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Retten bis die Hände schrumpeln

DLRG-Trainer Larissa Karczewski und Andreas Schmidt zeigen, wie man ein Opfer abschleppt.   Foto: Arne Poll

Foto: WAZ FotoPool

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Witten.  „Jetzt wird das erste Opfer abgeschleppt!“ Der Hinweis kommt von Uwe Günther, dem Bezirksleiter der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) in Witten. Dass er nicht sofort ins Wasser springt und bei der Rettungsaktion hilft, hat einen einfachen Grund: Bei dem „Opfer“ handelt es sich um eine Trainerin des Schwimmkurses, dessen Teilnehmer am Ende das Rettungsschwimmabzeichen in Bronze erhalten.

Die Sportassistentin Larissa Karczewski (17) absolviert ein betreutes Praktikum bei der DLRG. Sie darf Kurse mitleiten, wird dabei aber noch betreut. So soll sie lernen, Verantwortung zu übernehmen. „Ich mache gerade meinen Ausbildungslehrschein, damit ich den Unterricht in Zukunft selbstständig leiten kann“, erläutert sie. Im letzten Jahr nahm die DLRG allein in Witten 33 Prüfungen zum Abzeichen in Bronze, 26 zum Silber- und 6 zum Gold-Abzeichen ab. „Es könnten noch wesentlich mehr Leute sein, die sich von uns zum Rettungsschwimmer ausbilden lassen. Die Zahl der Kinder, die nicht schwimmen können, nimmt kontinuierlich zu. Bis zu 40% der Schüler an weiterführenden Schulen beherrschen das Schwimmen nicht“, so Uwe Günther. Das läge vor allem an dem Bädersterben, aber auch an den fehlenden qualifizierten Ausbildern an Grundschulen: „Manchmal schicken die Schulen ihre Lehrer zu uns, um das Bronze-Abzeichen zu machen. Damit können sie ihren Schülern nicht nur Schwimmunterricht erteilen, sondern auch mit gutem Gefühl auf Klassenfahrt fahren.“ So sind es auch hauptsächlich Lehrer/innen und Referendare/innen, die solche Kurse in Anspruch nehmen. Wie zum Beispiel Yvonne Stehmeier, die sich aus eigenem Antrieb zum Rettungsschwimmkurs anmeldete: „Ich fange jetzt nach den Ferien an einer neuen Schule an, und da will ich in der Lage sein, auch Schwimmunterricht zu erteilen“, schnauft sie, weil sie gerade das Staffelschwimmen beendet hat. Das soll absichtlich den Puls in die Höhe treiben, damit die Kursteilnehmer lernen, auch unter erschwerten körperlichen Bedingungen einen Rettungseinsatz durchzuziehen. Das Training sei zwar anstrengend, mache aber viel Spaß, lacht die junge Lehrerin, bevor sie zurück ins Wasser springt. Neben den drei Lehrerinnen machen ein angehender Sportstudent und ein Polizeianwärter die Gruppe komplett. Der jüngste Teilnehmer ist 19 Jahre alt. Das Mindestalter zur Erlangung des Bronze-Abzeichens liegt bei 14 Jahren.

Auch wenn die meisten Badeunfälle draußen an Küsten oder in Seen passieren, bildet die DLRG ihre Rettungsschwimmer nur in Bädern aus. „Bei der Menge von Ausbildungsmaterial, das von Anzügen über Tauchringe bis zu Auftriebshilfen reicht, wäre der Aufwand viel zu groß“, begründet Uwe Günther.

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