Kooperation

Talentscout schmiedet Pläne mit Wittener Schülern

Machen gemeinsame Sache: (v.li.) Talentscout Max Ammareller von der Ruhr-Uni, Holzkamp-Gesamtschulleiter Michael Günzel, Schüler Patrick Pais Pereira, Oberstufenleiterin Martina Drewes sowie die Schüler David Mix, Cedric Spennemann, Madeline Jurr, Paula Bartling und Alexander Knuth.

Machen gemeinsame Sache: (v.li.) Talentscout Max Ammareller von der Ruhr-Uni, Holzkamp-Gesamtschulleiter Michael Günzel, Schüler Patrick Pais Pereira, Oberstufenleiterin Martina Drewes sowie die Schüler David Mix, Cedric Spennemann, Madeline Jurr, Paula Bartling und Alexander Knuth.

Foto: Svenja Hanusch

Witten.   Max Ammareller von der Ruhr-Uni bietet eine regelmäßige Sprechstunde an der Holzkamp-Gesamtschule an. Es geht um Pläne für die berufliche Zukunft.

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Eins wusste er schon im vergangenen Sommer genau: „Ich will Klinischer Psychologe werden“, sagt Patrick Pais Pereira (18). Dann tauchten bei dem Holzkampschüler, der bald Abi macht, Fragen auf: Studiere ich besser Medizin oder Psychologie? Wie bewerbe ich mich um ein Studium? Und wie finanziere ich das überhaupt? Mit Hilfe von Talentscout Max Ammareller (33) konnte er alle Hürden überwinden.

Der junge Mann von der Ruhr-Uni Bochum schaut seit 2016 einmal im Monat an der Gesamtschule vorbei. Mit Schulleiter Michael Günzel hat er jetzt die gemeinsame Arbeit offiziell besiegelt und einen Kooperationsvertrag unterschrieben. Von 9 bis 15 Uhr ist er am Beratungstag für Schüler da, die sich vorher freiwillig für einen Termin anmelden können. Eine halbe Stunde Zeit nimmt sich Ammareller für jeden. Und könnte noch viel häufiger kommen: „Die Liste ist immer komplett voll“, sagt Oberstufenleiterin Martina Drewes. Es habe sich herumgesprochen, dass so ein Gespräch etwas bringt.

Ergänzung zum Studien- und Berufsangebot

Das Angebot ist eine Ergänzung zur Studien- und Berufsorientierung und die Informationen durch die Agentur für Arbeit, die die Schüler ab der achten Klasse auf den rechten Weg führen will. „Und das Modell ist auch toll hier“, sagt Paula Bartling (19), die nächstes Jahr Abi macht und dann Psychologie studieren will. Doch die Beratung durch den Talentscout sei individueller. „Die Zeit für so intensive Gespräche haben wir gar nicht“, sagt Oberstufenleiterin Drewes. Und: „Da kann ich mich geben, wie ich bin. Bei Lehrern möchte ich keine Schwäche zeigen“, erklärt Madeline Jurr (19). Aus der Beratung mit Max sei sie rausgegangen mit dem Tipp: „Hör auf dein Gefühl.“ Da habe sie gewusst: Psychologie soll es sein.

Der Talentscout sei keinesfalls ein Headhunter, der unbedingt junge Leute für die Uni Bochum begeistern möchte. „Ich berate ergebnisoffen und vertraulich“, so Ammareller. Natürlich könne es auch auf eine Ausbildung oder erstmal auf ein Freiwilliges Soziales Jahr hinauslaufen. Doch meist gehe es schon ums Studium. Denn da könnten viele der Eltern, die keine akademische Bildung haben, ihren Kindern nicht helfen.

„Meine Eltern konnten mir dabei nicht helfen“

So war es auch bei Patrick: „Mein Vater ist Kfz-Mechaniker, meine Mutter Altenpflegerin.“ Sie konnten ihm nicht wie Max Kontakte zu Studierenden und Ärzten vermitteln. Innerhalb des letzten halben Jahres hat er diverse Praktika absolviert und sogar im OP hospitiert. Natürlich, betont Patrick, sei auch eine ordentliche Portion Eigenmotivation nötig. Doch nun habe er die Angst vor dem Hochschulstudium und dessen Finanzierung komplett verloren.

Denn Max Ammareller hilft auch bei der Bewerbung um ein Stipendium. „Die Stipendienkultur ist im Ruhrgebiet etwas untergegangen“, sagt er. Die Talentscouts versuchen, diese wieder etwas voranzutreiben.

Auch Alexander Knuth (19), Cedric Spennemann (18) und David Mix (16) haben schon von der Hilfe profitiert. „Max hat mich mit vielen Infos versorgt“, sagt etwa David, der in Richtung Maschinenbau gehen will. Alexanders Ziel ist ein Informatik-, Cedrics ein Psychologie-Studium. Beide sind sich einig: „Im Gespräch mit Max ist uns klar geworden, welche Wege es gibt.“

>> INFORMATION

  • Das Talentscouting ist ein vom NRW-Wissenschaftsministerium initiiertes Projekt. Ziel ist es, jungen Menschen gleiche Bildungschancen zu ermöglichen – unabhängig von der Herkunft der Eltern.
  • Talentscouts gibt es auch an der Hardensteinschule, am Berufskolleg, am Albert-Martmöller- und Ruhr-Gymnasium.

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