Gericht

Tödlicher Streit in Witten: Ehefrau stach mit Wucht zu

In der Siedlung an der Wittener Winkelstraße, soll eine 43-Jährige ihren Mann erstochen haben. Der Fall wird zurzeit vor Gericht verhandelt.

In der Siedlung an der Wittener Winkelstraße, soll eine 43-Jährige ihren Mann erstochen haben. Der Fall wird zurzeit vor Gericht verhandelt.

Foto: Bastian Haumann / FUNKE Foto Services

Witten.  Der Wittener wurde erstochen, weil er seine 44-jährige Frau mit einer anderen betrogen haben soll. Vor Gericht sagten die Gerichtsmediziner aus.

Der Prozess um den tödlichen Messerstich in einer Wohnung auf der Winkelstraße in Witten wurde am Mittwoch fortgesetzt. Das Bochumer Schwurgericht hörte zwei Gerichtsmediziner als Zeugen, die den Leichnam untersucht hatten.

Am 27. November 2018 hatte die angeklagte 44-jährige Frau ihren Ehemann erstochen, wie sie gestand. Die blonde Frau schlug während der Vernehmung ihre Hände vors Gesicht und schwieg.

Ihr Mann lag auf einer Couch, sein blutiges T-Shirt war ausgezogen und die Wunde in der Brust war sauber abgeputzt. Ein blutverschmiertes Messer lag neben dem Toten. Die Frau hatte den Rettungskräften, die sie selbst alarmiert hatte, damals erklärt, sie habe mit dem Messer zugestoßen. Angeblich handelte sie aus Eifersucht, weil ihr Mann sie mit einer unbekannten jüngeren Frau betrogen habe.

Frau hatte zwei Promille Alkohol im Blut

„Das Opfer wies keinerlei Abwehrverletzungen auf“, schilderte ein 60 Jahre alter Rechtsmediziner, der vor Ort die Leiche untersucht hatte. Er stellte eine Stichverletzung fest, die den Herzbeutel geöffnet hatte. Der Mann sei innerhalb weniger Minuten verstorben. Als mutmaßliche Tatzeit errechnete er etwa 19 Uhr. Die Frau, die damals festgenommen wurde und seitdem in Untersuchungshaft sitzt, habe über zwei Promille Alkohol im Blut gehabt.

Eine 33-jährige Rechtsmedizinerin erläuterte, der tödliche Stich sei zwischen der vierten und fünften Rippe eingedrungen. „Der Stich wurde mit großer Wucht ausgeführt und ging 15 Zentimeter tief. Der Stich erfolgte ziemlich senkrecht“, sagte die sachverständige Zeugin. Vermutlich sei der Mann im Liegen erstochen worden. Das T-Shirt des Mannes weist eine Einstichstelle auf.

Staatsanwaltschaft wirft ihr Totschlag im Affekt vor

Die Angeklagte hat deutliche Erinnerungslücken zur Bluttat selbst, schilderte aber das Randgeschehen. Ihr Mann habe sie mit einer unbekannten Frau betrogen. Sie habe beide halb entkleidet auf dem Sofa sitzend vorgefunden. Die Frau habe sie aus der Wohnung geworfen und sich dann mit ihrem Mann gestritten. Die Staatsanwaltschaft legt ihr Totschlag im Affekt vor. Sollte die Frau ihren auf der Couch schlafenden Mann erstochen haben, würde das Mordmerkmal der Heimtücke vorliegen. Davon geht bisher aber niemand aus.

Am Abend zuvor hatte das Ehepaar Besuch von Freunden. Zusammen hatte man drei Flaschen Wodka getrunken. Das Blut vom Bauch ihres toten Mannes habe sie mit einem Handtuch abgewischt, außerdem habe sie ihre blutige Jogginghose ausgezogen und ins Bad zur Wäsche gelegt, sagte die Angeklagte. Die angebliche Nebenbuhlerin konnte bisher nicht ausfindig gemacht werden. Die Polizei hatte im Umfeld ermittelt, aber keine rothaarige schlanke Frau finden können. Das Ehepaar war 23 Jahre lang verheiratet gewesen.

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