Interview

Radio-Chef Andreas Wiese lebt gern zwischen Ennepe und Ruhr

Vertauschte Rollen – der Journalist wird interviewt: Michael Winkler befragte Andreas Wiese (re.) im Wiesenviertel.

Foto: Thomas Nitsche

Vertauschte Rollen – der Journalist wird interviewt: Michael Winkler befragte Andreas Wiese (re.) im Wiesenviertel. Foto: Thomas Nitsche

Andreas Wiese ist ins Wiesenviertel gezogen. Für den Chef von Radio Ennepe Ruhr ist es eine der kreativsten Ecken Wittens. Ein Interview.

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Andreas Wiese leitet die Redaktion des Lokalsenders Radio Ennepe Ruhr. Hier hatte er schon als Praktikant angefangen.
Aufgewachsen ist der 36-Jährige in Sprockhövel. Aber nun ist er ins Wittener Wiesenviertel gezogen. WAZ-Mitarbeiter Michael Winkler interviewte Andreas Wiese.




Hallo Herr Wiese! Ich fange gleich mal mit einem Kalauer an: Andi Wiese wohnt jetzt im Wittener Wiesenviertel. Wie kommt’s?

Andreas Wiese: Glücklicher Zufall! Ich habe recht lange eine neue Wohnung gesucht. Tja und im Wiesen­viertel hat es dann gepasst: Die Wohnung entsprach meinen Vorstellungen, das Umfeld ebenso. Denn das Wiesenviertel ist für meinen Geschmack schon eine tolle Umgebung. Es ist immer ein Stück Leben, man hat die komplette Innenstadt vor der Haustür, außerdem wird hier vieles einfach ausprobiert. Ob es das „urban gardening“ oder der Laden ohne Verpackun­gen ist – das Wiesenviertel ist sicher eine der kreativsten Ecken der Stadt!

Sie sind ursprünglich Sprockhöveler. Erzählen Sie doch mal von den Stationen auf ihrem Lebensweg.

Stimmt. Aufgewachsen bin ich ganz ländlich in Sprockhövel. Eigentlich war für mich immer klar: Hier ist es schön, aber DU musst raus in die weite Welt. Das habe ich auch aus­probiert, war kurz beim Radio in Paris. Aber letztlich bin ich doch wieder in der Heimat ge­landet. Bei Radio Ennepe Ruhr habe ich meine Ausbildung zum Redakteur abgeschlossen, einige Jahre dann morgens moderiert und leite die Redaktion nun als Chefredakteur.

Radio und Journalismus weckten schon als Teenager Ihr Interesse...

Sogar schon als Kind! Mein Vater ist das Auto gefahren, aber das Radio hatte ich damals schon im Griff! Ich höre und mache wahnsinnig gern Radio. Wenn ich im Ausland unterwegs bin, mache ich auch da die Nachrichten im Radio lauter – auch wenn ich die Sprache gar nicht verstehe. Mich reizt es sehr, immer wieder mit neuen Themen und Menschen konfron­tiert zu sein. Und gerade im Lokalradio erlebt man sein Lebensumfeld noch einmal viel inten­siver.

Der 31. August ist der Geburtstag Ihres Lokalradios. Es wurde am Don­nerstag 26 Jahre alt. Die Wittener konnten damals das neue Lokalradio erst gar nicht hören. Der Sende­mast in Stockum begann erst im Januar 1993 auf 104,2 Megahertz zu senden. Ins­gesamt hat Radio Ennepe Ruhr vier Frequenzen im Kreisgebiet. Warum?

Damit man uns überall hören kann! Das hat mit der Landschaft hier zu tun. Mit nur einer Frequenz können wir nicht alle Menschen von Witten bis Breckerfeld erreichen. Wir haben es ja mit einigen Höhenunterschieden zu tun. Durch die vier Frequenzen können wir den größten Teil des EN-Kreises abdecken.

Radio Ennepe Ruhr als Radio für den EN-Kreis ist ja auch eine Art Bindeglied zwischen den neun Städten. Die Hörer erfahren durch Nachrichten und Berichte Dinge aus der Nachbar­schaft...

Das ist quasi unser täglicher Spagat. Wir können spannende Themen, interessante Menschen, tolle Events und Initiativen über die jeweilige Stadtgrenze hinaus bekannt machen. Aber wir passen auch immer auf, dass es nicht zu kleinteilig wird. Da müssen wir schon schauen, The­men für alle interessant zu machen. Aber das gelingt ganz gut. Hinzu kommen ja auch noch die überregio­nalen Themen, die alle angehen. Und natürlich die Musik.

Inzwischen kann man Ihr Lokalradio nicht nur hören, sondern auch „crossmedial“ Dinge le­sen und Clips sehen. Wie ist die Resonanz Ihrer Hörer auf das Angebot?

Es folgen uns immer mehr Menschen auf diesen Kanälen. Das ist ja in allen Bereichen des Lebens so, natürlich auch beim Radio. Wir bekommen über Facebook oder WhatsApp sehr schnelle Reaktionen auf das, was im Radio gerade eben erst gesagt worden ist. Gleichzeitig können wir Bilder, Videos oder Zusatzinformationen zu einem Thema online platzieren.

Letzte Fragen: Welche Hobbys haben Sie? Und was macht der Chefredakteur, wenn er mal freie Tage oder Urlaub hat?

Dann liest er trotzdem zu viele dienstliche Mails oder macht sich über das Programm Gedan­ken! Ansonsten sitze ich in der Freizeit gerne im Ruderboot. Für mich ist eine Tour über die Ruhr und den Harkortsee die perfekte Mischung aus Sport und Entspannung. Außerdem ma­che ich gerne mal einen Kurztrip – oft in Richtung Frankreich. Und hier im Wiesenviertel sitze ich abends auch ganz gerne mal mit einem Glas Wein.

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