Glitschiger Wettkampf

Platsch! Wittenerin gewinnt Meisterschaft im Wettrutschen

Mia guckt gern in die Röhre: Die Zwölfjährige ist Deutsche Meisterin im Wettrutschen. Zurzeit genießt sie die Osterferien in Heven (hier auf der Rutsche der Dorfschule). Die Sechstklässlerin besucht das Schiller-Gymnasium.

Mia guckt gern in die Röhre: Die Zwölfjährige ist Deutsche Meisterin im Wettrutschen. Zurzeit genießt sie die Osterferien in Heven (hier auf der Rutsche der Dorfschule). Die Sechstklässlerin besucht das Schiller-Gymnasium.

Foto: Jürgen Theobald

Witten.   Die zwölfjährige Mia aus Witten hat die Deutschen Meisterschaften im Wettrutschen gewonnen. Ihren Anschub hat sie im Bad Heveney trainiert.

Mia Pacha ist nicht nur Schülerin am Schiller-Gymnasium und begeisterte Handballerin, sie ist auch die Deutsche Meisterin im Wettrutschen 2019. Das stille Mädchen schoss im Ostseebad Scharbeutz so schnell durch eine Röhre namens Green Mamba wie keine andere: 23,2 Sekunden für 145 Meter – und dann hat es Platsch gemacht!

Für Mia und ihre Mutter Katharina ist die Teilnahme an den Deutschen Meisterschaften im Wettrutschen einfach ein großer Spaß. „Mia ist immer so diszipliniert. Sie geht zur Schule, lernt, trainiert Handball. Immer muss sie funktionieren. Da wollte ich einfach mal eine Sache mit ihr machen, wo sie einfach Kind sein kann...“

Wichtig ist das Schwungholen an der Querstange

Während der Papa in Heven blieb, reisten Mutter und Tochter für ein Wochenende ins Ostseebad. Und hatten enorm viel Spaß. „Ich bin ja sowieso gern im Wasser und ich rutsche gern“, sagt Mia. Bereits im Vorjahr hatten die Hevenerinnen am Wettrutschen teilgenommen. Freunde hatten ihnen von dem Wettbewerb in der Ostsee-Therme von Scharbeutz erzählt. Nun traten sie zum zweiten Mal an – aber diesmal hatten sie trainiert!

Und zwar als Dauergäste im Freizeitbad Heveney. Die blaue Rutsche dort findet die Zwölfjährige zwar nicht ganz so cool wie zum Beispiel die Röhren in dem Bad „Aqua Magis“ in sauerländischen Plettenberg. Aber zum Trainieren sei Wittens Röhre perfekt. Vor allem übte sie das Schwungholen an der Querstange am Einstieg zu der Rutsche. „Dort kann man mindestens zwei Sekunden rausholen.“

Auf nackter Haut am schnellsten

Profirutscher gleiten nur auf den Schulterblättern und einer Ferse durch den Plastikkanal. Denn je kleiner die Körperoberfläche ist, die die Röhre berührt, desto weniger wird der Rutscher gebremst. Mia dagegen rutscht im Sitzen – das heißt, sie pfeffert sich mit Schwung in die Röhre, schubst dann mehrfach mit den Händen nach. Sie legt sich nicht in die Kurven, denn „Kurven kosten Zeit“.

Da drängelt sich natürlich die wichtigste Frage auf: Wie flutscht es untenrum am besten – also glitscht sie gar auf nackter Haut, den Badeanzug in die Po-Ritze geklemmt? „Na klar“, sagt Mia schulterzuckend. „Das machen doch alle.“ Auch Mama Katharina gibt ganz offen zu, Fan dieses Profitricks zu sein: „Auf nackter Haut ist man am schnellsten.“

6,25 Meter pro Sekunde

Bei den Deutschen Meisterschaften trat Mia in der Kategorie Mädchen (8 bis 12 Jahre) an. Ihre Mutter bei den Damen – aber naja, den Schmackes ihrer Tochter hatte die 42-Jährige nicht. Drei Versuche hat jeder Teilnehmer, zwei weitere im Finale. Also immer wieder den Rutschenturm in Minuten rauf – und in Sekunden wieder runter. 6,25 Meter rutscht Mia pro Sekunde! Ihr Sieg ist ein Ergebnis von hundertstel Sekunden.

Und was ist das Geheimnis ihres Erfolges? Das Gewicht? Die Größe? Könnten es die Oberarmmuskeln sein, gestählt vom Handballtraining? Oder die Körperspannung, geübt vom Trampolinspringen? „Dass man sich nicht zu sehr konzentriert. Man darf nicht zu verbissen sein“, meint Mia. Und die Mama ergänzt: „Oder einfach Glück haben.“

>> Auch Heveney denkt über Rutsch-Meisterschaft nach

Jedes Jahr im Frühjahr schlagen in der Ostsee-Therme Scharbeutz die Wellen hoch: Die Deutschen Meister­schaften im Wett­rutschen werden ausgetragen. Ziel ist es, auf der Rutsche „Green Mamba“ möglichst schnell hinab­zusausen. 145 Meter müssen bezwungen werden. Sich vorab mit Sonnenöl einreiben (so der Vorschlag unseres Fotografen), ist übrigens verboten!

Auch im Wittener Freizeitbad Heveney liebäugelt man mit dem Gedanken, Rutsch-Meisterschaften auszutragen. Dazu müsste die blaue Rutsche aber erst verlängert werden.

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