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Stadtgalerie-Umbau beschert Händlern Einbußen

Der Blick in Richtung Eingang zum Hauptbahnhof. Die Bauwände sollen noch farbig beklebt werden. Fotos:Jürgen Theobald

Der Blick in Richtung Eingang zum Hauptbahnhof. Die Bauwände sollen noch farbig beklebt werden. Fotos:Jürgen Theobald

  Für den neuen Ankermieter TK Maxx laufen in der Stadtgalerie große Bauarbeiten. Auf die Kunden wirkt das Einkaufscenter kahl und leer geräumt.

Corinna Limberg sucht Deichmann. Vergeblich, das Schuhgeschäft bleibt für drei Monate dicht. Da verlässt die 27-Jährige die Stadtgalerie, ohne eingekauft zu haben. „Dass deutlich weniger Kunden kommen, merken wir alle“, meint ein Filialleiter. Grund ist der Umbau des Einkaufszentrum für den neuen Ankermieter TK Maxx. Die lange Bauphase und ihre Leerstände sind für die Mieter schwierig.

In dem Einkaufszentrum gibt es fast ausschließlich Filialisten und so verweist praktisch das komplette Verkaufspersonal auf die jeweilige Firmenzentrale, wenn es um eine Stellungnahme gebeten wird. Ohne ihren Namen zu nennen, sagen aber doch einige etwas. „Wir leiden unter dem Baulärm. Dann halten sich ungern Kunden im Geschäft auf“, sagt eine Verkäuferin. Viele Kunden würden fragen, ob ihr Geschäft noch bliebe. Ein Trost: der Kahlschlag ist vorbei.

Hochphase des Umbaus hat begonnen

Sieben Geschäfte haben die Stadtgalerie Ende April verlassen: Es ist die Ladenzeile, in der einst Tom Tailor oder Colloseum im Erdgeschoss ihr Zuhause hatten sowie im ersten Obergeschoss Ulla Popken oder die Parfümerie Pieper. Drei Ladenlokale standen bereits leer. „Die Hochphase des Umbaus hat gerade angefangen“, sagt Center-Manager Frederik Westhoff. „Wenn man aus zehn Ladenlokalen eins machen will, muss man vieles rausreißen.“ Die einstigen Schaufenster verstecken hohe Rigipswände. Eine „Staubschutzwand“, damit die Bauarbeiten den Verkauf so wenig wie möglich beeinträchtigen. Auch der Eingang in Richtung Hauptbahnhof ist in Bauwände gepackt. Die Wände sollen demnächst bunt bedruckt werden.

„Das ist relativ geschickt gemacht“, findet eine Verkäuferin. Sie beeindrucke der Aufwand der Baumaßnahme. „Aber ich bezweifele, dass sich das lohnt.“ Die Laufkundschaft für ihr Modegeschäft sei zurückgegangen. „Deichmann und dm waren die Geschäfte, die Leute gezogen haben.“ Zumindest der Schuhhändler wird wiederkommen: am 12. Juli eröffnet er im einstigen dm-Markt.

Im Erdgeschoss wird improvisiert. Zwischen der Automatenlandschaft „Kiddieland“ versucht ein Mitarbeiter der Postbank für Finanzprodukte zu werben. Erst Anfang 2019 sollen die Bauarbeiten beendet sein. Im März will TK Maxx eröffnen. Bis dahin heißt es für die Mieter: Durchhalten!

>> Großer Umbau neun Jahre nach Eröffnung

2009 eröffnete die Stadtgalerie in Witten, neun Jahre später steht ihr größter Umbau an. Aus zehn Ladenlokalen wird eines, 2200 qm groß. Der Eigentümer der Stadtgalerie, der ausländische Immobilienfonds „Curzon Capital Partners III“, investiert etwa fünf Millionen Euro in den Umbau seines Hauses.

TK Maxx bietet reduzierte Markenware an, eine Art Outlet Store für viele Anbieter – und ein Angebot für Menschen, die gerne nach Schnäppchen wühlen. Das Motto: „Man findet immer das, was man nicht gesucht hat.” TK Maxx gibt es bereits in Hagen, Dortmund, im Herbst eröffnet ein Geschäft über drei Etagen in der Bochumer Kortumstraße.

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