Nach Großbrand

Produktion bei Pelzer wieder stabil

Aufräumen nach der Verwüstung: Dieses Luftbild der zerstörten Pelzer-Hallen entstand eine Woche nach dem Großbrand vom 22. März.

Foto: Hans Blossey

Aufräumen nach der Verwüstung: Dieses Luftbild der zerstörten Pelzer-Hallen entstand eine Woche nach dem Großbrand vom 22. März. Foto: Hans Blossey

witten.   Wiederaufbau der Hallen und Verbleib in Rüdinghausen sind jedoch ungewiss. Großbrand bei Zulieferer an der Brauckstraße legte sogar Audi lahm.

Rund ein Vierteljahr ist seit dem Großbrand beim Autozulieferer Pelzer vergangen. Etwa die Hälfte der Produktion laufe wieder am Rüdinghauser Firmensitz, so Unternehmenssprecher Frédéric Thébaud. Die andere Hälfte sei an andere Standorte des weltweit tätigen Konzerns verlagert worden.

Inzwischen sei der Produktionsablauf in Witten und den Alternativorten wieder „stabil“, betont Thébaud. Denn die Brandfolgen hatten – wie berichtet – zeitweise sogar Audi in Ingolstadt lahmgelegt, weil aus Witten benötigte Teile für die Modelle A 4 und A 5 nicht mehr geliefert werden konnten. Auch Mercedes war betroffen, weil in den zerstörten Hallenteilen Spritzgußteile für die E-Klasse und C-Klasse gefertigt wurden.

Etwa 11 000 Mitarbeiter hat der Dämmstoff-Spezialist Adler Pelzer Group weltweit. Die 140-köpfige Verwaltung für all diese Kollegen befindet sich auf dem Firmengelände an der Brauckstraße. Die Verwaltungsgebäude waren von dem Großbrand nicht betroffen. Dagegen brannten von sechs Produktionshallen die zweite, dritte und vierte nieder. Die Maschinen darin waren erst vor rund sieben Jahren angeschafft worden und galten als sehr hochwertig. Zur Schadenshöhe möchte sich der Konzern nicht äußern.

Rund 100 Mitarbeiter waren in der Wittener Produktion tätig. „Einige von ihnen wurden an unsere Ausweichstandorte geschickt, um bei der Einweisung der dortigen Mitarbeiter zu helfen“, erklärt der Firmensprecher diesen sogenannten „Wissenstransfer“. Anschließend kämen sie jedoch zurück. Es drohe auch keine Entlassung vor Ort. Denn: „Unsere Leute sind Spezialisten. Ihr Know-how ist unersetzlich. Wir brauchen sie auf jeden Fall weiter.“

Was in Witten durch den Großbrand am 22. März nicht mehr produziert werden kann, wird seither vor allem aus den Pelzer-Werken in der slowakischen Hauptstadt Bratislava und aus Neutraubling bei Regensburg an die Autofirmen geliefert. Teils bleibt die Herstellung aber auch so verzahnt, dass der erste Produktionsschritt etwa beim Kooperationspartner Fraunhofer Institut Ulm, der zweite dann in Witten stattfindet. Vom Produktionsausfall war besonders die sogenannten Stirnwanddämmung betroffen. Dabei handelt es sich um den Schallschutz zwischen Motor und Fahrzeuginnenraum.

Ob die Hallen langfristig neu aufgebaut werden? „Darüber diskutieren wir gerade. Denn sie sind, ebenso wie das Gelände, gemietet“, so Frédéric Thébaud. Auch ein Firmen-Umzug sei nicht auszuschließen. „Gern innerhalb Wittens, aber vielleicht auch in der Nähe.“

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