Tierschutz

Taubenmutter Lilo Elles zieht sich zurück

Initiatorin und gute Seele der Stadttauben: Lilo Elles zieht sich nach 18 Jahren als Vorsitzende des Vereins zurück.

Initiatorin und gute Seele der Stadttauben: Lilo Elles zieht sich nach 18 Jahren als Vorsitzende des Vereins zurück.

Foto: Jürgen Theobald

Witten.   Nach 18 Jahren zieht sich Gründerin Lilo Elles von der „Initiative Stadttauben“ zurück. Sorge um nachlassende Spenden und Vereinsnachwuchs.

Untrennbar ist die Initiative Stadttauben mit dem Namen Lilo Elles verknüpft. Nun gibt sie dessen Vorsitz ab. Die Rentnerin war es, die den Verein 1999 ins Leben gerufen hat, auf ihr Betreiben hin ist der Taubenturm im Lutherpark errichtet worden. „Ich hab alles zusammengehalten, das war schon viel Arbeit“, sagt die Tierfreundin.

Nun übergibt die engagierte Dame, deren größtes Geheimnis nach eigener Aussage ihr Alter ist, den Vorsitz des Vereins an Roland Dirks. Ihr Alter und gesundheitliche Probleme zwingen sie dazu.

Erste Spende aus Kinderhand

Dennoch ist sie an diesem sonnigen Freitagmittag noch einmal als Vertreterin des Vereins zum Taubenturm im Lutherpark gekommen. Auf sie warten nicht nur die gurrenden Tauben auf und um den Turm, sondern auch eine gut gelaunte sechste Klasse der Otto-Schott-Realschule.

Die Schüler haben für den Verein gesammelt, nachdem sie im Biologie-Unterricht das Thema Tauben durchgenommen hatten. „Da haben wir von dem Turm erfahren“, sagt Emely Jacobs. Daraufhin organisierten die Schüler einen Kuchenverkauf, rührten auch privat die Spendentrommel. Über 100 Euro sind so zusammen gekommen „Es ist das erste Mal, dass Kinder für uns spenden“, sagt Elles gerührt.

Verein erhält immer weniger Spenden

Das Geld kann der Verein gut gebrauchen. „Wir bekommen derzeit zu wenige Spenden. Gerade Geschäftsleute aus der Innenstadt, die uns früher unterstützt haben, haben sich zurückgezogen“, sagt Angelika Funke, seit 15 Jahren im Verein aktiv. „Ich habe das Gefühl, unsere Arbeit ist in Vergessenheit geraten. Dabei machen wir das hier ja für die Stadt, für Witten – und nicht für uns“, betont Elles.

So tauscht der Verein etwa am Taubenturm bis zu 350 Eier im Jahr aus – gegen Attrappen aus Gips. Zusätzlich entfernen Mitglieder auch an den Fassaden in der Innenstadt, etwa an der Bahnhofstraße, die Eier der Vögel. So wird die Tauben-Bevölkerung der Stadt einigermaßen stabil gehalten.

Ehrenamtliche füttern jeden Tag die Tauben

Etwa 220 Euro geben die Taubenfreunde monatlich für Futter aus, hinzu kommen die Aufwandsentschädigungen für die Ehrenamtlichen, die die Tauben im Turm versorgen. „Das ist wirklich viel Arbeit“, betont Elles. „Schließlich kommen wir ja jeden Tag – egal ob Weihnachten, Neujahr oder Ostern.“

Der Turm soll nun erneuert werden. „Er muss gestrichen und innendrin ausgebessert werden“, sagt Tauben-Mutter Elles. Auch dafür ist der Verein auf Spenden angewiesen. Und noch eine Sorge plagt die Initiative: „Wir wünschen uns neue, junge Mitglieder“, sagt Funke. Aktuell liege der Altersschnitt bei 75 Jahren. Schaut man in die begeisterten Gesichter der Otto-Schott-Schüler, könnte sich zumindest dieses Problem lösen lassen.

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