Stadtentwicklung

Pionier-Zeit in Witten-Herbede

Mit Schwung beim ersten Spatenstich auf dem alten Herbeder Bahngelände (v.li.): David Korte (Bauherr GMP), Gunnar Sander (AP Pflegedienste), Ulrich Dienhart (Elektro-Maschinenbau Dienhart), Architekt Thomas Bick und 2. stv. Bürgermeister Lars König mit Tochter Sophie-Elisabeth (5). Foto:Thomas Nitsche

Foto: Funke Foto Services

Mit Schwung beim ersten Spatenstich auf dem alten Herbeder Bahngelände (v.li.): David Korte (Bauherr GMP), Gunnar Sander (AP Pflegedienste), Ulrich Dienhart (Elektro-Maschinenbau Dienhart), Architekt Thomas Bick und 2. stv. Bürgermeister Lars König mit Tochter Sophie-Elisabeth (5). Foto:Thomas Nitsche Foto: Funke Foto Services

Witten.   Auf altem Bahn- und Gewerbegelände werden Eigentumswohnungen und ein Pflegeheim für Senioren gebaut. Die meisten Wohnungen sind schon verkauft.

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Der Wandel im Herzen von Herbede kommt auf Touren: 2010 wurde das Rathaus der Medizin eröffnet, 2013 die Wittener Straße flottgemacht und mit zwei Kreiseln gekrönt. Mitte Oktober soll der neue Edeka eröffnen, wo mal Parkplatz, Betriebsamt und Schule waren.

Gestern (3. Juni) folgte der Spatenstich für ein Sechs-Millionen-Projekt. Zwischen dem Ärzte-Rathaus und der Ruhrtalbahn wird eine Seniorenwohnanlage gebaut. In zwei Blöcken: zur Brücke hin ein Neubau mit 15 Eigentumswohnungen für betreutes Wohnen, zum alten Bahnhofsgebäude hin ein Riegel mit 38 Plätzen für die vollstationäre Pflege, plus weiteren neun Eigentumswohnungen.

Firma Dienhart ist nach Heven umgezogen

Um dafür Platz zu schaffen, räumt der Abrissbagger gerade die Reste des Elekro-Maschinenbaubetriebs Dienhart ab. Heinz Dienhart, 2010 mit 87 Jahren verstorben, hatte den Betrieb ab 1949 aufgebaut. Sohn Ulrich Dienhart (60) hatte einer Wohnbebauung auf dem nahen Gelände der Gerberschule einst selbst skeptisch gegenüber gestanden – aus Sorge vor Unverträglichkeiten mit Gewerbe.

Nach Gesprächen, auch mit den Ärzten nebenan und den Betreibern des Josefshauses, ist Dienhart selbst zum Pionier des Strukturwandels geworden. Seine Firma mit zehn Arbeitsplätzen hat er durch den Umzug in eine Halle der Wiegard-Maschinenfabrik in Heven für die Zukunft neu aufgestellt. Dort soll mal Meisterschülerin Lorena Matthes (25) das Heft übernehmen. Die Elektronikerin für Maschinen- und Antriebstechnik hatte 2015 den bundesweiten Leistungswettbewerb des Elektro-Handwerks gewonnen.

Neuer Ortskern für Herbede

Der alte Standort im historischen Ortskern (Rathaus und Bahnhof) sei für die „ehrenvolle Nutzung durch ein Seniorenzentrum“ besser geeignet, ist Dienhart heute überzeugt. „Wir wollen damit Leuten, die in Herbede verwurzelt sind, eine neue Heimat geben.“ Er hoffe zudem, dass „das durch die Wittener Straße zerteilte Herbede hier wieder zu einem neuen Ortskern zusammenwächst“.

Der Bedarf ist belegt: Von den 24 Eigentumswohnungen sind 16 bereits verkauft, drei weitere reserviert. Die Wohnungen sind 47 bis 65 qm groß und kosten 110 000 bis 178 000 Euro. Die meisten Interessenten kommen aus Herbede und seinen „Hölzern“.

Wohngruppenmodell

Bauherr und Träger ist die GMP Immobiliengesellschaft aus Nordhorn. Betreiben wird das Seniorenzentrum die AP Pflegedienst GmbH aus Emsdetten, die zehn ähnliche Einrichtungen führt. Gunnar Sander (AP) nennt den Standort „ideal – Senioren wollen nicht am Rand leben, sondern mittendrin“. In der stationären Pflege werde man drei Wohngruppen mit je zwölf Plätzen und großer gemeinsamer Wohnküche anbieten. Das Haus werde sich über seine Cafeteria dem Stadtteil öffnen. Geplant sind Angebote wie ein Mittagstisch oder Kinonachmittage. 40 bis 50 Mitarbeiterinnen werde man in der stationären und der teilambulanten Pflege beschäftigen.

Name wird noch gesucht

„Seniorenzentrum Witten-Herbede“ ist nur ein Arbeitstitel. Träger und Betreiber suchen bis zum Richtfest einen Namen, der zum Ort und zur Einrichtung passt. Vorschläge sind willkommen.

Das Gelände ist Mischgebiet. Das Bauordnungsamt hat einvernehmliche Lösungen mit Nachbarbetrieben (Friedr. Lohmann, Luhn & Pulvermacher) gefunden, so beim passiven Schallschutz.

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