Umweltschutz

Spaziergänger räumen an der Nachtigallbrücke in Witten auf

Ausgerüstet mit Abfallbehältern und Mülltüten begeben sich die Teilnehmer des „Clean-Up“-Spaziergangs an der Nachtigallbrücke auf die Suche nach herumliegenden Plastikflaschen und Zigarettenkippen.

Ausgerüstet mit Abfallbehältern und Mülltüten begeben sich die Teilnehmer des „Clean-Up“-Spaziergangs an der Nachtigallbrücke auf die Suche nach herumliegenden Plastikflaschen und Zigarettenkippen.

Foto: Barbara Zabka / FUNKE Foto Services

Witten.  Bei einer „Clean-Up“-Tour sammelte eine Gruppe engagierter Wittener Müll ein, der an der Nachtigallbrücke herumlag. Der Abfall wog schwer.

Handschuhe an, Mülltüte unter den Arm und los geht’s – beim Saubermachen kann jeder mithelfen. Rund um die Nachtigallbrücke haben etwa 15 Helfer am Samstagvormittag (8.6.) säckeweise Müll vom Wegesrand gesammelt. Zehn große blaue Tüten voller Plastik, Scherben und Zigarettenstummel kamen dabei zusammen, alles in allem etwa 100 Kilogramm. Die Organisatoren der Aufräum-Aktion wollen vor allem eines: Mehr Bewusstsein schaffen für den Umgang mit Müll und mit der Natur.

Patrick Schulz möchte Witten wieder zum Strahlen bringen

„Die Natur sollte uns Kraft geben und ein Ort der Erholung sein, da stört es sehr, wenn überall Müll herumliegt“: Patrick Schulz möchte Witten auch im Interesse der Menschen wieder zum Strahlen bringen. Zusammen mit Nils Baukus (30) hat der 26-jährige Student das „Clean-Up“-Projekt gegründet.

Das Vorgängerprojekt „Bochum bolzt“ vereint seit letztem Sommer Sport mit Aufräumen: Schulz und sein Team organisieren Fußballturniere für Grundschulen auf Bochumer Bolzplätzen und räumen in den Pausen mit den Kindern die Umgebung auf. Als Wittener möchte Schulz aber auch vor der eigenen Haustür für Ordnung sorgen. Bei einer Nachhaltigkeitswoche der Uni Witten/Herdecke stellte er das erste Clean-Up im Stadtpark auf die Beine. An der Nachtigallbrücke war es die zweite Aufräum-Aktion.

Schon die Kleinsten machen mit: Für Milas (6) und Gabriel (11), mit Greifzangen ausgestattet, wird das Sammeln zum Spiel: Wer hebt mehr Zigarettenstummel auf? Wer entdeckt noch eine Scherbe zwischen den Steinen? Als Milas nach einem „Finderlohn“ fragt, sagt Michael Kapmeyer, der sich mit seinem Sohn Gabriel an der Aktion beteiligt: „Die Belohnung ist eine saubere Natur und eine gesunde Zukunft für Tiere und Menschen.“ Milas ist zufrieden: „Das reicht mir.“ Für Nils Baukus ist in Sachen Müll klar: „Wenn jetzt nichts passiert, ist das der Supergau für die Nachwelt.“

Es werde weiterhin zu wenig gegen Umweltverschmutzung getan, findet Michael Kapmeyer. Anstatt eine Pressemitteilung nach der anderen zu dem Thema zu veröffentlichen, „sollte man einfach mal selbst mit anpacken“. Dieser Gedanke steckt auch hinter der Aufräumkampagne „#eineHandvollMüll“, mit der Schulz und sein Team in den sozialen Medien Aufmerksamkeit für ihre Aktionen schaffen wollen. „Wenn jeder täglich nur eine Handvoll Müll aufsammeln würde, würde das unsere Stadt um einiges schöner und sauberer machen“, so Schulz. Sei der Müll an einem Ort erstmal beseitigt, komme so schnell auch kein neuer dorthin: „Die Hürde ist deutlich höher, den eigenen Müll liegen zu lassen, wenn alles sauber ist.“

Die Achtlosigkeit vieler Menschen beim Thema Müll erschreckt auch Philippa Kroll (25): „Ich gehe die Wege hier jeden Tag mit dem Hund und sehe alles Mögliche herumliegen.“ Die Studentin hat deshalb immer eine Tüte dabei, um liegengelassene Plastikverpackungen und Bierflaschen aufsammeln zu können.

Diesmal stecken schon Eistüten, Süßigkeitenpapier und etliche Zigarettenstummel in ihrem Müllsack. Sie ärgert sich: „Gerade solche kleinen Teile werden oft zur Gefahr für Vögel und andere Tiere, die das für Nahrung halten.“ Für sie ist klar, was sich ändern muss: „Wenn die Leute ihren Müll nicht einfach liegen lassen würden, müssten wir ihnen auch nicht hinterherräumen.“

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