Ruhrbühne

Ruhrbühne in Witten bangt nach Hochwasser um Spielstätte

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Ein Blick in das Theatercafé der Wittener Ruhrbühne, nachdem das Wasser abgeflossen war.

Ein Blick in das Theatercafé der Wittener Ruhrbühne, nachdem das Wasser abgeflossen war.

Foto: Ruhrbühne Witten

Witten.  Der Holzpavillon der Wittener Ruhrbühne wurde vom Wasser geflutet. Es ist nicht klar, ob der Spielort erhalten werden kann. Die großen Schäden.

Auch die Wittener Ruhrbühne ist vom Hochwasser vor über zwei Wochen schwer betroffen. Der Bach, der auf dem Grundstück des Amateurtheater-Vereins am Crengeldanz in einen unterirdischen Kanal übergeht, hatte am 14. August die gesamte Wiese überflutet. Die Regenmassen waren zu viel für den Kanal. Zusätzlich hatten angeschwemmte Bretter den Kanaleingang teilweise versperrt. Ob der Holzpavillon an der Bochumer Straße je wieder zum Theaterspielen genutzt werden kann, ist noch unklar.

Vereinsmitglieder, die am Hochwassertag vor Ort waren, hatten sich bemüht, Wichtiges zu retten - Scheinwerfer, Musikanlagen, Kostüme, Werkzeuge, Akten. Das Wasser stieg aber unaufhörlich weiter an. „Es war schrecklich. Wir standen gerade im Requisitenlager, als das Wasser gleichzeitig aus allen Seiten des Raums aus den Wänden schoss“, sagt Sabine Luhmann von der Ruhrbühne. Als ein Helfer in einen Bodenschacht stolperte, dessen Holzabdeckung mit dem Wasser weggeschwommen war, beschlossen die Amateurschauspieler, die Rettungsaktion einzustellen.

Großbaustelle im Theatersaal der Wittener Ruhrbühne war gerade abgeschlossen

Am Tag danach war alles vom Schlamm überzogen - Bauholz, Stoffe, Requisiten, Teppiche. Die Mitglieder der Ruhrbühne starteten eine große Säuberungs- und Trocknungsaktion. Vier Tage lange wurden Regale abgerückt, Wandverkleidungen entfernt, tropfnasse Teppiche herausgerissen, gewischt, geputzt und gewaschen. „Das Schlimme ist, dass wir die Großbaustelle in unserem Theatersaal gerade ein paar Tage vorher abgeschlossen hatten“, sagt Martin Grunewald, der die Bauarbeiten geleitet hatte.

Der Balkenbruch unter dem Theatersaal war mit Baufirmen, Eigenleistung und enormen Kosten gerade repariert worden. Die Zuschauertribünen und der gesamte Technikbereich war neu aufgebaut worden. Der Schlamm ist nicht das eigentliche Problem des 1967 erbauten Holzpavillons, den die ehrenamtlichen Mitglieder der Ruhrbühne Witten als gemeinnütziger Theaterverein seit 1999 bewirtschaften. Grunewald: „Das Fatale ist das Wasser, was unter dem Fußboden die Balkenkonstruktion für Stunden unter Wasser gesetzt hatte und die nun wegen der aufliegenden nassen Mineralwolle nicht mehr abtrocken kann.“

Freunde des Wittener Vereins boten Spenden und tätige Mithilfe an

Eine Trocknungsfirma berät die Hobbyschauspieler nun zum weiteren Vorgehen. Bohrungen in die Bausubstanz und Feuchtigkeitsmessungen werden zeigen, wie stark die Schäden an den tragenden Balken des Holzpavillons sind und ob sich ein Wiederaufbau wirtschaftlich lohnt. Besonders berührt sind die Vereinsmitglieder von der enormen Solidarität von Freunden des Vereins, die Spenden angeboten haben und auch bereit sind, beim Wiederaufbau tätig mitzuhelfen.

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