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Reiter dürfen jetzt auch Fahrwege im EN-Kreis nutzen

Zwei Reiterinnen sind mit ihren Pferden auf einem so genannten Waldwirtschaftsweg am Homberg in Hattingen unterwegs.

Foto: Walter Fischer

Zwei Reiterinnen sind mit ihren Pferden auf einem so genannten Waldwirtschaftsweg am Homberg in Hattingen unterwegs. Foto: Walter Fischer

witten/ennepe-ruhr-kreis.   Reiter können jetzt ihren Radius im Ennepe-Ruhr-Kreis erweitern. Das bedeutet aber nicht, dass sie nun auch Wanderwege im Wald benutzen dürfen.

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Reiter dürfen seit Jahresanfang mehr Wege und Straßen im EN-Kreis nutzen.

Bisher lautete die Vorgabe, sich nur auf ausgewiesenen Reitwegen zu bewegen. Jetzt dürfen sie mit ihren Pferden auch im Wald auf privaten Straßen und Fahrwegen unterwegs sein. Grundlage dafür ist laut Kreis das veränderte Landesnaturschutzgesetz.

„Diese Information ist bei vielen Reitern natürlich längst angekommen. Sie stellen sich und uns jetzt die Frage, was denn nun ein Fahrweg ist“, sagt Peggy Freind vom Sachgebiet „Landschaftsschutz“ der Kreisverwaltung. Sie klärt auf: „Fahrwege sind befestigte oder naturfeste Waldwirtschaftswege, die ganzjährig von mindestens zweispurigen Fahrzeugen befahrbar sind.“

Fahrwege sind keine Trampelpfade

Fahrwege sind also keineswegs Trampelpfade oder Gassen, die durch Wildwechsel oder das Rücken von Holz entstanden sind. Dort bleibt das Reiten ebenso verboten wie auf Rad- und Fußwegen, auf Wegen, die zu Höfen oder in Wohnbereiche führen. „Zu den Rad- und Fußwegen gehören auch die ehemaligen Bahntrassen im Kreisgebiet“, unterstreicht Freind.

Für die Reiter bedeute die neue Regelung mehr Freiheit und Verantwortung zugleich. Sie müssen laut Kreis erkennen, wo es sich um einen „Fahrweg“ handelt und wo nicht, wo sie folglich neue Spuren hinterlassen dürfen und wo sie dies auch mit Blick auf die Rechte der Waldbesitzer zu lassen haben. Hier sei Eigenverantwortung gefragt. Eine Übersichtskarte der für Reiter nutzbaren Wege wird es nicht geben. Der damit verbundene Aufwand sei zu hoch, ebenso das Ausmaß der Karte.

Kreis wirbt für gegenseitige Rücksichtnahme

Grundsätzlich wirbt die Kreisverwaltung für gegenseitige Rücksichtnahme im Wald. Mit Blick auf die Reiter betont Freind: „Niemand sollte andere Erholungssuchende, insbesondere Fußgänger, erschrecken oder gar gefährden. Hunde sollten nur mitgeführt werden, wenn sie jederzeit vom Pferd aus zu kontrollieren sind. Und: Bei anhaltend nasser Witterung oder Tauwetter schont der Verzicht auf den Ausritt die Wege.“ Klar ist für die untere Naturschutzbehörde: Dort, wo diese Verhaltensregeln wiederholt und andauernd unbeachtet bleiben, könnten Reitverbote die Folge sein.

Erinnert wird auch daran: Pferde, die in der freien Landschaft oder im Wald unterwegs sind, müssen beidseitig ein gut sichtbares gültiges Reitkennzeichen tragen. Dies ist jährlich zu erneuern. Reiter bekommen es bei der Kreisverwaltung. Es kostet für Privatnutzer beim ersten Mal 39,65 Euro. Plaketten für die Folgejahre sind für 30 Euro zu haben. Reiterhöfe zahlen 89,65 beziehungsweise 80 Euro.

Reiter müssen Plakette dabei haben

Wer ohne Plakette unterwegs ist, begeht nicht nur eine Ordnungswidrigkeit und riskiert eine Geldbuße von bis zu 200 Euro. Alle Reiter sollten ebenfalls bedenken, so der Kreis: Die Einnahmen aus dem Verkauf der Kennzeichen aktuell rund 1300 Stück - würden zum einen für den Bau und das Instandsetzen von Reitwegen verwendet.

Zum anderen werde auf sie zurückgegriffen, um an anderen Wegen durch Reiter verursachte Schäden zu beseitigen. „Diese Zusage der unteren Naturschutzbehörde war entscheidend dafür, dass die Waldbesitzer der neuen, für Reiter verbesserten Regelung zugestimmt haben“, sagt Peggy Freind.

>>>> Merkblatt mit allen Informationen rund ums Reiten

Alle Informationen rund um das Reiten im Wald sowie das Reitkennzeichen liefert ein Merkblatt auf der Internetseite des Ennepe-Ruhr-Kreises (www.en-kreis.de). Ansprechpartnerin für Rückfragen ist Peggy Freind, Telefon 02336/932645, E-Mail: p.freind@en-kreis.de.

Mit der Ausnahme von Breckerfeld gibt es in allen Städten ausgewiesene Reitwege. Insgesamt haben sie eine Länge von rund 55 Kilometern. Neben diesen können seit Anfang des Jahres aus „Fahrwege“ zum Ausreiten genutzt werden.

Die ausgewiesenen Reitwege verteilen sich auf zehn verschiedene Runden. Als Einzelkarten sind die Reitwege auf der Internetseite des Kreises (www.en-kreis.de) zu finden. Ausgewiesen sind die in folgenden Bereichen: Witten-Muttental, Herdecke/Witten-Ardey, Herdecke-Ende, Wetter-Grundschöttel, Gevelsberg-Asbeck, Sprockhövel-Haßlinghausen, Sprockhövel-Hilgenpütt, Ennepetal-Ravenschlag, Ennepetal/Schwelm, Hattingen-Homberg.

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