Nachhaltigkeit

Ruhr-Uni bringt Nachhaltigkeits-Ausstellung ans Wittener AMG

Yannik Osang (17), Hannes Suttrop (17) und Johanna Grüger (17) v.l. bei der Ausstellungseröffnung „Energie in Bewegung" im Albert-Martmöller-Gymnasium. Sie lesen sich den Lebenslauf von Gökhan Murat Gökdemir durch.

Yannik Osang (17), Hannes Suttrop (17) und Johanna Grüger (17) v.l. bei der Ausstellungseröffnung „Energie in Bewegung" im Albert-Martmöller-Gymnasium. Sie lesen sich den Lebenslauf von Gökhan Murat Gökdemir durch.

Foto: Barbara Zabka / FUNKE Foto Services

Witten.  Im Wittener AMG erzählen Eingewanderte auf Plakatwänden ihre Lebensgeschichte. Der Clou: Diese hat jeweils mit dem Thema Energie zu tun.

Was haben Einwanderung und die Energiewende miteinander zu tun? „Migration ist gerade im Ruhrgebiet mit Energie verbunden“, sagt Sebastian Susteck, Professor an der Ruhr-Universität Bochum. Er organisierte die Ausstellung „Energie in Bewegung“, die bis zum 9. Dezember am Albert-Martmöller-Gymnasium zu sehen ist. Im Atrium der Schule werden Geschichten von Einwanderern erzählt, die in der Energiebranche gearbeitet haben oder noch arbeiten – vom Bergbau bis zur Solarenergie.

Auf großen Plakatwänden sind die Lebensläufe von alten und jungen Menschen zu sehen. Zum Beispiel von Sem Öztürk. Der heute 66-Jährige kam mit 15 Jahren aus der Türkei nach Deutschland, um Bergbau zu studieren. Er besuchte die Bergfachschule in Essen und wurde Steiger als er 23 Jahre alt war. Ein Haken zertrümmerte ihm das Bein. Ein verhängnisvoller Unfall, denn seitdem ist er Frührentner. „Es sind Geschichten wie diese, die zeigen, wie unsere Gesellschaft von Zugewanderten geprägt wurde“, sagt der Germanistikprofessor Susteck.

Kim Huynh wollte nicht im Unternehmen ihrer Eltern anfangen

Aber auch die jüngere Generation ist vertreten. Kim Loan Huynh ist in Deutschland geboren. Ihre Eltern stammen aus Kambodscha und Vietnam. Sie arbeiteten sich hoch und bauten ihr eigenes Unternehmen auf. In der Firma ihrer Eltern wollte die 28-Jährige aber nicht anfangen. Das sei nichts für die Studentin gewesen, denn sie will etwas für die Nachhaltigkeit tun. Deshalb entscheid sie sich, Erneuerbare Energien in Köln zu studieren.

„Wir freuen uns, dass die Ausstellung an unserer Schule ist“, sagt Florian Koch (32), Deutschlehrer am AMG, der das Projekt an die Schule geholt hat. Es passe zum Profil der Schule, die sich Umweltschutz auf die Fahne geschrieben habe. Schulleiter Johannes Rienäcker ergänzt: „Zuwanderung spielt an unserer Einrichtung auch eine große Rolle. Wir haben viele Schüler mit Migrationshintergrund.“ In der Pause und nach der Schule können sich die Jugendlichen die Ausstellung anschauen. Zusammen mit den Lehrern darf die Ausstellung auch Teil des Unterrichts werden. Denn die Energiewende in Deutschland birgt viele berufliche Chancen: Erneuerbare Energien kann man heute an mehreren Universitäten studieren, nicht zuletzt an der auf ehemaligen Bergbau-Arealen errichteten Ruhr-Universität.

Lilly Lennardt wünscht sich, dass die Lehrer das Projekt mit in den Unterricht einbeziehen

„Ich finde das Projekt cool“, sagt Tim Teuber (17). Er habe viel neue Dinge über die Energiewende erfahren. Lilly Lennardt stimmt ihm zu. „Ich hoffe, dass die Lehrer die Möglichkeit nutzen“, sagt die 16-Jährige. „Man kann das Thema schließlich nicht genug behandeln.“ Für Nicht-Schüler ist die Ausstellung allerdings nicht zugänglich.

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