Gericht

Prügelei in Witten lässt sich vor Gericht nicht mehr klären

Ein Wittener stand in Bochum vor Gericht

Ein Wittener stand in Bochum vor Gericht

Foto: Volker Hartmann / picture alliance

Witten.  Hat der Wittener (46) bei der Prügelei getreten – oder ist er getreten worden? Das sollte am Freitag (6.12.) vor dem Landgericht geklärt werden.

Eine Prügelei auf offener Straße beschäftigte am Freitag (6. Dezember) das Landgericht Bochum. Am 19. Mai 2018 war es in der Wittener Innenstadt zu einer Auseinandersetzung gekommen. Eine 46-jährige Frau trug eine gebrochene Rippe davon. Wegen Körperverletzung war in erster Instanz ein 46 Jahre alter Wittener deshalb zu 1350 Euro Geldstrafe verurteilt worden. Er legte Berufung gegen das Urteil des Amtsgerichts Witten ein und so wurde neu verhandelt.

Wittener bekam Pfefferspray in die Augen

Der Angeklagte erzählte, er habe nur Bier von einem Kiosk holen wollen und dann mit dem Taxi zu seiner Freundin fahren wollen. Auf dem Weg zum Taxi sei er angesprochen worden. Dann sei ihm Pfefferspray ins Gesicht gesprüht worden. Er sei geschlagen, zu Boden gebracht und getreten worden. „Ich habe niemanden geschlagen und getreten. Durch das Pfefferspray in der Augen konnte ich nichts sehen“, erklärte er. Als er damals Strafanzeige bei der Polizei erstatten wollte, sei er plötzlich der Beschuldigte gewesen.

Das Opfer, die 46-jährige Frau, sagte hingegen aus, sie sei mit zwei Begleitern unterwegs gewesen und vom Angeklagten angepöbelt worden. An den Wortlaut könne sie sich nicht mehr erinnern. Der Mann sei ihnen kurz vor Mitternacht gefolgt, aber an ihrer Gaststätte abgewiesen worden. Gut fünf Stunden später, auf dem Heimweg von ihrer Stammkneipe, habe sie plötzlich einen Tritt von hinten erhalten und sei zu Boden gestürzt. „Ich konnte mein CS-Gas aus der Hosentasche ziehen und sprühte es dem Mann ins Gesicht“, erklärte sie vor Gericht. Ein Begleiter habe den Mann von ihr weggezogen und geschlagen. Dieser Zeuge blieb am Freitag der Verhandlung fern.

„Das ist eine eigenartige Geschichte“, bekannte Vorsitzender Richter Michael Janßen. Auch die Schilderung des Angeklagten, er habe frühmorgens noch Bier kaufen wollen und dann per Taxi zu seiner Freundin fahren wollen, sei wenig glaubhaft. Während der Verteidiger gerne einen Freispruch seines Mandanten gesehen hätte, sah das Gericht davon ab. Es stellte aber das Strafverfahren gegen den 46-Jährigen ein.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben