Gastronomie

Szene-Speise Suppe

Seit 1. Juli biete Dörthe Plogstieß in der Johannisstraße täglich  frische Suppen an.      Foto: Walter Fischer

Seit 1. Juli biete Dörthe Plogstieß in der Johannisstraße täglich frische Suppen an. Foto: Walter Fischer

Foto: Fischer / WAZ FotoPool

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Witten. Wer Suppe hört, denkt oft immer noch an Arme-Leute-Essen. Dabei gibt es längst so etwas wie eine angesagte Suppen-Szene in Deutschland.

Dörthe Plogstieß holte diesen Trend nach Witten und eröffnete am 1. Juli „Dörthe’s Suppenstübchen“ in der Johannisstraße 50. In vielen Großstädten brummen die Läden, die Soupkultur, Souptopia oder Intersoup heißen, bereits seit Jahren. Hier in Witten hat die ostfriesische Geschäftsfrau noch mit einigen Anlaufschwierigkeiten zu kämpfen. Das mag aber auch an der enormen Hitze liegen, mit der Dörthe Plogstieß in den ersten Tagen nach der Eröffnung zu kämpfen hatte.

„Es ist schwer“, seufzt die leidenschaftliche Köchin, wenn sie an die roten Zahlen denkt, die sie im Moment schreibt. Dennoch hat sie die Entscheidung, ihr Suppenstübchen zu eröffnen, noch keine Sekunde lang bereut. Zwar sind 12-Stunden-Arbeitstage jetzt Standard, „aber ich weiß wenigstens, wofür ich es tue“, sagt sie. Nachdem sie sich lange genug über Niedriglöhne und ein unschönes Arbeitsklima geärgert hatte, beschloss sie, sich selbstständig zu machen. Die liebevolle Einrichtung und die angenehme Atmosphäre spiegeln die Arbeit und die Leidenschaft wider, die Dörthe Plogstieß in ihr Projekt gesteckt hat. Verständlich, dass die Gäste, die einmal hier waren, auch wiederkommen.

Diese Woche steht unter anderem eine kalte Knoblauchsuppe mit Mandeln auf der Speisekarte. „Oh, die macht einsam“, lacht die gelernte Bäckereifachverkäuferin angesichts des Knoblauchgehalts. Jede Woche denkt sich die Hobbyköchin ein neues Angebot aus, das aus vier verschiedenen Suppen besteht. Am Samstag muss der Plan stehen, denn da erledigt ihr Lebensgefährte den Einkauf für die ganze Woche.

Ihre Inspiration holt sich die Ostfriesin, die es vor vier Jahren der Liebe wegen nach Witten verschlagen hat, aus alten ostfriesischen Familienrezepten, vieles sei aber auch Eigenkreation. „Hin und wieder schlage ich auf der Suche nach Ideen auch mal mein Ruhrgebietskochbuch auf. Mir ist allerdings schon aufgefallen, dass hier gerade Erbsensuppe sehr beliebt ist und die mag ich überhaupt nicht.“

Auf den Herbst freut sich Dörthe Plogstieß schon ganz besonders. Nicht nur, weil dann die eigentliche Suppensaison beginnt, sondern weil sie in der kühleren Jahreszeit auch ihre Lieblingssuppe anbieten kann: „Es geht nichts über hiesige Bohnensuppe. Die braunen ostfriesischen Bohnen, die ich dafür brauche, schickt mir meine Mutter, denn die bekommt man wirklich nur bei uns.“ Ihre Mutter war es übrigens auch, die sie dazu ermunterte, „so etwas doch mal in Witten auszuprobieren.“

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben