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Telekom verklagt die Stadt Witten nach Tiefbau-Stopp

Kurz nach dem Start des Projektes: An der Universitätsstraße in Heven werden Glasfaserkabel in ein Leerrohr „eingeblasen“.

Kurz nach dem Start des Projektes: An der Universitätsstraße in Heven werden Glasfaserkabel in ein Leerrohr „eingeblasen“.

Foto: Walter Fischer

Witten.   Der Streit zwischen der Deutschen Telekom und der Stadt Witten geht in die nächste Runde: Die Telekom klagt gegen die Stadt und stellt Regressforderungen. Dabei geht es um den Stopp von Tiefbauarbeiten im Jahr 2013. Die Partner stritten damals in erster Linie um Dicke einer Schotterschicht.

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Der Streit zwischen der Stadt Witten und der Telekom um den Ausbau des Glasfasernetzes bekommt ein neues Kapitel – obwohl das letzte längst geschrieben schien: Das Bonner Großunternehmen hat eine Klage gegen die Stadt eingereicht und eine Regressforderung gestellt.

Um welchen Betrag es geht und wie die Telekom ihre Forderung begründet, dazu halten sich beide Seiten bedeckt. Stadt und Unternehmen äußern sich nicht zum schwebenden Verfahren. Lediglich die Klage an sich erwähnte Wirtschaftsförderer Klaus Völkel kurz im Ausschuss für Wirtschaftsförderung.

Streitwert liegt wohl im fünststelligen Bereich

Nach Informationen dieser Zeitung liegt der Streitwert im fünfstelligen Bereich. Es geht offenbar um die Tiefbauarbeiten, an denen der Ausbau laut Telekom im Juli 2013 gescheitert war. Zehn Wochen nach Beginn des Ausbaus, der in der City, in Heven und Annen maximal 13.000 Haushalte ans Hochgeschwindigkeitsnetz (bis 200 Mbit/s Download) bringen sollte, wurde er gestoppt. 240 Objekte und 1.100 Haushalte wurden angeschlossen.

Die Partner stritten damals in erster Linie um die Frostschutzschicht beim Verschließen der aufgerissenen Bürgersteige. 15 cm Schotter oder „wie vorgefunden“ hielt die Telekom für üblich und ausreichend. Witten forderte 40 cm aus Sorge vor hochfrierenden Bürgersteige und wackelnden Platten – unter Berufung auf dieselbe technische Richtlinie. Der höhere Ausbaustandard führe bei dem 10-Millionen-Projekt zu Mehrkosten im hohen sechsstelligen Bereich, taxierte damals die Telekom, von 50 000 bis 80 000 Euro ging die Stadt Witten aus.

Vom Glasfaserausbau bis zur Steckdose hat sich die Telekom verabschiedet

Das Aus nach zehn Wochen hatten Stadt und Telekom damals in einer gemeinsamen Erklärung verkündet. Tenor: Die Partner stimmen überein, dass sie uneins sind – und beenden das Verhältnis schiedlich friedlich. Diesen Minimalkonsens hat die Telekom jetzt aufgekündigt.

Von dem teuren Glasfaserausbau bis zur Steckdose (FTTH) hat sich die Telekom inzwischen bundesweit verabschiedet. Stattdesssen werden Glasfaserkabel nur noch bis zum Verteiler gelegt, auf der letzten Meile können heute Kupferleitungen durch Vektortechnik auf 100 Mbit/s aufgerüstet werden. In NRW blieb es bei den drei FTTH-Modell-Städten Gummersbach, Bergneustadt, Mettmann. Die vierte sollte Witten werden. Mit der sieht man sich jetzt wohl vor Gericht wieder.

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