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Sparkasse Witten stellt Vorstand Olaf Michel vorläufig frei

Olaf Michel (links) wurde im April 2016 zum ordentlichen Mitglied im Vorstand der Sparkasse Witten bestellt. Mit auf dem Foto: Ulrich Heinemann, Vorsitzender und Sprecher des Vorstandes (Mitte) und Arno Klinger, stellvertrendendes Mitglied des Vorstands.

Foto: Thomas Nitsche

Olaf Michel (links) wurde im April 2016 zum ordentlichen Mitglied im Vorstand der Sparkasse Witten bestellt. Mit auf dem Foto: Ulrich Heinemann, Vorsitzender und Sprecher des Vorstandes (Mitte) und Arno Klinger, stellvertrendendes Mitglied des Vorstands. Foto: Thomas Nitsche

Witten.   Im Verwaltungsrat geht es nächste Woche darum, wie eine endgültige Trennung aussehen könnte. Der Vertrag des 46-Jährigen läuft noch bis 2021.

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Die Sparkasse Witten will sich offenbar von ihrem Vorstand Olaf Michel (46) trennen. Gegen Michel, der mit dem Vorsitzenden Ulrich Heinemann (57) den zweiköpfigen Vorstand bildet, gibt es Vorwürfe wegen umstrittener Immobiliengeschäfte. Das Ergebnis dieser Prüfung liegt aber noch nicht vor.

Michel war erst im April 2016 in den Vorstand berufen worden. Er hat einen Fünf-Jahres-Vertrag, der ihm ein sechsstelliges Jahresgehalt zusichert. Sein Vorgänger auf dem Posten hatte 2015 laut Geschäftsbericht 300 000 Euro bekommen.

Möglichkeiten endültiger Trennung auf Tagesordnung

Nach Informationen dieser Zeitung ist Michel seit kurzer Zeit von seiner Arbeit im Vorstand vorläufig freigestellt. In der kommenden Woche steht die Frage einer möglichen endgültigen Trennung von Michel auf der Tagesordnung einer ordentlichen Sitzung des Verwaltungsrates. Dem Aufsichtsgremium gehören Politiker und Arbeitnehmervertreter an. Für eine Kündigung müssten gerichtsfeste Gründe vorliegen. In eine Vertragsauflösung müsste Michel selbst einwilligen. Für eine dauerhafte Freistellung für die Restlaufzeit des Vertrages bis 2021 müsste die Sparkasse tief in die eigene Tasche greifen.

Was genau hinter der möglichen Trennung steckt, ist noch unklar. Die Sparkassenspitze ließ die Anfrage der WAZ zu den Gründen und zum Stand des Verfahrens am Freitag unbeantwortet.

Vorwurf: Immobiliengeschäfte „am Markt vorbei“

Wie berichtet, soll Olaf Michel mit dem Leiter der Immobilienabteilung der Sparkasse eine eigene Immobiliengesellschaft betrieben haben. Diese soll Häuser gekauft haben, die Kunden über die Sparkasse veräußern wollten. Das soll womöglich auch am Markt vorbei geschehen sein – also ohne sie vorher wie vorgeschrieben anderen Sparkassenkunden angeboten zu haben.

Ob diese Geschäfte rechtlich einwandfrei waren und ob damit eventuell gegen den internen Verhaltenskodex der Sparkasse verstoßen wurde, das untersucht zur Zeit die renommierte Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Pricewaterhouse Coopers. Diese nimmt dabei die Immobiliengeschäfte der Sparkasse der letzen zehn Jahre unter die Lupe. Ihr Abschlussbericht wird aber erst in einigen Wochen erwartet.

„Spannungen“ in Mitarbeiterschaft

Da für Michel selbstverständlich weiter die Unschuldsvermutung gilt, stellt sich die Frage, warum bereits jetzt Möglichkeiten einer endgültigen Trennung von dem Vorstand erörtert werden. Informierte Kreise sprechen von „hausinternen Spannungen“, für die Michel mitverantwortlich sein soll.

>>> Hauseigener Prüfer wurde gefeuert

Die Sparkasse hatte den langjährigen Leiter ihrer Innenrevision nach 24 Jahren fristlos entlassen. Nach seinen Angaben, weil er verdächtigt wurde, Prüfern des Sparkassenverbandes einen Tipp wegen möglicher Immobiliengeschäfte des Vorstands gegeben zu haben.

Auch diese Angelegenheit soll noch einmal Thema im Verwaltungsrat werden. Nach der Kündigung kam es zum Vergleich vor dem Arbeitsgericht.

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