Interview

Stadtgalerie-Manager Westhoff wechselt von Witten nach Essen

Center-Manager Frederik Westhoff verlässt nach vier Jahren Witten wieder.

Center-Manager Frederik Westhoff verlässt nach vier Jahren Witten wieder.

Foto: Barbara Zabka / FUNKE Foto Services

Witten.  Im Interview blickt der 35-Jährige auf die vergangenen vier Jahre in Witten zurück. Er hatte einige Erfolge – aber nicht alles ist ihm gelungen.

Nach knapp vier Jahren als Center-Manager der Stadtgalerie verlässt Frederik Westhoff Witten wieder. Der 35-Jährige wird einen neuen Job in Essen antreten. Im Interview lässt er die letzten Jahre Revue passieren, erklärt, warum TK Maxx ein Gewinn ist und erläutert, welche Misserfolge ihn ärgern.

Sie waren als Junior-Centermanager in Aschaffenburg tätig. Hand aufs Herz: Als dann 2015 das Angebot kam, nach Witten zu wechseln, waren Sie gleich begeistert?

Ja, ich habe sofort zugesagt. Als gebürtiger Düsseldorfer war mir Witten natürlich ein Begriff – auch wenn ich das Center vorher noch nicht kannte. Mir war damals klar, dass die Leitung der Stadtgalerie Witten eine große Herausforderung ist.

Warum ist Witten nicht einfach?

Wegen der geografischen Lage zwischen Dortmund, Bochum und Hagen. Da schauen die Filialisten auf die Landkarte und prüfen genau, ob ein weiterer Laden in Witten wirtschaftlich betrieben werden kann. Diesem Wettbewerb muss Witten sich stellen.

Das haben Sie versucht. Was haben Sie erreicht?

Ein erster Erfolg war der Umbau von Saturn. Die Ladenfläche wurde zwar verkleinert, aber der Mieter dafür für weitere zehn Jahre an die Stadtgalerie gebunden sowie Intersport für die Galerie gewonnen. Die kleinteiligere Vermietung ist ohnehin der Trend, da viele Konzepte mit weniger Verkaufsfläche auskommen als noch vor einiger Zeit.

Aber mit TK Maxx haben Sie dann einen großen Mieter gewonnen.

Ja, das haben uns viele nicht zugetraut, einen Mieter wie TK Maxx für Witten zu gewinnen. Auch wenn wir nicht nur Lob bekommen haben, war die Entscheidung richtig, dafür die umfangreichen Umbauarbeiten auf uns zu nehmen.

Dafür haben Sie aber anderen Läden kündigen müssen.

Die Verträge liefen meist nur noch eine kurze Zeit und es war klar, dass sie nicht verlängert werden würden. So bedauerlich der Auszug von Pieper, Ulla Popken, Tom Tailor und Telekom war und ist – der Schritt war nötig. Damit konnten wir die Stadtgalerie für die Zukunft auf sichere Beine stellen, ihre Stellung am Markt behaupten und sogar ausbauen.

Sie mussten für TK Maxx einen teuren Umbau stemmen.

Ja, aber der Eigentümer hat die Investition nicht bereut. Denn durch TK Maxx haben wir jetzt eine deutlich bessere Verhandlungsposition in Gesprächen mit Bestandsmietern und potenziellen neuen Mietern. Die Stadtgalerie ist dadurch wieder mehr in den Fokus gerückt.

Aber Sie haben dennoch eine hohe Leerstandsquote.

Ja, im Obergeschoss und unten im Gastronomie-Bereich, was ich bedaure. Vor allem, dass es uns bis heute nicht gelungen ist, einen Lebensmittler anzusiedeln. Dabei hatten wir bereits ein Konzept für die Waren-Anlieferung erarbeitet sowie die Machbarkeit einer direkten Anbindung des Parkdecks geprüft. Trotz der vorhandenen starken Wettbewerbssituation sind wir zuversichtlich, in nächster Zeit einen weiteren Mietvertragsabschluss vermelden zu können. Immerhin sind Lebensmittel-Märkte noch immer auf Expansionskurs…

Wer wird denn ihr Nachfolger?

Meine Stellvertreterin Kerstin Weindorf wird das Center übergangsweise für die nächsten drei Monate leiten, bevor dann meine Nachfolgerin Frau Arnold die Stadtgalerie übernehmen wird. Ich wünsche ihr alles Gute!

Und was machen Sie?

Ich wechsele zur Rathaus-Galerie nach Essen, wo ich bereits damals mein Trainee-Programm absolviert hatte. Auch dort soll investiert und im laufenden Bestand umgebaut werden. Ich freue mich darauf, nach zehn Jahren wieder dorthin zurückzukehren und als Düsseldorfer meine täglichen Fahrtzeiten zu verkürzen.

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