Märkisches Museum

Preisträger zeigt in Witten Vielfalt der grafischen Technik

Künstler Julius Reinders (v.l.), Manfred Wolff, Vorsitzender des Kunstvereins Witten, Preisträger Matthias Plenkmann, Christoph Kohl und Claudia Rinke vom Museum sowie Künstlerin Inessa Emmer stellen die neue Ausstellung des Märkischen Museums vor.

Künstler Julius Reinders (v.l.), Manfred Wolff, Vorsitzender des Kunstvereins Witten, Preisträger Matthias Plenkmann, Christoph Kohl und Claudia Rinke vom Museum sowie Künstlerin Inessa Emmer stellen die neue Ausstellung des Märkischen Museums vor.

Foto: Jürgen Theobald / FUNKE Foto Services

Witten.  Matthias Plenkmann hat den Günter-Drebusch-Preis bekommen. Im Märkischen Museum in Witten können sich Kunstinteressierte jetzt anschauen, warum.

In Zeiten von Corona haben Künstler es besonders schwer. Umso mehr freut es Christoph Kohl, den Leiter des Märkischen Museums, wieder den Wittener Günter-Drebusch-Preis zur Förderung von jungen Künstlern verleihen zu können. In diesem Jahr bekommt ihn der Dortmunder Künstler Matthias Plenkmann.

Der Gewinner erhält 2000 Euro Preisgeld vom Kunstverein Witten

Die Entscheidung ist der Jury nicht leicht gefallen. „Jeder Bewerber hatte in unseren Augen den Preis verdient – sofern er sich an die Vorgabe gehalten hat, dass es sich um grafische Arbeiten handeln muss“, sagt Christoph Kohl. Wichtig war der Jury, die Vielfältigkeit der grafischen Technik zu zeigen – über Zeichnungen mit Bleistift, Kohle, Kreide, Aquarell bis hin zu verschiedenen Drucktechniken wie Holzschnitt oder Kupferstich.

In diesem Jahr haben neben Kohl auch Manfred Wolff, Vorsitzender des Kunstvereins Witten, und Regina Selter, stellvertretende Direktorin des Museums Ostwall in Dortmund, entschieden, wer den Preis erhält – und damit die 2000 Euro Preisgeld, die vom Kunstverein Witten bereit gestellt wurden. Außerdem bekommen Preisträger und alle Nominierten die eigene Ausstellung im Märkischen Museum.

Die Entscheidung für den Dortmunder Künstler Matthias Plenkmann begründet Museumsleiter Kohl so: „Er versteht es, die Darstellung von Innen- und Außenwelt korrespondieren zu lassen, das fanden wir faszinierend.“

Zum Zeichnen reist Matthias Plenkmann nach Italien

Preisträger Plenkmann arbeitet sowohl mit Zeichnungen als auch mit Druckgrafik. Während er bei seinen Zeichenmitteln sehr experimentierfreudig ist und sowohl Bleistifte, Filz- und Buntstifte sowie das Radiergummi einsetzt, wählt er immer das gleiche Papier. Für die notwendige Inspiration sucht er die Fremde – viele seiner Zeichnungen entstanden nach Italien-Reisen.

Auf seinen Bildern verarbeitet er unmittelbar Erlebtes, Erzähltes sowie Gesehenes und fügt dies als Fragmente in seinen Zeichnungen zusammen. Das kann durchaus wirr aussehen. „Ich dehne Dinge auf dem Papier aus, oder ich stauche sie. Ich vermische Eindrücke miteinander“, sagt der 31-Jährige. Gerne hält er sich in Parkanlagen auf um zu zeichnen. Seine Druckgrafiken, in dunklen Grau- und Schwarztönen gehalten, sind vom Schlossgarten Schwetzingen in Baden-Württemberg inspiriert. „Ich lasse in meine Zeichnungen auch geschichtliche und mythologische Elemente einfließen“, so der Künstler.

Neben Matthias Plenkmann wurden Inessa Emmer, Beatrice Richter, Carmen Schaich und Julius Reinders nominiert. Reinders lässt sich ebenfalls auf Reisen zu seinen Bleistiftzeichnungen inspirieren. Der 26-Jährige zeigt auf seinen Bildern architektonische Eindrücke wie Kirchen und Bahnhöfe, italienische Städte wie Verona, Rom und Bologna, aber auch Traktoren und Bauarbeiter. Er kombiniert Bleistift mit Farbstift, wobei er mit der Farbe sehr sparsam ist.

Seit 2017 zeigt das Märkische Museum Witten die Bilder von Nominierten

Im Kontrast zu seinen Bleistiftzeichnungen stehen die Werke von Inessa Emmer, die sich selbst als „Holzschneiderin“ bezeichnet. Sie arbeitet mit dem Naturmaterial Holz und zeigt auf ihren Bildern surreale, farbige Bilderwelten mit Mischwesen, die den Körper eines Menschen haben, aus deren Köpfen jedoch Blumen wachsen oder Birkenwälder mit Papierschiffchen zwischen den Stämmen.

Dass wir auch Bilder der Nominierten zeigen, machen wir seit 2017 so – weil wir finden, dass sie ebenso sehenswert sind“, sagt Christoph Kohl. Neben den Kunstwerken der fünf jungen Künstler werden in der Ausstellung auch Grafiken aus dem Bestand des Museums zu sehen sein – unter anderem auch einige von Günter Drebusch. Die Ausstellungseröffnung findet dieses Jahr aufgrund von Corona nur im kleinen Kreis statt.

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