Digitalisierung

Start-up bringt Wissen vom Silicon Valley an die Uni Witten

Für Professor Jan Ehlers (li.) ist “Masterplan.com“-Gründer Daniel Schütt einer der „Vorzeige-Alumni“.

Für Professor Jan Ehlers (li.) ist “Masterplan.com“-Gründer Daniel Schütt einer der „Vorzeige-Alumni“.

Foto: Jürgen Theobald / FUNKE Foto Services

Witten/Bochum  Daniel Schütt entwickelt Webinare mit Digitalpionieren. Die Videos von „Masterplan.com“ sind wie gemacht für den neuen Wittener Studiengang.

. Er hätte ja auch dorthin ziehen können, wo man mit der Digitalisierung am Puls der Zeit ist. Aber statt sich etwa eine Zukunft in Berlin aufzubauen, trägt Daniel Schütt – Bochumer und Absolvent der Uni Witten/Herdecke – vom Kohlenpott aus dazu bei, dass sich die Arbeitswelt den digitalen Herausforderungen stellt. „Viele spezialisierte Tech-Unternehmen hat man hier zwar nicht“, sagt der 35-Jährige. „Aber dafür ein Netz an Universitäten, mit denen man super zusammenarbeiten kann.“

So ist es geschehen. Mit seinem Start-up „Masterplan.com“ hat Schütt eine Kooperation mit seiner alten Ausbildungsstätte vereinbart. Nun können über 2500 Studenten auf Schütts Inhalte zugreifen: Kinofilmgleiche Online-Tutorials mit führenden Köpfen der Digitalbranche, aus Deutschland und dem Silicon Valley. Die will auch die Uni künftig verstärkt hervorbringen – mit einem neuen Studiengang, der digitalen Wandel und soziale Verantwortung vereinbaren möchte („Digital Transformation & Social Responsibility“).

„Gewohnheiten bedeuten den Tod“

„Bei dem Studiengang geht es darum, junge Menschen bei der Digitalisierung so handlungsfähig zu machen, dass sie andere mitnehmen können“, erklärt Vizepräsident Dr. Jan Ehlers. „Sie sollen bei der Digitalisierung nicht in Hysterie verfallen – weder zu euphorisch noch zu ängstlich sein – und positive wie negative Folgen abschätzen können.“

Die „Masterplan.com“-Vorlesungen von Experten wie „Mrs. Code“ Aya Jaff, Mymuesli-Mitgründer Max Wittrock oder Sibyll Brüggemann von Klarna verfolgen ähnliche Lernziele – und sollen deshalb besonders für die 30 Master-Studenten des neuen Studiengangs eine Ergänzung sein. In den Web-Kursen wie im Studiengang steht die zentrale Frage im Raum: Wie kann man den digitalen Wandel in einer Firma sauber vollziehen. „Die Kernherausforderung ist es, eine Bereitschaft zur permanenten Veränderung aufzubauen“, sagt Jungunternehmer Schütt. „In Gewohnheiten zu verfallen, bedeutet für ein Unternehmen den Tod.“

Uni will mehr in die Öffentlichkeit

Mit derselben Haltung will Vizepräsident Ehring den neuen Studiengang gestalten. Der Lehrplan soll – gemäß der schnellen Entwicklungen im Netz – ständig angepasst und überarbeitet werden. Wandlungsfähige Lehrpläne und Unternehmen sind das eine, die Gesellschaft das andere: „Auf der Reise der Digitalisierung muss man alle mitnehmen“, findet Ehring. Die Uni will deswegen vor allem bei der Digitalisierung künftig enger mit Schulen zusammenarbeiten, „mehr in die Öffentlichkeit“ gehen, sagt Ehring. Formate wie die Bürgeruni oder öffentliche Vortragsreihen wie der „Digitale Salon“ sollen ausgebaut werden. „Wir dürfen uns bei dem Thema nicht auf die Uni beschränken“, so Ehring. „Es sind falsche Zeiten, um den Elfenbeinturm zu zementieren.“

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