Gruselparty

Süßes nur abgepackt: So feiern die Wittener Halloween

Fabian und Melanie Mengücek schmücken für das Halloween-Fest den Vorgarten und die Garageneinfahrt eines Hauses an der Straße Alter Garten in Witten. Das Haus gehört Melanies Lebensgefährten Christian Lendeke.

Fabian und Melanie Mengücek schmücken für das Halloween-Fest den Vorgarten und die Garageneinfahrt eines Hauses an der Straße Alter Garten in Witten. Das Haus gehört Melanies Lebensgefährten Christian Lendeke.

Foto: Jürgen Theobald / FUNKE Foto Services

Witten.  Trotz Maske und Abstand: Dürfen Kinder an Halloween an den Türen der Nachbarschaft klingeln? So feiern Familien in Witten das Gruselfest.

Süßes oder Saures! Halloween ist für Kinder ein großer Spaß. Eltern bereitet die diesjährige Süßigkeiten-Sammelei allerdings mehr Bauchschmerzen denn je: Soll man in Pandemiezeiten den Kleinen den Gruselspaß gönnen oder nicht? Auch in Witten sind die Meinungen gespalten – und es gibt Alternativvorschläge.

Folgt man den Diskussionen in verschiedenen Facebook-Gruppen, dann scheint es ein „Halloween light“ zu geben. Denn so richtig können viele die Bitte des NRW-Gesundheitsministeriums, darauf zu verzichten von Tür zu Tür zu ziehen, nicht nachvollziehen: Es findet draußen statt, man kann Abstand halten und eine Maske haben die meisten Kinder doch sowieso auf. „Alles was Spaß macht, wird verboten. Die Kinder müssen dieses Jahr auf so Vieles verzichten. Ich finde das einfach schlimm“, schreibt eine Wittenerin.

Herbederin bittet öffentlich um Adressen

Darum werden auch Ideen getauscht: Die Süßigkeiten könne man in einem Apfelpflücker überreichen. Man packt kleine Tütchen und stellt sie zur Überreichung auf ein Tablett. Manche wollen auch Kleinigkeiten einfach vor die Tür stellen, ohne diese zu öffnen.

Die Herbederin Susann Runde hat öffentlich um Adressen gebeten, an denen ihre Kinder schellen dürfen. „In den letzten Jahren haben wir die Runde durch die Herbeder Geschäfte gemacht. Wir haben nie einfach irgendwo an der Haustür geschellt, denn es geht ja um den Spaß und nicht um die Süßigkeiten“, sagt sie. „Ich glaube, nicht jeder wird in diesem Jahr vorbereitet sein und einfach so sollte man es auch nicht machen.“ Ihren vier kostümierten „Geistern“ im Alter von drei bis sieben Jahren wollen nun fünf Herbeder die Türe öffnen. „Das wird eine schöne Runde mit fünf Adressen, Abstand und Maske“, so die Mutter.

„Wir lassen uns Halloween nicht nehmen“

In den Wittener Geschäften wird zumindest rege Halloween-Dekoration angeboten – vielleicht verlagert sich der diesjährige Partyspaß auf einen Spaziergang zu den geschmückten Hausfassaden? Fabian und Melanie Mengücek setzen darauf und dekorieren zurzeit ihren Vorgarten am Alten Garten in Heven. „Wir lassen uns das nicht nehmen“, sagt Fabian (18). „Kein Halloween wäre für die Kinder zu schade.“ Die Mengüceks schmücken zum zweiten Mal im großen Stil. Schon im letzten Jahr seien viele Passanten am Gartenzaun stehengeblieben, um das Haus, das zudem von einem Projektor bestrahlt wird, anzugucken.

Wie toll das aussehen kann, zeigt Familie Daut jedes Jahr an der Alte Straße in Bommern. An Halloween verwandeln die Bommeraner ihren Garten in ein Gruselkabinett – und sich selbst in Monster, Skelette, Zombies und Riesenspinnen. Von Jahr zu Jahr kommen immer mehr Menschen, um sich das Spektakel anzusehen. Auch diesmal schmücken die Dauts – aber etwas weniger. „Das Labyrinth, in dem wir Leute live erschreckt haben, ist nicht corona-konform“, sagt Jannis Daut. Darauf werden sie verzichten.

Rund ums Haus aber bauen sie ihre Kürbisse und Spinnennetze auf, zudem die ganze Technik mit Nebelmaschinen und Video-Beamern. „Es ist draußen, jeder kann mit Abstand um das Haus herumgehen“, sagt Jannis. Die Dauts freuen sich schon auf ihr Event – und auch sämtliche Nachbarn. „Wir wurden ganz oft angesprochen, denn auf diesen Spaß will keiner verzichten.“

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