Prozess

Syrer aus Witten soll Vergewaltigungsopfer gedroht haben

Wegen acht zum Teil schwerer Delikte wie Körperverletzung und Vergewaltigung muss sich ein 19-jähriger Syrer vor der Jugendstrafkammer des Landgerichts Bochum verantworten. Hier ein Blick auf den Eingang des neuen Justizzentrums.

Wegen acht zum Teil schwerer Delikte wie Körperverletzung und Vergewaltigung muss sich ein 19-jähriger Syrer vor der Jugendstrafkammer des Landgerichts Bochum verantworten. Hier ein Blick auf den Eingang des neuen Justizzentrums.

Foto: Ingo Otto

witten.   Eine Frau, die er laut Anklage vergewaltigt hat, hat am Freitag gegen den Syrer ausgesagt, der auch einen Polizisten niedergeschlagen haben soll.

Im Prozess gegen den 19-jährigen Syrer, der nicht nur einen Polizisten auf dem Rathausplatz geschlagen und getreten haben soll, sagte am Freitag das Opfer in einem anderen Anklagepunkt aus. Dabei geht es um Vergewaltigung.

Das damals 16 Jahre alte Mädchen erzählte, der Angeklagte habe ihr einen Schlafplatz in der Flüchtlingsunterkunft an der Meesmannstraße angeboten. Sie sei mitgegangen. Erst später gab es Ärger. Im Bett liegend, habe er sie sexuell belästigt. Nur durch ihre Gegenwehr habe sie verhindern können, dass es auch zum Geschlechtsverkehr kam. „Ich habe: ,Lass das’ gerufen und auch um Hilfe gerufen“, sagte die junge Frau.

16-Jähriger Schlafplatz in Unterkunft angeboten

Das Mädchen habe mit ihm schlafen wollen, behauptete dagegen der Beschuldigte. Weil er nicht wollte, sei sie sauer geworden und habe seine Unterkunft verlassen. Direkt nach dem Vorfall hatte das Mädchen die Polizei gerufen und den Mann angezeigt.

Vor Zeugen hätte sie später erklärt, sie habe damals bei der Polizei gelogen und werde das vor Gericht auch sagen, behauptete dagegen der Syrer. Das stimme nicht, stellte die Jugendliche am Freitag vor dem Bochumer Landgericht klar. Im Gegenteil, der Angeklagte habe gedroht, sie zu schlagen, wenn sie gegen ihn aussage.

Der Vorsitzende Richter Johannes Kirfel ermahnte den Mann. Es gebe den Verdacht, dass er sich der versuchten Zeugenbeeinflussung schuldig mache. „Wenn sich das bewahrheitet, wird ein Haftbefehl gegen Sie erlassen!“ Doch der Angeklagte blieb bei seiner Darstellung und benannte Entlastungszeugen.

Über die Balkanroute nach Deutschland geflüchtet

Der Flüchtling war über den Libanon, die Türkei und Griechenland auf der Balkanroute nach Deutschland gelangt. Da seine Eltern in Dubai leben, übernahm das Wittener Jugendamt 2016 die Vormundschaft. Für die Polizei gilt der Mann als Intensivstraftäter. Er musste die Jugendbetreuungseinrichtung „Flow“ wegen seines Ärgers mit der Justiz verlassen, vom Berufskolleg flog er wegen seiner Fehlzeiten. Ein Drogenproblem habe er nicht, so der Syrer, in der Vergangenheit aber Marihuana geraucht und auch Alkohol getrunken.

Insgesamt liegen acht Anklagen gegen ihn vor. Es geht um den gewalttätigen Angriff auf einen Zivilpolizisten am 30. Juni 2017 am Rathausplatz, um Vergewaltigung am 13. März 2017 in einer Flüchtlingsunterkunft, um eine Körperverletzung am 17. September 2017 auf der Körnerstraße, um Drogenbesitz und –weitergabe, um Beleidigung, gefährliche Körperverletzung sowie Computerbetrug und um weitere Beleidigungen und Körperverletzungsdelikte am 5. Mai 2017.

Am Mittwoch geht es um den Angriff auf einen Polizisten

Damals, Anfang Mai, soll der junge Mann mehrere Mädchen auf dem Rathausplatz beleidigt und anschließend zu Boden geschlagen haben. Der Angeklagte wiederum schildert den Vorfall anders herum. Ein Mädchen habe ihn geschlagen, daraufhin habe es Streit gegeben und sie sei auf den Boden gefallen. Am Mittwoch (28.2.) wollen die Richter Zeugen zur brutalen Prügelei am Rathausvorplatz vom Juni vernehmen, als er einen Polizisten schwer verletzt haben soll.

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