Kommentar

Schwarzer Bürgermeister wäre in Witten immer noch ein Wunder

Jürgen Augstein-Peschel kommentiert die Bürgermeister-Stichwahl am Sonntag (27.9.) in Witten.

Jürgen Augstein-Peschel kommentiert die Bürgermeister-Stichwahl am Sonntag (27.9.) in Witten.

Foto: Jürgen Theobald / FUNKE Foto Services

Witten.  Obwohl eine rote Herzkammer wie Dortmund bei der Bürgermeister-Stichwahl fallen könnte – in Witten hat es ein CDU-Kandidat nach wie vor schwer.

Bei der Bürgermeister-Stichwahl in Städten wie Dortmund müssen die Sozialdemokraten um den Verlust ihrer „Herzkammer“ fürchten. Dort könnten es dank der Wahlempfehlung der Grünen für die CDU zu einem sensationellen Machtwechsel kommen. In Witten ist es genau umgekehrt. Grün setzt auf Rot, sprich auf Leidemann. Es wäre ein Wunder, wenn Lars König (CDU) dennoch den Wechsel schaffen würde.

Das hat überhaupt nichts damit zu tun, dass es dem 49-Jährigen nicht zuzutrauen wäre. Nein, man muss aber realistisch bleiben. 7400 Wähler haben bei der Kommunalwahl für die Grünen in Witten gestimmt. Wenn es der Öko-Partei einigermaßen gelingt, den Großteil dieser Wähler am Sonntag wieder an die Urne zu bekommen, könnte das den Ausschlag geben. Es kann aber auch anders kommen.

Mit grünen Wahlgeschenken hat sich Leidemann aus Witten nicht nur Freunde gemacht

Mit ihren Zusagen an die Grünen – vier Millionen fürs Radkonzept im nächsten Jahr, ein neues viertes Dezernat, mehr Stellen – haben sich Sonja Leidemann und die SPD vor der Stichwahl nicht nur Freunde gemacht. Selbst grüne Wähler könnten von solchen teuren Wahlgeschenken nicht angetan sein.

Und da sind ja noch all die Wähler, die im ersten Durchgang für einen der anderen sieben Kandidaten gestimmt haben. Wen unterstützen sie jetzt wohl? Lars König setzt auf eine Wechselstimmung. Gibt es sie wirklich? Oder setzt die Mehrheit am Ende doch auf die ihnen vertraute Amtsinhaberin?

Am Sonntagabend wissen wir mehr. Hoffentlich früher als beim letzten Mal...

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