Jugendamt

Stadt: Kindeswohl trotz Personalnot nicht akut gefährdet

Kann sich die Stadt ausreichend um womöglich gefährdete Kinder etwa in Problemfamilien kümmern? Die SPD hatte vor  dem Hintergrund der anhaltenden Personalnot im Jugendamt eine entsprechende Anfrage gestellt.

Kann sich die Stadt ausreichend um womöglich gefährdete Kinder etwa in Problemfamilien kümmern? Die SPD hatte vor dem Hintergrund der anhaltenden Personalnot im Jugendamt eine entsprechende Anfrage gestellt.

Foto: Friso Gentsch, dpa

witten.   Die SPD fragt nach Lösungen, damit das Wittener Jugendamt „schnell wieder arbeitsfähig wird“. Sie wollte wissen, ob das Kindeswohl gefährdet sei.

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Trotz der anhaltenden Personalnot im Jugendamt gibt es nach Angaben der Bürgermeisterin keine Fälle, in denen das Kindeswohl akut gefährdet ist. Das teilte jetzt die SPD-Fraktion mit, die eine entsprechende Anfrage an die Verwaltung gestellt hatte.

In den Abteilungen, die für diese sensiblen Bereiche zuständig sind, gebe es einen festen Personalschlüssel, heißt es. „Bei Unterschreitung werden umgehend Besetzungsverfahren angestoßen“, zitiert die SPD aus dem Antwortschreiben. Kollegen versuchten, Engpässe etwa durch Mehrarbeit aufzufangen.

Neues Personal braucht Einarbeitungszeit

Überlastungsanzeigen gebe es gerade dort, wo mehrere Faktoren zusammenkämen, etwa Langzeitkranke, steigende Fallzahlen oder neue gesetzliche Aufgaben. Die Stadt arbeite daran, die freien Stellen zu besetzen, so die SPD. Teils gebe es interne Lösungen, für andere Positionen seien Besetzungsverfahren angelaufen.

„In vielen Abteilungen gibt es gerade neues Personal, das natürlich zunächst noch eine Einarbeitungszeit benötigt“, sagt Birte Güting, jugend- und schulpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion. Mindestens vier Stellen beim Jugendamt seien derzeit offenbar nicht besetzt. Oft sei es schwer, bei längerfristigen Erkrankungen Neubesetzungen vorzunehmen. Offenbar seien nicht alle freien Stellen gleich auch extern ausgeschrieben worden, folgert die SPD aus der Antwort der Verwaltung. Zuletzt habe die Stadtspitze aber Ende März entsprechende Entscheidungen getroffen.

Angespannte Haushaltssituation das größtes Hindernis

„Als größtes Hindernis für die Wieder- beziehungsweise Neubesetzung der Stellen benennt die Stadt die Haushaltssituation“, sagt Fraktionsmitglied Christoph Malz. Zusätzlich führe sie eine Vielzahl neuer Aufgaben und steigende Kosten als Gründe an. Außerdem stünden die Stellen im Jugendamt noch in Konkurrenz zu vielen anderen Verwaltungsbereichen, zitiert Malz die Stadtspitze, „die ebenfalls pflichtig, wichtig und dringlich sind“.

Aus diesem Grunde habe die Stadtverwaltung auch den Vorschlag der SPD-Fraktion abgelehnt, dem Jugendamt 20 der derzeit unbesetzten Verwaltungsstellen aus anderen Bereichen zuzuschlagen. Malz: „Sie argumentiert, dass die Stellen anderswo auch benötigt würden.“ Auf die Frage, was konkret geschieht, „damit das Jugendamt schnell wieder arbeitsfähig wird“, verweist die Behörde laut SPD auf die „laufenden Anstrengungen“. Um den Problemen durch Langzeiterkrankungen zu begegnen, denke sie über einen Stellen-Sonderpool nach.

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