Ruhrtal-Tourismus

Wittener Fähre „Hardenstein“ verbucht Fahrgast-Rekord

Begeistert Ruhrtal-Touristen: Die Wittener Elektrofähre Hardenstein hat den Fährbetrieb 2019 eingestellt. Sie pendelt zwischen Burgruine und Königlichem Schleusenwärterhaus in Witten-Heven, ein wichtiger Service gerade für Nutzer des Ruhrtalradweges..

Begeistert Ruhrtal-Touristen: Die Wittener Elektrofähre Hardenstein hat den Fährbetrieb 2019 eingestellt. Sie pendelt zwischen Burgruine und Königlichem Schleusenwärterhaus in Witten-Heven, ein wichtiger Service gerade für Nutzer des Ruhrtalradweges..

Foto: Jürgen Theobald / FUNKE Foto Services

Witten.  Mit 172.000 Fahrgästen endet die Saison der Wittener Ruhrtalfähre „Hardenstein“. Am 5.11. kommen sie und ihre kleine Schwester aufs Trockendock.

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Die Wittener Fähre Hardenstein hat in dieser Saison rund 172.000 Fahrgäste über die Ruhr befördert – ein neuer Rekord. Nach so viel Fleißarbeit hat sie sich den Winterschlaf redlich verdient. Der Fährbetrieb endete bereits am 31. Oktober.

In der kalten Jahreszeit überwintern die kleine und die große Elektrofähre auf der Ruhrwiese in Höhe des Königlichen Schleusenwärterhauses. Dazu werden sie am Dienstag (5.11.) um 10 Uhr mit einem Kran aus dem Wasser gehoben und dann auf die alle fünf Jahre stattfindende Überprüfung durch die Schiffsuntersuchungskommission (SUK) vorbereitet.

Die Bilanz der von der Wabe betriebenen Fähre kann sich sehen lassen. Seit Eröffnung des Ruhrtalradweges im April 2006 pendelt die „Hardenstein“ zwischen Burgruine und Herbeder Schleuse. Alljährlich steigern sich die Besucherzahlen. 2017 lagen sie bei 151.800 Fahrgästen, im Supersommer 2018 bei 154.000. Nun erfolgte nochmal ein deutlicher Sprung auf 172.000 Passagiere. Woran liegt das?

„Uns ist aufgefallen, dass es in diesem Jahr deutlich mehr Familien und Fußgänger gab, die die Fähre genutzt haben. Vorher waren es fast ausschließlich Radfahrer“, sagt Kapitän Christoph Heemann. Die Kombination von Biergarten, Burgruine und Ruhrufer würde mehr Tagesausflügler anziehen. Heemann: „Wenn das Angebot da ist, wird Naherholung offenbar genutzt.“

Kapitän: Am Wochenende ist das wie Fließbandarbeit

Laut Wabe-Chef Thomas Strauch ist eine weitere Steigerung der Fahrgastzahlen kaum noch möglich. „An schönen Wochenenden stehen die Touristen Schlange. Da ist die Hardenstein am Rand ihrer Kapazität.“ Sein Oberskipper Heemann ergänzt: „Das ist wie Fließbandarbeit, das hätten wir in dem Maße nie gedacht.“

Die größere der beiden Fähren fasst 50 Fahrgäste, oder 35 mit Fahrrädern. Sie pendelt täglich, bis zu zwölf Stunden, zwischen März und Oktober. Wochentags kämen „so 400, 500 Passagiere am Tag vielleicht, aber an guten Sonntagen dafür schon mal 3000“, schätzt Christoph Heemann. Die Überfahrt ist kostenlos. Man darf aber gerne was in die Sammelbox werfen.

Einer der aufregendsten Momente der diesjährigen Fährsaison war der 22. Juni. Weil sich ein Tau in der Schiffsschraube verfangen hatte, war die Ruhrtalfähre kurzzeitig lahmgelegt. Taucher der Berufsfeuerwehr kappten das Seil mit einem Messer.

In der Winterpause nehmen die von der Wabe beschäftigten Fährleute ihren Urlaub und bereiten die beiden Boote auf die Prüfung durch die Schiffsuntersuchungskommission vor. Die Crew setzt sich dabei aus etwa zehn ehrenamtlichen Fährmännern und -frauen und aus Teilnehmern von Qualifizierungsprojekten zusammen.

Die Fährsaison 2020 startet voraussichtlich am 27. März. Dann stechen die Fähren frisch geprüft wieder in See – besser gesagt: in die Ruhr.

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