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Schulen in Witten stehen vor ungewissem Corona-Alltag

So wie auf diesem Archivbild müssen die Schüler auch in Witten ab Montag wieder im Unterricht sitzen. Die Maskenpflicht ist zurück. Zudem muss ausreichend gelüftet werden.

So wie auf diesem Archivbild müssen die Schüler auch in Witten ab Montag wieder im Unterricht sitzen. Die Maskenpflicht ist zurück. Zudem muss ausreichend gelüftet werden.

Foto: Thorsten Lindekamp / Funke Foto Services GmbH

Witten.  Die Herbstferien sind vorbei, ab Montag starten die Schulen in Witten wieder in den Unterricht. Corona macht das Ganze schwieriger als je zuvor.

Am Montag (26.10.) starten alle Schulen in Witten mit dem Präsenzunterricht. Und das, obwohl die Zahl der Coronakranken in die Höhe schnellt. Das bereitet den Schulleitern in Witten Sorgen. „Für mich sind die Maßnahmen bei der derzeitigen Pandemielage ehrlich gesagt zu wenig“, sagt etwa Dirk Gellesch, vom Ruhr-Gymnasium.

Das Land Nordrhein-Westfalen hat beschlossen, dass die Maskenpflicht an den weiterführenden Schulen im Unterricht wieder gilt und ausreichend gelüftet werden muss. Für Schulleiter Dirk Gellesch sei das zwar ein Schritt in die richtige Richtung, aber: „Wir brauchen einen anderen Schulalltag. Ich kann mir bei den Zahlen nicht vorstellen, dass der Regelbetrieb so funktioniert.“

Schulleiter in Witten: „Wir brauchen anderen Schulalltag“

Am Ruhr-Gymnasium lernen jeweils knapp 30 Schüler auf ungefähr 50 bis 60 Quadratmetern gemeinsam. Diese Dichte sei eine Gefahr. Rektor Gellesch würde sich kleinere Lerngruppen wünschen. So könne zum Beispiel eine Gruppe die eine Woche die Schule besuchen, die andere dann in der nächsten. Durch digitale Lernformate wäre das auch zu stemmen.

Gesetzlich ist das derzeit aber nicht möglich: Das Land hat Präsenzunterricht für alle vorgesehen. „Jeder hat ein Recht auf Schule und Bildung“, sagt Gellesch. Dennoch müsse man alles dafür tun, einen erneuten Lockdown zu vermeiden.

Holzkamp-Gesamtschule fährt den Betrieb wieder komplett hoch

An der Holzkamp-Gesamtschule (HGE) ist man hingegen froh, dass der Betrieb ab Montag wieder hochgefahren wird. „Wir beißen uns da durch und sind froh, dass wir vor Ort unterrichten können“ sagt der didaktische Leiter Thomas Högemann. Geteilte Lerngruppen würden an der HGE auch aufgrund des Personals – manche Lehrer gehören zu Risikogruppen und sind nicht dauerhaft abrufbar – schwierig werden.

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Sorge bereitet ihm vielmehr das Lüften. Die Landesregierung sieht vor, dass alle 20 Minuten für etwa drei bis fünf Minuten und in den Pausen gelüftet werden soll. Das Problem an der HGE: Die Fenster ragen zum Teil weit in den Raum rein, sodass die Schüler dadurch gestört werden könnten. „Der ganze Lüftungsprozess nimmt natürlich auch Unterrichtszeit“, so Högemann. Zudem wird an der Schule derzeit renoviert, weshalb es bei geöffneten Fenstern laut werden kann.

Lüftungskonzept sorgt für Skepsis

Auch an den Grundschulen steht man vor allem wegen des Lüftens vor ungewissen Wochen. „Jeder Schüler hat ein anderes Kälteempfinden“, sagt Susanne Daum von der Bruchschule. Zudem ist das Gebäude aus Sandsteinen gebaut. Heißt: Wenn diese einmal kalt sind, bleibt es auch kalt. Die Gefahr, dass Kinder sich erkälten, steige somit. Deswegen hat Daum für alle Klassen Thermometer gekauft.

So soll den Tag über die Temperatur gemessen werden und ein Protokoll angelegt werden. „Nur so haben wir verlässliche Werte“, sagt Daum. Dadurch könne man die Stadt als Schulträger darauf hinweisen, dass die Heizung über Nacht höher gestellt werden soll. Auch die Vormholzer Grundschule hat solche Thermometer angeschafft.

Am Albert-Martmöller-Gymnasium geht man einen anderen Weg. Hier wurde eine Spendenaktion gestartet, um die gesamte Schule mit CO2-Ampeln auszustatten. Diese anzeigen, wann genau gelüftet werden muss. An den Schulen in Witten wird alles dafür getan, den Schulbetrieb auch bei den derzeit stark ansteigenden Coronazahlen aufrecht zu erhalten. Wirklich planbar ist derzeit aber nichts.

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