehmer die altbekannte Route vom Rathausplatz über die Bahnhofstraße bis zum Bahnhof.

Ab 10 Uhr gibt es Programm um und auf dem Rathausplatz

Falls jemand noch Protest-Plakate braucht, kein Problem: In der Füllbar soll ab 10 Uhr an Demo-Schildern gebastelt werden. Die Johanniskirchengemeinde hält einen Gottesdienst um 11.30 Uhr. Im Anschluss singt die A-cappella-Gruppe „Harmonies“ von der Universität Witten auf dem Rathausplatz. Danach gibt es noch ein „Offenes Mikrofon“, an dem alle die Möglichkeit haben, auf der Kundgebung zu sprechen. Eine halbe Stunde später beginnt die Großdemo auf dem Rathausplatz. „Wir hoffen auf viele Leute“, sagt Laura Schmidt vom Organisationsteam. „Mindestens 200 sollen es werden, noch mehr wären aber besser.“

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