Corona

Spielplätze in Witten sind im Lockdown besonders beliebt

Unbeschwert spielen im Lutherpark in Witten: Khadija (5, vorne), Ivan (5, Mitte) und Reyan (4) toben am Samstagmittag auf dem Klettergerüst.

Unbeschwert spielen im Lutherpark in Witten: Khadija (5, vorne), Ivan (5, Mitte) und Reyan (4) toben am Samstagmittag auf dem Klettergerüst.

Foto: Barbara Zabka / FUNKE Foto Services

Witten.  Trotz Corona-Lockdown bleiben die Spielplätze in Witten für Familien geöffnet. Doch wie verträgt sich unbeschwertes Spielen mit den Regeln?

Im ersten Corona-Lockdown waren sie gesperrt, jetzt sind die Spielplätze offen. Viele Eltern nutzen die Möglichkeit, um ihre Kinder an die frische Luft und in Bewegung zu bringen. Vor allem am Hohenstein war am Wochenende einiges los, trotz kühlem Novemberwetter. Viele verhalten sich zwar vorsichtig – die vorgeschriebene Maskenpflicht halten die Eltern jedoch nicht überall ein.

Im Lutherpark hört man schon von weitem Kindergeschrei. Ausgelassen quietschend spielen Ivan (5), sein Cousin Reyan (4) und dessen Schwester Khadija (5) auf den Klettertürmen und rennen über die Hängebrücke. Die drei sind an diesem Samstagmittag die einzigen Kinder auf dem Spielplatz.

Bangin Kalash ist genau deswegen mit seinen beiden Kindern und seinem Neffen hierhergekommen: „Es ist super, dass sonst niemand da ist. Dann können die Kinder hier frei spielen.“ Seinen Schal trägt der 30-Jährige die ganze Zeit als Mund-Nase-Bedeckung, obwohl sonst niemand da ist. Eine Maske zu tragen, ist auf den Spielplätzen auch vorgeschrieben. Ausgenommen sind davon nur kleine Kinder, die noch nicht in der Schule sind.

Auf dem Spielplatz im „Park der Generationen“ in Witten spielt nur eine Familie

Im Park der Generationen in Annen spielt Oliver Mortzfeld (39) mit seinen beiden Söhnen Aaron (1) und Arvid (4). „Wenn mehrere Leute da sind, setze ich auch meine Maske auf, die hat man ja mittlerweile sowieso in jeder Tasche“, sagt der 39-Jährige. Heute haben die drei den Spielplatz aber für sich alleine.

Für Aaron hat Oliver Mortzfeld Sandspielzeug mitgebracht. Er hebt das Kind vom Klettergerüst, als es nicht mehr weiterkommt. Dann setzen sich alle zusammen in die große Korbschaukel.

„Höher!“ ruft Arvid. „Wir gehen eigentlich jeden Tag auf einen Spielplatz, die Kinder müssen ja raus. Spielplätze sind gerade noch das Beste, was wir kriegen können“, sagt Oliver Mortzfeld. Schwimmbad, Trampolinhalle und andere Aktivitäten fallen im Moment wegen des Lockdowns weg.

Sophie (5) darf erst auf das Klettergerüst, als die anderen Kinder weg sind

Am Hohenstein ist es deutlich voller. Auf dem Spielplatz trägt niemand eine Maske. Birthe Penshorn (25) und Jannik Schuppener (29) ärgern sich darüber, dass einige Eltern in Grüppchen zusammenstehen. Sie sind lieber vorsichtig und erlauben Tochter Sophie erst dann auf das Klettergerüst zu gehen, als alle anderen Kinder dort weg sind.

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Wann gespielt werden darf und wann nicht, verstehe die Fünfjährige schon sehr gut. „Sie sagt dann: ‚Ach, wir dürfen nicht wegen Corona‘, und dann gehen wir weiter“, so Mutter Birthe Penshorn. Die Familie wohnt seit Anfang des Jahres in Rüdinghausen. Dort gebe es nur einen kleinen Spielplatz. Deshalb kommen sie im Moment jedes Wochenende zum Hohenstein.

Zum Hohenstein in Witten kommen viele Familien aus den umliegenden Städten

Der Hohenstein ist nicht nur bei Wittenern ein beliebtes Wochenendziel. Die Autokennzeichen auf dem Parkplatz zeigen, dass einige extra aus Dortmund, Bochum, Wanne-Eickel, Hagen und Mülheim hierherkommen.

Auch Lina Hüging (30) und Kolja Brandtstedt (33) sind eine halbe Stunde gefahren. Sie wohnen in Essen-Freisenbruch. Ihr Sohn Emil (3) steht gerade auf einem Drehspielgerät und dreht sich lachend im Kreis.

Seine Eltern finden: Hier kann man sich gut an die Abstandsregeln halten, weil alles so weitläufig ist. Bei ihnen zuhause sieht das anders aus. „Direkt bei uns vor der Haustür gibt es einen Spielplatz. Aber da ist oft Gruppenkuscheln angesagt, vor allem nach dem Kindergarten. Da gehen wir nicht hin“, sagt Lina Hüging.

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