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Stadt Witten sucht dringend Wahlhelfer

Schon bei der Kommunalwahl 2014 hatte der Leiter des Wahlamtes, Michael Muhr (li.), mit seinen fleißigen Helfern viel zu tun.

Foto: Thomas Nitsche

Schon bei der Kommunalwahl 2014 hatte der Leiter des Wahlamtes, Michael Muhr (li.), mit seinen fleißigen Helfern viel zu tun. Foto: Thomas Nitsche

witten.   100 Freiwillige fehlen noch zur Bearbeitung der Landtagswahl am 14. Mai. Interessierte können sich bis Ende April direkt beim Wahlamt bewerben.

Händeringend sucht die Stadt Witten noch immer ehrenamtliche Helfer, die zur Landtagswahl am 14. Mai fleißig Stimmen auszählen und für einen reibungslosen Ablauf sorgen. Gut 100 Wahlhelfer fehlen noch, insbesondere in den südwestlichen Bezirken und für die Abwicklung der Briefwahl.

Zum dritten Mal in Folge schreiten Wittens Bürger in diesem Jahr im Mai, am Muttertag zur Urne. „Das macht sich bei der Rekrutierung ehrenamtlicher Helfer schon bemerkbar. Der Mai ist ein beliebter Ferienmonat“, sagt der Leiter des städtischen Wahlamtes, Michael Muhr, der mit der laufenden Meldung engagierter Bürger bislang aber dennoch ganz zufrieden sei. Mit mindestens fünf und maximal acht Helfern müssen die Wahllokale in den 54 Stimmbezirken besetzt sein. „Bis auf einige Ausnahmen sind alle Bezirke schon mit fünf Personen besetzt“, verrät Muhr, dass es aber insbesondere in Heven, Herbede, Vormholz sowie in Buchholz und Kämpen noch „große Lücken“ gäbe.

Am Wahltag sind 750 Ehrenamtliche im Einsatz

Insgesamt sind am Wahltag knapp 750 Ehrenamtliche ab 7.30 Uhr im Einsatz, in den Briefwahlvorständen ab 15 Uhr. Der Dienst endet nach Feststellung und Übermittlung der Stimmen. „Im Regelfall sollten die Helfer gegen 20 Uhr entlassen sein“, meint Muhr, verrät aber, dass es auch schon einmal länger dauern könne. „Bei der letzten Bundestagswahl gab es im größten Briefwahlbezirk einen Zählfehler, da war erst um 23 Uhr Schluss. Sowas ist aber die absolute Ausnahme“, führt der Leiter des Wahlamtes aus.

Im Gegenzug für ihr Engagement erhalten die Helfer eine Aufwandsentschädigung von 40 Euro (im Briefwahlvorstand 30 Euro). „So können sich zum Beispiel Studenten ihr Haushaltsgeld ein wenig aufbessern“, verrät Marie-Miriam Albrecht (30). Die Wittenerin spricht aus Erfahrung, hilft als Wahlvorsteherin schon lange bei Urnenwahlen im Stimmlokal aus. „Das ist wirklich eine nette Sache. Man lernt viele freundliche Leute aller Berufsgruppen kennen, die mit vollem Eifer dabei sein“, sagt die Wittenerin, die zudem den ideologische Wert dieses Ehrenamts betont: „Ich finde es sehr wichtig, Leuten die Möglichkeit zu geben, ihre Meinung zu vertreten“.

Wahlhelfer muss 18. Lebensjahr vollendet haben

Naturgemäß kommen dabei auch einige Anekdoten zusammen. „Einmal ist der Umschlag mit dem Wahlergebnis, der wichtigste überhaupt, in der Urne gelandet. Der Schlüssel für das Wahllokal war schon abgegeben, da musste der Hausmeister extra noch einmal aufschließen“, verrät Albrecht,.

Bis zum 28. April können sich volljährige, deutsche Staatsbürger noch als Wahlhelfer bewerben. Auskünfte und Anmeldung unter 581 1270 oder per E-Mail an wahlamt@stadt-witten.de

Wer den Job als Wahlhelfer machen möchte, muss das 18. Lebensjahr vollendet haben und dazu ziemlich aufmerksam sein, wenn es daran geht, das Stimmergebnis festzustellen. Allerdings werden die Ehrenamtlichen bei weitem nicht nur für das Zählen verpflichtet. Wer bei Urnen- und Briefwahl hilft, muss verantwortungsvoll handeln und durchgreifen können.

Nicht nur bei der Auszählung gilt es, keine Fehler zu machen. Auch während dem Urnengang muss auf die Einhaltung der Regeln geachtet werden. „Der Fokus liegt in diesem Jahr darauf, dass die Wähler in der Kabine ihr Smartphone nicht benutzen“, sagt der Leiter des Wahlamtes, Michael Muhr, der seine freiwilligen Helfer vor Wahlbeginn dazu extra einer kleinen Schulung unterzieht.

Stimmzettel abfotografieren verletzt Wahlgeheimnis

Wer seinen Stimmzettel abfotografiert und verbreitet, verletzt das Wahlgeheimnis. „Diese Stimmen dürfen dann nicht zugelassen werden“, macht er klar. Würde ein Bürger dennoch versuchen, seine Stimme abzugeben, vielleicht sogar mit Gewalt, drohen ihm nach dem Strafgesetzbuch eine Geldstrafe oder – in besonders schwerem Fall – sogar das Gefängnis. Das es soweit erst gar nicht kommt, fällt in den Zuständigkeitsbereich der Wahlhelfer.

Die sollten im Stimmlokal zudem immer Augen und Ohren offenhalten. „Einige Wähler versuchen immer mal wieder, andere zu beeinflussen oder Werbehefte in der Wahlkabine platzieren. Da muss man natürlich dann einschreiten“, sagt Marie Miriam Albrecht, die als langjährige Wahlvorsteherin aus Erfahrung spricht.

Besondere Anforderungen an die Sorgfaltspflicht der Ehrenamtlichen stellt zudem die Auszählung der Briefwahl. Neben dem korrekt bearbeiteten Stimmzettel, muss die sich auf dem Wahlschein befindliche eidesstattliche Versicherung mit einer Unterschrift versehen sein. „Die Prüfung ist penibler und dauert entsprechend länger“, bestätigt Wahlamt-Chef Muhr.

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