Wettbewerb

Secret Star: Physiotherapeut aus Witten singt im Fernsehen

Torsten Heinzerling aus Witten nimmt mit seiner Gitarre an dem WDR-Wettbewerb „Secret Star“ teil.

Torsten Heinzerling aus Witten nimmt mit seiner Gitarre an dem WDR-Wettbewerb „Secret Star“ teil.

Foto: Bastian Haumann / FUNKE Foto Services

Witten.  Torsten Heinzerling aus Witten tritt beim Wettbewerb „Secret Star“ des WDR mit Gitarre und Gesang an. Das war aber nicht seine eigene Idee.

Es klingelt an der Tür, man öffnet nichtsahnend und sieht plötzlich in eine riesige Kamera. „Da habe ich erstmal blöd geguckt“, sagt Torsten Heinzerling. Der 53-Jährige macht mit bei „Secret Star“, einer Sendung des WDR, in der Menschen aus NRW ihr Talent zur Schau stellen können.

Doch die Teilnahme war gar nicht Heinzerlings eigene Idee. Seine Frau Claudia Hofstetter hat ihn heimlich, still und leise für den Wettbewerb nominiert. „Der macht so schöne Musik“, sagt die 53-Jährige, „schlicht und unglaublich poetisch“. Und das solle auch mal jemand mitbekommen, findet sie.

Ehefrau steht in Witten überraschend mit Kamerateam vor der Haustür

Kurzerhand schickt sie also ein Musikvideo ihres Mannes mit dem Titel „Schicht im Schacht im Kohlenlande“ an den Westdeutschen Rundfunk – „aus Scheiß“, wie sie sagt. Dass ihr Mann dann wirklich ausgewählt wird, damit habe sie nicht gerechnet. Schon so oft hatte sie versucht, auf seine Musik aufmerksam zu machen.

Und dieses Mal klappt es. Offen freuen konnte sich Claudia Hofstetter allerdings nicht. Denn ihr Mann durfte von ihrer Nominierung ja nichts erfahren. Aber Torsten Heinzerling kennt seine Frau gut. „Ich wusste, da läuft was. Nur was sie im Schilde führt, wusste ich nicht.“ Und so war er dann doch sehr überrascht, als seine Claudia mit einem Fernsehteam vor der gemeinsamen Haustür stand. „Ich war tatsächlich ziemlich durch den Wind“, sagt Heinzerling.

Beim Auftritt zittern die Finger

Als er dann während des Drehs erfährt, dass er gleich auf der Bühne des Zauberkastens in Bochum seine Lieder spielen soll, wird Thorsten Heinzerling wirklich nervös. Er fühlt sich zurückversetzt in den Moment, als er auf seiner Hochzeit einen Song, den er für seine Frau geschrieben hat, auf der Gitarre spielen will. „Die Finger zittern so stark, dass du keine Saite gegriffen kriegst“, sagt er. „Doch irgendwie funktioniert es.“

Der Wittener spielt und seine Frau Claudia, seine Mutter, Schwester, Nichte, sein Schwager, sogar einige seiner Patienten – der Wittener ist Physiotherapeut – lauschen im Zauberkasten seinen Liedern. Schon als Kind hat er sich einen Badmintonschläger vor den Bauch gehalten und Fantasie-Gitarre gespielt. Später war er auch Teil einer Band. Die ging aber in die Brüche, „weil eine Saite gerissen war“, erinnert er sich und muss lachen. „Das war dramatisch.“

Physiotherapeut will sein Hobby nicht zum Beruf machen

Physiotherapeut sei er unheimlich gerne, aber Musik sei eben „das schönste Hobby der Welt“. Seine Stücke erinnern an Herbert Grönemeyer und Marius Müller-Westernhagen. „Das Raue, der Pott, das Melodiöse“ – Aspekte, die auch seine eigene Musik ausmachen. Ob er irgendwann ausschließlich als Musiker sein Geld verdienen will? „Nein“, antwortet Heinzerling nach den schwärmenden Worten etwas überraschend. Wenn sein Hobby zum Beruf werde, habe er „Angst, den Spaß an der Musik zu verlieren“.

Vorstellen könnte er sich aber, Songtexte für andere Interpreten zu schreiben. „Das große Ziel ist ein kleines Tonstudio, um all meine Ideen festzuhalten.“ Oder eine CD aufnehmen? Sieben Lieder gäbe es dafür schon. Einige davon gibt es auch bei Youtube. Thorsten Heinzerling singt über alles, was ihm im Kopf herum geht: Klimawandel, Abschied oder eben der Kohleausstieg. Seine Frau inspiriert ihn, wenn er mal nicht weiterkommt.

Vom 28. September bis zum 2. Oktober können Zuschauer aus NRW nun für Torsten Heinzerling und seine Mitbewerber bei „Secret Star“ abstimmen. Natürlich wollen die Wittener gerne gewinnen, aber: „Wir erwarten gar nichts und hoffen alles“, sagt der Musiker, neugierig auf dieses „Abenteuer“. Denn eigentlich, sagt er, „haben wir schon gewonnen“.

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